20 Euro Schein in der Hand
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Rentenerhöhung 2020: Plus von bis zu 4 Prozent erwartet

Zum 1. Juli 2020 könnten die Renten im Osten um 3,92 Prozent und im Westen um 3,15 Prozent steigen. Damit liegt die Rentenerhöhung fast auf dem gleichen Niveau wie in diesem Jahr. Ob sich die Schätzungen aus dem Entwurf des aktuellen Rentenversicherungsberichts bestätigen, zeigt sich im Frühjahr 2020, wenn Zahlen zur Lohnentwicklung vorliegen.

  • Ab Juli 2020 können sich rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner auf mehr Geld einstellen.
  • Durch die Rentenerhöhung 2020 soll das Altersgeld um mehr als drei Prozent steigen.
  • In den neuen Bundesländern kratzt die Rentenanpassung erneut an der Vier-Prozent-Marke.

Dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2019 zufolge können sich Rentner zum 1. Juli nächsten Jahres auf eine weitere ordentliche Rentenerhöhung einstellen. 2020 sollen die Renten im Westen um 3,15 Prozent und im Osten um 3,92 Prozent steigen.



Bei einer Auszahlung von 1.000 Euro im Monat erhöht sich das Altersgeld somit um 31,50 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 39,20 Euro (neue Bundesländer).

Bereits in diesem Jahr wurden die Renten im gleichen Maße angepasst. Seit Juli erhalten Rentnerinnen und Rentner 3,18 Prozent (West) beziehungsweise 3,91 Prozent (Ost) mehr Geld.

Ob die Rentenerhöhung 2020 wie geschätzt eintritt, erfahren Senioren im Frühjahr kommenden Jahres, wenn die Zahlen zur Lohnentwicklung 2018 vorliegen. In den Vorjahren gab es jedoch nur selten Abweichungen von der Schätzung.

So hat sich die Rente in den letzten fünf Jahren entwickelt (Ost/West):

  • 2015: 2,50 / 2,10 Prozent
  • 2016: 5,95 / 4,25 Prozent
  • 2017: 3,59 / 1,90 Prozent
  • 2018: 3,37 / 3,22 Prozent
  • 2019: 3,91 / 3,18 Prozent

Trotz deutlicher Rentenerhöhungen bis 2033 sinkt das Rentenniveau

Wie das Redaktionsnetz Deutschland berichtet, geht aus dem Entwurf zudem hervor, dass sich die Renten bis 2033 insgesamt um mehr als ein Drittel erhöhen sollen. Das entspricht einer durchschnittlichen Anpassung von 2,2 Prozent pro Jahr. Die seit Kurzem geltende Haltelinie beim Rentenniveau wird dabei erstmals in zwei Jahren greifen, sodass das Niveau nicht unter 48 Prozent rutscht.

Da die Haltelinie nur bis 2025 vereinbart wurde, prognostiziert der Bericht, dass das Rentenniveau jedoch bis 2030 auf 45,6 Prozent sinken wird. „Der Rückgang des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass die gesetzliche Rente zukünftig allein nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen“, heißt es in dem Papier.