Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Rentenerhöhung im Juli 2020: So viel mehr gibt es

Seit Freitag ist die Rentenanpassung zum 01. Juli 2020 offiziell. Schon im April hatte das Bundeskabinett sie beschlossen – nun stimmte auch der Bundesrat zu. Wie hoch das Plus für Senioren in Ost- und Westdeutschland ist und wann die höhere Rente erstmals ausgezahlt wird, fasst finanzen.de zusammen.

  • Offizielle Mitteilungen zur Rentenanpassung erreichen Rentner ab Anfang Juni.
  • Bereits Ende des Monats erhalten die ersten Senioren die angepasste Pension.
  • Nach der Erhöhung müssen einige Rentner ihr Einkommen versteuern.

Rund 21 Millionen Menschen sind in Deutschland berentet. Sie erwartet in den kommenden Wochen ein angenehmes Plus auf dem Konto. Im Westen steigt das Renteneinkommen um fast 3,5 Prozent, im Osten um 4,2 Prozent.



Update 25.06.2020: Laut Einschätzungen des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, fällt die Rentenerhöhung 2021 dagegen sehr gering aus. Im Osten sieht es nach einer Anhebung von 0,7 Prozent aus, im Westen droht sogar eine Nullrunde. Ursache ist die Corona-Krise.

Wann wird die Erhöhung ausgezahlt?

In der offiziellen Mitteilung zur Rentenanpassung kann jeder Pensionär selbst nachvollziehen, wann das Plus erstmals auf dem Konto landet und wie hoch es ausfällt. Die Auszahlung richtet sich dabei nach dem Renteneintritt.

Rentner, die bereits vor oder seit März 2004 Rente beziehen, bekommen das angepasste Renteneinkommen automatisch bis Ende Juni 2020 überwiesen. Personen, die erst seit April 2004 oder später berentet sind, wird der neue Rentenbetrag erstmals Ende Juli 2020 ausgezahlt.

Renteneinkommen ist steuerpflichtig

Übersteigt das Renteneinkommen durch die diesjährige Erhöhung den steuerlichen Grundfreibetrag, müssen Rentner es versteuern – also eine Steuererklärung abgeben. Er liegt 2020 bei 9.408 Euro. Das Bundesfinanzministerium schätzt, dass dadurch circa 420 Millionen Euro mehr an Einkommenssteuern eingenommen werden.

Rentenkürzung 2021 durch Corona

Laut der Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, sind auch zukünftige Rentenauszahlungen gesichert. Eine Rücklage von 40 Milliarden Euro garantiert auch im nächsten Jahr die Rentenauszahlung und verhindert etwaige Kürzungen – unabhängig davon, ob Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit aufgrund der Pandemie eine wirtschaftlich schwere Lage mit sich ziehen. Ob es 2021 aber zu einer erneuten Anpassung kommt und wie hoch diese ausfallen wird, ist noch fraglich. Schließlich lässt sich die Entwicklung der Bruttolöhne in der Krisenzeit schlecht prognostizieren.

Wann kommt die Rentenreform?

Neben der Lohnentwicklung ist auch das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern Grundlage der Rentenanpassung. Letzteres kommt ins Wanken, sobald die heutigen Mittfünfziger bis Mittsechziger selbst in Rente gehen. Die Bundesrepublik steht mit ihrem Rentensystem vor der Herausforderung, dem drohenden Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Mit der Anhebung des Renteneintrittsalters könnten entstehende Lücken in der Rentenkasse geschlossen werden. Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, will bis Herbst dazu eigene Vorschläge ausarbeiten.

Die gute Nachricht zum Schluss

Durch die Rentenerhöhung wird der Gesetzesvorgabe von 2017 Rechnung getragen. Dort wurde festgelegt, dass das Rentenniveau in Ost und West bis 2024 zu 100 Prozent angeglichen werden soll. Die Ost-Beträge erreichen aktuell mehr als 97 Prozent des West-Wertes.