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Riester-Zulagen und Betriebsrente: Neuerungen ab dem 1. Januar 2018

Ob Anpassungen bei der Erwerbsminderungsrente, neue Regelungen bei der Betriebsrente oder Freibeträge bei der Riester-Rente – Das neue Jahr bringt Verbrauchern einige relevante Neuerungen. So haben einige von ihnen ab Januar 2018 etwas mehr Geld im Portemonnaie, da sie weniger für ihre gesetzliche Krankenversicherung ausgeben.

  • Die betriebliche Altersvorsorge wird ab 2018 stärker gefördert und soll vor allem für Geringverdiener attraktiver werden.
  • Inhaber einer Rürup-Rente können einen neuen Höchstbetrag steuerlich absetzen.
  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung sinkt um 0,1 Prozent.

Verbraucher stehen ab Januar 2018 vor vielen unterschiedlichen Neuerungen und gesetzlichen Anpassungen. Dazu zählen unter anderem die Änderung der steuerlich absetzbaren Beiträge bei der Rürup-Rente oder die Anpassung bei der Erwerbsminderungsrente. Doch auch bei der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung gibt es im nächsten Jahr interessante Neuheiten.

Bessere betriebliche Altersvorsorge ab Januar 2018: Freibeträge für Geringverdiener

Gegenwärtig haben rund 60 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge. Mit den ab Januar 2018 geltenden Neuerungen soll die Betriebsrente für Angestellte und Arbeitgeber noch attraktiver werden. Um dies zu erreichen, fördert der Staat künftig Chefs, die sich an der Betriebsrente von Geringverdienern mit einem Einkommen von bis zu 2.200 Euro brutto im Monat beteiligen. Geben Arbeitgeber bis zu 480 Euro im Jahr dazu, erhalten sie einen Zuschuss vom Staat in Form einer Steuervergünstigung.

Zudem entfällt die sogenannte „Doppelverbeitragung“ bei Betriebsrenten, die an eine Riester-Rente gekoppelt sind. Rentner müssen dann nicht mehr den vollen Beitragssatz für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung von der Betriebsrente zahlen.

Neuerungen für Inhaber einer Riester- oder Basisrente ab Januar 2018

Bei der Riester-Rente winkt ab Januar eine Erhöhung der staatlichen Förderung. Dabei steigt die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr an. Um den gesamten Zuschuss zu erhalten, müssen Sparer weiterhin mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen abzüglich der Zulagen.

Inhaber einer Rürup-Rente können mit dem Jahresbeginn einen Großteil ihrer Beiträge als Sonderausgaben absetzen. Maximal berücksichtigt das Finanzamt 86 Prozent der eingezahlten Beiträge bis zu einem Höchstwert von 20.392 Euro.

Neuer Freibetrag bei der Grundsicherung im Alter

Durch die Änderungen bei der Betriebsrente wird auch die Riester-Rente für Geringverdiener attraktiver. Die Höhe des Grundfreibetrags ist in zwei Schritte aufgeteilt. Alles unter einem Betrag von 100 Euro wird bei der Berechnung der Grundsicherung im Alter nicht berücksichtigt. Überschreiten Einkünfte diese Grenze, bleiben zudem 30 Prozent des Betrags oberhalb der Schwelle anrechnungsfrei.

Ein Beispiel: Bei monatlichen Einkünften aus der Riester-Rente von 150 Euro würden 115 Euro (100 Euro plus 30 Prozent von 50 Euro) nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Betroffene sollten jedoch darauf achten, dass der Gesamtfreibetrag im Jahr 2018 die Höchstgrenze von 208 Euro nicht überschreitet.

Neue Berechnung für die Erwerbsminderungsrente

Kommt es zu einer schweren Krankheit oder einem Unfall, ist es möglich, dass Beschäftigte nicht mehr wie gewohnt arbeiten können. Die Erwerbsminderungsrente unterstützt jene finanziell, die frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Ab dem 1. Januar 2018 steigt die Zurechnungszeit bei der Erwerbsminderung für Neu-Rentner von dem bisher 62. auf das 65. Lebensjahr an. Die Angleichung geschieht nicht gleich auf einen Schlag, sondern wird bis 2025 schrittweise umgesetzt. Das bedeutet für Personen, die 2018 Erwerbsminderungsrente beantragen, dass für sie eine fiktive Arbeitszeit bis zum 62. Lebensjahr und drei Monate angenommen wird.

Im Jahr 2016 betrug die durchschnittliche monatliche Erwerbsminderungsrente 697 Euro. Dieser Betrag kann die entstandene Einkommenslücke in den meisten Fällen nicht decken. Aus diesem Grund sollten Beschäftigte rechtzeitig vorsorgen, beispielsweise mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Jahresarbeitsentgeltgrenze für den Wechsel in die PKV steigt 2018 an

Mit dem neuen Jahr wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung angepasst. Dieser lag in den letzten zwei Jahren bei 1,1 Prozent. Ab Januar 2018 wird er nun um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Allerdings dürfen die Krankenkassen ihren Beitrag individuell festlegen. Viele Kassen haben sich daher entschieden, ihren Beitrag stabil zu halten. Nur wenige werden für Versicherte günstiger. Dennoch bietet dies eine gute Gelegenheit für Versicherte, sich zum Jahreswechsel diverse Angebote einzuholen und mit dem der eigenen Krankenkasse zu vergleichen.

Auch für die private Krankenversicherung gelten neue Richtwerte. Zum 1. Januar 2018 steigt die jährliche Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung auf 59.400 Euro an. Das sind 1.800 Euro mehr als bislang. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung wird damit für Arbeitnehmer erschwert. Denn sie müssen von nun an mehr als 4.950 Euro brutto im Monat verdienen, um sich privat krankenversichern zu können.