Geldscheine in Brieftasche
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Stiftung Warentest testet nachhaltige Fonds: Licht und Schatten

Mit einem nachhaltigen Fonds wollen Anleger nicht nur Rendite erzielen. Sie möchten vor allem eine Geldanlage, die bestimmte ökologische und ethische Richtlinien erfüllt. Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie sauber über 100 nachhaltige Fonds sind. Nur vier von ihnen sind ethisch sehr streng.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2020

Nachhaltige Fonds geben Anleger das Versprechen, ethisch-ökologisch sauber zu sein. Doch wie Stiftung Warentest in einem Test (Finanztest 07/2020) feststellt, können nur wenige der untersuchten 128 Aktienfonds überzeugen.

So wurde getestet

Für ihren Test hat die Stiftung Warentest Kriterien definiert, die die nachhaltigen Fonds erfüllen sollten, um ihren Anspruch gerecht zu werden. So wurde untersucht, ob das Kapital nicht in Unternehmen aus den folgenden Branchen beziehungsweise Bereichen fließt:

  • Fossile Brennstoffe
  • Glücksspiel
  • Korruption
  • Umweltzerstörung
  • geächtete Waffen
  • Pornografie
  • Atomkraft
  • Umstrittene Landwirtschaft (industrielle Tierhaltung)
  • Zerstörung von Ökosystemen (durch organische, giftige Schadstoffe)
  • Verstoß gegen Arbeits- und Menschenrechte

Darüber hinaus prüfte die Stiftung Warentest, wie streng Aktien aussortiert werden, die nicht dem Nachhaltigkeitsprinzip entsprechen. Zusätzlich wurde untersucht, wie die Fonds in den vergangenen 60 Monaten performt haben.

Nachhaltige Fonds: Ökologisch-ethische Geldanlage

2020 gibt es vier Fonds, die aus Sicht der Stiftung Warentest besonders nachhaltig sind:

  • Universal – GLS Bank Aktienfonds
  • Security – Superior 6 Global Challenges
  • Triodos – Global Equities Impact
  • Warburg – Global Challenges Index (Indexfonds und ETF)

Sie schließen Investments in fossile Brennstoffe, Atomkraft, Umweltzerstörung, kontroverse und konventionelle Waffen, Korruption und in Branchen, die Menschen- und Arbeitsrechte verletzen, aus.

Die höchte Finanztest-Bewertung hinsichtlich der Performance erhalten sie jedoch nicht. Hier kann nur DPAM (Equities World Sustainable) überzeugen. Dort sind jedoch fossible Brennstoffe Teil des Aktienfonds.

Die Bewertung des Chance-Risiko-Verhaltnisses in der Übersicht:

5 Sterne

  •  DPAM (Equities World Sustainable) – 1,01 Prozent Fondskosten

4 Sterne

  • Green Effects (NAI-Werte Fonds) – 1,34 Prozent Fondskosten
  • JSS (Sustainable Equity Global Thematic) – 2,07 Prozent
  • FundRock BMO (Responsible Global Equity) – 1,80 Prozent
  • Masterinvest (KCM Aktien Global SRI) – 0,74 Prozent
  • Allianz (Global Sustainability) – 1,86 Prozent
  • UBS (MSCI World SRI 5% Issuer Capped – Indexfonds und ETF) – 0,25 Prozent

Wichtig:

Die Fondskosten der Aktienfonds (über fünf Jahre), die 2020 die ethischen Kriterien der Verbraucherorganisation erfüllen, schwanken sehr stark. Wer sich für einen teuren Fonds entscheidet, hat daher Einbußen bei der Rendite. Interessierte sollten daher Wert auf ein unverbindliches Angebot zur Kapitalanlage legen, um Fonds zu finden, mit denen sie ihr Geld möglichst nachhaltig und gewinnbringend anlegen.

Beste Kapitalanlage finden

Nur die wenigsten Fonds sind wirklich nachhaltig

Rund 500 Fondsgesellschaften, die Stiftung Warentest regelmäßig untersucht, geben an nachhaltig zu investieren. Doch in der Vergangenheit ließ der Blick auf die Testergebnisse Zweifel an dieser Behauptung aufkommen.

Nur fünf der untersuchten 46 nachhaltigen Fonds schlossen beispielsweise 2014 die Öl- und Kohleindustrie aus. Die Fonds haben sich jedoch verbessert. So gaben 2017 24 Fonds an, nicht in fossile Brennstoffe zu investieren. Nur elf schlossen allerdings Branchen und Geschäftspraktiken aus, die zur Zerstörung des Ökosystems beitragen, etwa die Produktion von Palmöl.