Geldscheine in Brieftasche
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Stiftung Warentest testet nachhaltige Fonds: Licht und Schatten

Mit einem nachhaltigen Fonds wollen Anleger nicht nur Rendite erzielen. Sie möchten vor allem eine Geldanlage, die bestimmte ökologische und ethische Richtlinien erfüllt. Die Stiftung Warentest hat untersucht, wie sauber über 100 nachhaltige Fonds sind. Nur vier von ihnen sind ethisch sehr streng.

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2022

Nachhaltige Fonds geben Anleger das Versprechen, ethisch-ökologisch sauber zu sein. Doch wie Stiftung Warentest in einem Test (Finanztest 09/2022) feststellt, können nur wenige der untersuchten 128 Aktienfonds überzeugen.

So wurde getestet

Für ihren Test hat die Stiftung Warentest Kriterien definiert, die die nachhaltigen Fonds erfüllen sollten, um ihren Anspruch gerecht zu werden. So wurde untersucht, ob das Kapital nicht in Unternehmen aus den unterschiedlichen Branchen beziehungsweise Bereichen fließt, etwa:

  • Fossile Brennstoffe
  • Glücksspiel
  • Korruption
  • Umweltzerstörung
  • geächtete Waffen
  • Pornografie
  • Atomkraft
  • Umstrittene Landwirtschaft (industrielle Tierhaltung)
  • Zerstörung von Ökosystemen (durch organische, giftige Schadstoffe)
  • Verstoß gegen Arbeits- und Menschenrechte

Darüber hinaus prüfte die Stiftung Warentest, wie streng Aktien aussortiert werden, die nicht dem Nachhaltigkeitsprinzip entsprechen. Zusätzlich wurde untersucht, wie die Fonds in den vergangenen 60 Monaten performt haben.

Nachhaltige Fonds: Ökologisch-ethische Geldanlage

2022 gibt es sechs Fonds, die aus Sicht der Stiftung Warentest besonders nachhaltig sind:

  • Universal – GLS Bank Aktienfonds
  • Security – Superior 6 Global Challenges
  • Ökoworld – ÖkoVision Classic und Growing Markets 2.0
  • Ampega – terrAssisi Aktien I AMI
  • Monega – Steyler Fair Invest Equities
  • Warburg – WI Global Challenges Index

Sie schließen Investments in fossile Brennstoffe, Atomkraft, Umweltzerstörung, kontroverse und konventionelle Waffen, Korruption und in Branchen, die Menschen- und Arbeitsrechte verletzen, aus.

Die höchte Finanztest-Bewertung hinsichtlich der Performance erhalten sie jedoch nicht. Hier können zwei Fonds. Dort müssen Interessierte jedoch Abstriche bei der Nachhaltigkeit machen.

Die Bewertung des Chance-Risiko-Verhaltnisses in der Übersicht:

5 Sterne

  • DPAM (Equities Europe Sustainable) – 0,91 Prozent Fondskosten
  • Carne Driehaus (EM Sustainable Equity) – 1,85 Prozent

4 Sterne

  • Green Effects (NAI-Werte Fonds) – 1,12 Prozent Fondskosten
  • JSS (Sustainable Equity Global Thematic) – 2,07 Prozent
  • FundRock BMO (Responsible Global Equity) – 1,80 Prozent
  • Masterinvest (Kathrein Sustainable Global Equity) – 0,69 Prozent
  • Swisscanto (Equity Sustainable) – 1,95 Prozent
  • Nordea (Global Stars Equity) – 1,79 Prozent
  • DPAM (Equities World Sustainable) – 0,90 Prozent
  • LLB (Aktien Dividendenperlen Global) – 0,80 Prozent
  • Comgest (Monde) – 2,26 Prozent
  • Blackrock (Systematic ESG World Equtiy) – 1,04 Prozent
  • Amundi (EM Equity Fokus und Emerging World Equity) – beide 2,05 Prozent
  • CS (Equity EN ESG Blue) – 0,33 Prozent
  • iShares (MSCI EM Islamic) – 0,85 Prozent
  • LBBW (Nachhaltigkeit Aktien) – 0,83 Prozent
  • Union (Liga-Pax-Aktien-Union) – 1,44 Prozent
  • Pictet (Quest Europe Sustainable Equities) – 1,18 Prozent
  • BNP Easy (Low Carbon 100 Europe PAB Euronet) – 0,30 Prozent
  • BNP Easy (MSCI Europe ESG Filtered Min TE) – 0,15 Prozent

Wichtig:

Die Fondskosten der Aktienfonds, die 2022 die ethischen Kriterien der Verbraucherorganisation ganz oder teilweise erfüllen, schwanken sehr stark. Wer sich für einen teuren Fonds entscheidet, hat daher Einbußen bei der Rendite. Interessierte sollten daher Wert auf ein unverbindliches Angebot zur Kapitalanlage legen, um Fonds zu finden, mit denen sie ihr Geld möglichst nachhaltig und gewinnbringend anlegen.

Beste Kapitalanlage finden

Nur die wenigsten Fonds sind wirklich nachhaltig

Rund 500 Fondsgesellschaften, die Stiftung Warentest regelmäßig untersucht, geben an nachhaltig zu investieren. Doch in der Vergangenheit ließ der Blick auf die Testergebnisse Zweifel an dieser Behauptung aufkommen.

Nur fünf der untersuchten 46 nachhaltigen Fonds schlossen beispielsweise 2014 die Öl- und Kohleindustrie aus. Die Fonds haben sich jedoch verbessert. So gaben 2017 24 Fonds an, nicht in fossile Brennstoffe zu investieren. Nur elf schlossen allerdings Branchen und Geschäftspraktiken aus, die zur Zerstörung des Ökosystems beitragen, etwa die Produktion von Palmöl.