Mann im Krankenhaus
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Zusatzversicherung fürs Krankenhaus: Diese Tarife überzeugen 2021

Statistisch gesehen dauert ein Krankenhausaufenthalt sieben Tage. Nicht wenigen Patienten ist dabei Ruhe bei der Genesung wichtig, sodass sie sich für ein Zwei- oder Einbettzimmer entscheiden. Die Kosten dafür können sie selbst tragen oder über eine stationäre Krankenzusatzversicherung abdecken. Welche Tarife top sind, zeigt ein neuer Test von €uro.

  • Gesetzlich Krankenversicherte können ihre Behandlung im Krankenhaus mit einer Zusatzversicherung deutlich komfortabler gestalten.
  • Welche Tarife ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, hat aktuell das Wirtschaftsmagazin €uro getestet.

Krankenzusatzversicherungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Über 26 Millionen abgeschlossene Verträge gibt es. Dabei ist es oft eine einfache Rechnung, warum sich Interessierte für die Zusatzversicherung entscheiden. Denn natürlich könnten sie das Geld für die gewünschte Behandlung auch regelmäßig zur Seite legen. Doch häufig sähe die Realität eher so aus, dass sie dieses Geld für andere Dinge nutzen. Mit der Versicherung gehen Kunden auf Nummer sicher, dass sie nicht auf den Kosten sitzenbleiben, die über ihre Krankenversicherung nicht abgedeckt sind.

Bei der Krankenhauszusatzversicherung oder stationären Krankenzusatzversicherung sind die Überlegungen keine anderen. Wer Wert auf ein Einzelzimmer oder Zweibettzimmer legt, kann dafür auch sparen. Durchschnittlich fallen 50 Euro (Zweibett) bis 100 Euro (Einbett) pro Tag an. Mit der Zusatzversicherung sichern sich Interessierte allerdings noch weitere wichtige Leistungen, zum Beispiel:

  • Freie Krankenhauswahl
  • Übernahmen der Behandlungskosten durch Chefarzt/Spezialisten

Rund 200 Tarife gibt es zur Auswahl. Welche Krankenhauszusatzversicherungen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, hat nun das Wirtschaftsmagazin €uro für die April-Ausgabe 2021 untersucht.

Was wollen Versicherte für die Zusatzversicherung zahlen?

Insgesamt 77 stationäre Krankenzusatzversicherungen wurden für den Vergleich berücksichtigt. Bei der Beitragsberechnung gibt es dabei zwei Wege, wie die Versicherer vorgehen. Interessenten sollten sich daher im Vorfeld bewusst machen, wie sich die Kosten ihrer Zusatzversicherung zusammensetzen.

Variante 1: Das Alter ist der wichtigste Faktor für die Beitragskalkulation. Da die Anbieter davon ausgehen, dass ihre Kunden mit steigendem Alter eher im Krankenhaus behandelt werden, steigt der Beitrag mit fortschreitender Laufzeit entsprechend.

Variante 2: Hier bleiben die Beiträge überwiegend stabil. Dafür zahlen Versicherte mit ihrem Beitrag sogenannte Alterungsrückstellungen, die die Versicherungsgesellschaft anlegt, um damit die altersbedingten Beitragserhöhungen auszugleichen.

Wer sich langfristig für eine Krankenhauszusatzversicherung entscheidet, fährt mit der zweiten Variante wahrscheinlich besser. Soll die Absicherung nur einige Jahre Teil des persönlichen Versicherungsportfolios sein, empfiehlt sich eher Variante 1.

Bei der Gesamtbewertung machte die Beurteilung des Leistungsniveaus 60 Prozent aus. Untersucht wurde beispielsweise, ob

  • ärztliche Behandlungen im Krankenhaus bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung der Ärzte und darüber hinaus erstattet werden,
  • die Anzahl der Aufenthaltstage bei einer stationären Psychotherapie nicht begrenzt ist und ob
  • Mehrkosten bei Behandlung in einem anderen Krankenhaus als dem vom Arzt bei Einweisung genannte übernommen werden.

Was die Krankenhauszusatzversicherung im Monat kostet, floss zu 40 Prozent ins Endergebnis. Dafür wurde der Beitrag für eine 41 Jahre alte Person erhoben.

Das sind die besten Krankenhauszusatzversicherungen

Zwölf Krankenhauszusatzversicherungen erreichen im Test ein sehr gutes Ergebnis. Bei den Tarifen ohne Altersrückstellungen ist die Auswahl etwas größer:

Top-Tarife für Einbettzimmer

  • WGV „Stationäre Zusatzversicherung“
  • Gothaer „MediClinic S Premium“

Für Zweitbettzimmer

  • Barmenia „Mehr Komfort-2-Bett“
  • Hallesche „MEGA.ClinicRi“
  • Württembergische „SZR“
  • Inter „QualiMed Z S2“
  • Nürnberger „SG2R“

Der günstige Einzelbetttarif kostet rund 19 Euro im Monat, der günstigste für ein Doppelzimmer knapp 16 Euro.

Zusatzversicherung mit Rückstellungen

Einbett

  • Ergo „SZL“
  • Alte Oldenburger „K 50, K/S“

Zweibett

  • ARAG „262“
  • Inter „QualiMed Z S2R“
  • Deutsche Familienversicherung „DFV-KlinikSchutz Premium“

Beim Blick auf die Prämienhöhe zeigen sich zum Teil große Unterschiede. Beim günstigsten Anbieter mit Kostenerstattung für das Einzelzimmer zahlen Versicherte 37 Euro im Monat. Beim teuersten Versicherer sind es dagegen 66 Euro.

Damit Versicherte mit ihrer Krankenhauszusatzversicherung lange zufrieden sind, sollten sie daher im Vorfeld mehrere Angebote berücksichtigen, um den Tarif mit dem für sie besten Mix aus Preis und Leistung zu finden.

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