Arzt im Gespräch mit Patient
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Zusatzversicherung: Gewisses Extra für die eigene Gesundheit sichern

Mit Zusatzversicherungen erweitern Verbraucher ihren Versicherungsschutz. Sie vermeiden so, dass sie beim Zahnarzt, Heilpraktiker, Optiker oder im Krankenhaus auf hohen Kosten sitzenbleiben, die ihre Krankenversicherung nicht übernimmt. Das Handelsblatt hat aktuell die Qualität vieler Krankenzusatzversicherungen geprüft und mehrere Testsieger gekürt.

  • Im letzten Jahr ist das Interesse an Zusatzversicherungen erneut gestiegen.

Das Handelsblatt hat zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg im Mai 2021 Krankenzusatzversicherungen getestet. Konkret blickten die Tester auf Zahnzusatzversicherungen sowie ambulante und stationäre Zusatzversicherungen. Dabei hat die Coronapandemie laut den Ratingspezialisten dazu beigetragen, dass das Interesse am Zusatzschutz gestiegen ist. Die Bürgerinnen und Bürger „machen sich mehr Gedanken um ihre Gesundheit.“

Mehrere sehr gute Zahnzusatzversicherungen beim Handelsblatt

Vor allem Zahnzusatzversicherungen stehen in der Gunst der Verbraucher. Mit Blick auf die Kosten, die auf sie bei Zahnersatz zukommen, ist dies auch kein Wunder. Bei den gesetzlichen Krankenkassen erhöhte sich zwar der Festzuschuss im vergangenen Jahr. Aber gerade dann, wenn die eigene Behandlung von der von den Kassen bezahlte Standardbehandlung abweicht, wird es nach wie vor teuer auf dem Zahnarztstuhl.

Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt den Großteil des Eigenanteils – je nach Anbieter sogar 100 Prozent. Alle untersuchten Angebote im Vergleich leisten mindestens 90 Prozent.

Interessierte haben dabei die Auswahl zwischen Tarifen mit und ohne Altersrückstellungen. Sieht die Zahnzusatzversicherung keine Rückstellungen vor, sind die Beiträge anfangs recht günstig, steigen aber sukzessive mit dem Alter. Bei den Angeboten mit Rückstellungen liegt der Beitrag von Beginn an etwas höher. Dafür bleibt er über den gesamten Versicherungszeitraum stabil.

Für den 30-jährigen Musterkunden erreichen vier Tarife mit Polster für altersbedingte Beitragsanpassungen eine sehr gute Bewertung:

  • Continentale mit „CEZP-U“
  • Generali „PlanZ1“
  • Signal „ZahnTop“
  • Envivas „Zahn 90“

Der Monatsbeitrag liegt hier zwischen 25 Euro und 34 Euro.

Verzichten Interessierte auf das Polster, ist die Auswahl an sehr guten Zahnzusatzversicherungen deutlich größer. Diese Top-Bewertung erhalten zwölf Versicherer, wobei zwei die höchste Punktzahl von 100 erreichen:

  • Süddeutsche mit „ZP9“
  • Barmenia „Mehr Zahn 90, Mehr Zahnvorsorge Bonus“

Sie kosten zwischen 12 und 16 Euro im Monat. Andere sehr gute Versicherer verlangen dagegen über 22 Euro. Die Kostenunterschiede verdeutlichen: Auch bei annähernd gleicher Qualität lässt sich mit dem Vergleich mehrere Angebote einiges an Geld sparen.

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Tipp:

Auf der Seite „Zahnzusatzversicherung“ finden sich weitere Vergleiche und Testsieger.

Bestens versorgt beim Heilpraktiker und im Krankenhaus

Auch bei den ambulanten Zusatzversicherungen wird zwischen Tarifen mit und ohne Altersrückstellung unterschieden. Sie leisten, wenn die Krankenkasse bei Brillen und Kontaktlinsen, Naturheilverfahren sowie Vorsorgeuntersuchungen kein oder nur wenig Geld zahlt.

Top-Tarife laut Handelsblatt

Mit Rückstellung Ohne Rückstellung
AXA „Med Komfort-U“ Barmenia „Mehr Gesundheit 1000, Mehr Sehen“
Signal „Ambulant Plus“ Süddeutsche „AP1“
Gothaer „MediAmbulant, MediPrävent Premium“ DKV „KABN“
LVM „A&O, Natur, Check“ uniVersa „uni-med I A-Exklusiv“
Allianz „Ambulant Best (AB02)“ Bayerische Beamten­krankenkasse und UKV „NaturPrivat, VorsorgePrivat“

Im Bereich der stationären Zusatzversicherung – oder auch Krankenhauszusatzversicherung – sichern sich Kunden die Kostenübernahme von Chefarzt- oder Spezialistenbehandlungen und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.

Der Test berücksichtigt nur Zusatzversicherungen fürs Einzelzimmer. Zehn Tarife erhalten eine sehr gute Bewertung. Das beste Ergebnis mit 91 Punkten bekommen Gothaer („MediClinicPremium“), ARAG („261“) und Concordia („SZ1, SZplus“). Sie kosten mit 42 Euro bis 44 Euro im Monat annähernd gleich viel.