Geldscheine auf der Hand
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Fondsgebundene Rürup-Rente: Diese Versicherer bieten Top-Tarife

Rund 2,3 Millionen Menschen sorgen in Deutschland mit einer Rürup-Rente für das Alter vor. Zuletzt nahm das Interesse an der über Steuervorteile geförderten privaten Altersvorsorge wieder zu. Welche Tarife aus Sicht von Rating-Experten besonders empfehlenswert sind, zeigt ein Vergleich vom Handelsblatt.

  • Das Handelsblatt ließ mehr als 60 Rürup-Renten von der Ratingagentur Franke und Bornberg untersuchen.
  • Bei ihnen wird nur ein Teil oder der komplette Beitrag in Fonds investiert.
  • 21 Tarife von zehn Versicherern erzielen ein Top-Ergebnis.

Groß war das Interesse, als die Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) vor mehr als zehn Jahren eingeführt wurde. Mehr als 300.000 Verträge wurden 2007 abgeschlossen. Seitdem nahm die Zahl kontinuierlich ab. 2019 entschieden sich jedoch wieder mehr Menschen im Vergleich zum Vorjahr für die private Altersvorsorge.



„Wegen der absehbar tiefen Zinsen ist die Basisrente als klassische Rentenversicherung mit Zinsanlagen wenig attraktiv. Mehr Chancen bieten fondsorientierte Produkte, die die Chancen an den Aktienmärkten ausnutzen können“, schreibt das Handelsblatt aktuell. Das Wirtschaftsmagazin hat zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg verschiedene fondsgebundene Rürup-Renten miteinander verglichen.

Rürup-Rente: Geförderte Altersvorsorge für Gutverdiener

Die Rürup-Rente richtet sich primär an gut verdienende Selbstständige und Personen mit hohem Einkommen. Denn der Staat fördert Versicherte massiv über Steuervorteile. Derzeit können sie pro Jahr mehr als 20.000 Euro ihrer eingezahlten Beiträge von der Steuer absetzen und ihre Steuerlast entsprechend drücken.

Der Musterkunde, der für die aktuelle Untersuchung herangezogen wurde, zahlt daher mit 200 Euro auch einen vergleichsweise hohen monatlichen Beitrag in seine Rürup-Rente. Zum Vergleich: beim Test zur privaten Rentenversicherung des Handelsblatts lag der Beitrag für den Modellkunden bei 100 Euro.

Bewertet wurden die folgenden fondsgebundenen Varianten:

  • Index-Klassik: Hier fließen nur die vom Versicherer erwirtschafteten Überschüsse in Aktienindizes
  • Hybrid mit 100 Prozent oder 80 Prozent Beitragsgarantie: Kunden entscheiden, wie viel Prozent ihrer Beiträge in Fonds investiert werden
  • Fonds: Die Sparbeiträge fließen komplett in Investmentfonds

Franke und Bornberg bewertete für den Vergleich die Qualität der Versicherungsbedingungen, die Rentenhöhe und die Finanzstärke der jeweiligen Versicherer.

Die Testsieger

Zehn Anbieter erzielen mit ihren Rürup-Renten ein sehr gutes Ergebnis. Auffällig sind dabei Allianz und Continentale, die sechs beziehungsweise vier Top-Tarife stellen. Aber auch Ergo und Württembergische sind mehrfach vertreten.

Wer voll auf Fonds setzen will, kann sich an diesen sehr guten Rürup-Renten orientieren:

  • Europa – Fondsbasisrente Tarif E-FBR
  • Ergo Vorsorge – Ergo Basis-Rente Balance (Fonds)
  • Württembergische – Genius BasisRente Tarif FBRH
  • Continentale – BasisRente Invest BRI
  • Allianz – BasisRente InvestFlex Tarif BVRF1U

Die Tarife ermöglichen eine Rentenhöhe zwischen 244 Euro und 270 Euro bei zweiprozentiger Rendite pro Jahr.

Wer dagegen die Garantie haben will, zu Rentenbeginn seine eingezahlten Beiträge in Form einer lebenslangen Rente wiederzusehen, kann sich für einen der folgenden Top-Tarife entscheiden:

  • Continentale – BasisRente Invest Garant BRIG sowie BasisRente Invest Garant BRIG I GarantiePlus
  • Allianz – BasisRente KomfortDynamik Tarif BVRFKU1U.GD sowie BasisRente InvestFlex mit Garantie Tarif BVRF1U.GD
  • Württembergische – Genius BasisRente Tarif FBRH

Die Rentenhöhe liegt hier zwischen 243 Euro und 254 Euro.

Achtung: Da die Tarifnamen teils identisch heißen, obwohl das Garantie-Level unterschiedlich hoch ist, sollten Interessierte genau auf die Versicherungsbedingungen achten.

Tipp:

Weitere Testergebnisse zur Basisrente finden sich auf „Rürup-Rente im Test“.