Gesetzliche Rentenversicherung

Gesetzliche Rente vom Staat.

  • Entgeltpunkte bestimmen Rentenhöhe
  • Rentenlücke mit privater Vorsorge schließen
  • Rentenniveau sinkt langfristig

Für

bis 29-Jährige

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30- bis 39-Jährige

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40- bis 49-Jährige

Für

50- bis 59-Jährige

Für

ab 60-Jährige

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2019

Was leistet die gesetzliche Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung stellt für die meisten Personen die wichtigste finanzielle Absicherung für den Ruhestand dar. Je mehr sie in die Rentenkasse einzahlen, desto höher ist später ihr Altersgeld. Doch die gesetzliche Rente allein reicht längst nicht aus, um im Alter sorgenfrei leben zu können. Denn das Rentensystem ist in Schieflage geraten.

 

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Immer gut zu wissen

Leistungen der gesetzlichen Renten­versicherung

Die gesetzliche Renten­versicherung dient der Alters­sicherung von Beschäftigten, freiwillig Versicherten und anderen Personen, die der Versicherungs­pflicht unterliegen. Mit ihren eingezahlten Rentenbeiträgen erwerben sie neben der gesetzlichen Rente weitere Ansprüche.

Wie funktioniert die gesetzliche Renten­versicherung?

Die gesetzliche Renten­versicherung basiert auf dem Umlageverfahren. Das bedeutet, die derzeitigen Beitragszahler finanzieren die Rentenleistungen der heutigen Rentner. Allerdings müssen immer weniger Erwerbstätige immer mehr Senioren versorgen. Das System der gesetzlichen Renten­versicherung steht daher unter Druck. Zur Entlastung gibt es jedoch nur wenige Stellschrauben, von denen die Politik in den kommenden Jahren keine anfassen möchte:

  • Höherer Rentenbeitrag
  • Späterer Rentenbeginn
  • Sinkendes Rentenniveau

Das Rentenniveau zeigt das Verhältnis der Durchschnittsrente nach 45 Erwerbsjahren zum durchschnittlichen Nettoeinkommen auf. Bis 2025 soll dieses stabil bei 48 Prozent bleiben.

Entwicklung der Rentenhöhe bei 45 Jahren Erwerbstäti­gkeit mit Durchschnitts­einkommen (sogenannte Standardrente).

  • 2013 - 48,9%
  • 2014 - 48,1%
  • 2015 - 47,7%
  • 2016 - 48,1%
  • 2017 - 48,2%

Wie viel Rente zahlt die Renten­versicherung aus?

Wie viel Rente jeder Einzelne erhält, hängt davon ab, wie viele Jahre er wie viel Geld in die Rentenkasse eingezahlt hat. Entscheidend sind dabei die erworbenen Entgeltpunkte beziehungsweise Rentenpunkte. Einen vollen Entgeltpunkt erhalten Rentenversicherte, wenn sie mit ihrem Einkommen innerhalb eines Jahres im Durchschnitt aller Deutschen liegen. 2019 beträgt das Durchschnitts­einkommen 3.242 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 2.991 Euro (neue Bundesländer).

Verdienen Beschäftigte mehr oder weniger, wird der Rentenpunkt entsprechend angepasst. Zu Rentenbeginn wird die Summe der gesammelten Punkte mit dem Rentenwert, dem sogenannten Zugangsfaktor und mit dem Rentenartfaktor addiert. Aus dieser sogenannten Rentenformel ergibt sich die Höhe der gesetzlichen Rente. Dazu zwei Beispiele:

Wie es um ihre Regel­altersrente steht, erfahren Renten­versicherte mit der jährlichen Renten­information. Das Schreiben erhalten alle Personen, die die Mindest­versicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben und mindestens 27 Jahre alt sind.

Die Renten­information zeigt neben den bisher gesammelten Ansprüchen bei der gesetzlichen Rente auch die Höhe der Erwerbsminderungs­rente auf.

Wichtig:

Bei den Werten handelt es sich um Bruttoangaben. Die angegebene Rente verringert sich durch Steuern und Sozialabgaben um bis zu 20 Prozent.

Tipp:

Um die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und finanziellem Bedarf im Alter zu schließen, empfiehlt sich eine private Altersvorsorge. Welche Möglichkeiten dabei zu den individuellen Wünschen passen, erfahren Interessierte mit einem kostenlosen und unverbindlichen Angebot.

Wie hoch ist der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung?

Der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 18,6 Prozent (Stand 2019). Dieser wird zu gleichen Teilen vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt. Folglich entfallen monatlich 9,3 Prozent des Bruttoeinkommens auf die Rentenversicherung.

Der Rentenbeitrag muss nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze gezahlt werden. Alles, was Beschäftigte darüber hinaus verdienen, ist für die Beitragszahlung in die Rentenkasse unerheblich.

Das bedeutet, dass im Jahr 2020 maximal:

  • West - 6.900€
  • Ost - 6.450€

für die Zahlung des Versicherungsbeitrags relevant sind. Dies ergibt einen Maximalitrag für Angestellte von 641,70 Euro (West) beziehungsweise 599,85 Euro (Ost) pro Monat.

Aktuelles zur Altersvorsorge

Was ist unter der freiwilligen Renten­versicherung zu verstehen?

In der gesetzlichen Renten­versicherung dürfen sich alle freiwillig versichern, die versicherungsfrei sind oder von der Versicherungspflicht befreit wurden, wie Beamte. Durch die freiwillige Versicherung besteht die Möglichkeit, sich nicht nur eine gesetzliche Rente zu sichern, sondern auch den Versicherungsschutz über die Erwerbsminderungs­rente zu erhalten.

Personen, die einen Antrag auf die freiwillige Renten­versicherung stellen, müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Eine Wartezeit gibt es nicht.

Für freiwillig Versicherte gibt es keinen festgelegten Beitrag, den sie zahlen müssen. Er muss sich lediglich zwischen dem Mindestbeitrag von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag von 1.246,20 Euro befinden. Auch kann die Zahlung zwischendurch unterbrochen werden.

Rentenversicherung für Selbstständige

Bestimmte Selbstständige sind dazu verpflichtet, in die gesetzliche Renten­versicherung einzuzahlen. Dies sind:

  • Pflegepersonen
  • Selbstständige, die nur einen Auftragsgeber haben
  • Hebammen
  • Selbstständige Handwerker
  • Künstler
  • Publizisten

Wer als Selbstständiger nicht in die Renten­versicherung einzahlt, kann die Versicherungs­pflicht innerhalb von fünf Jahren nach Tätigkeits­aufnahme beantragen. Während der ersten drei Jahre der Selbstständig­keit muss nur der halbe Regelbeitrag gezahlt werden. Für 2019 beträgt dieser pro Monat 289,70 Euro in Westdeutschland und 266,91 Euro in Ostdeutschland.

Danach können Selbstständige zwischen dem Regel- und dem einkommens­gerechten Beitrag wählen.

  • Regelbeitrag: 579,39 Euro (West) / 533,82 Euro (Ost)
  • Einkommens­gerechter Beitrag: Richtet sich nach letztem Einkommen­steuer­bescheid

Bestimmte Berufsgruppen dürfen nur einkommens­gerechte Beiträge entrichten. Dazu gehören beispielsweise Künstler, Seelotsen und Publizisten.

Achtung:

Pläne zur generellen Rentenversicherungs­pflicht für alle Selbstständigen werden politisch seit Jahren diskutiert. Weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen dazu haben wir auf der Übersichtsseite „Altersvorsorgepflicht für Selbstständige“ zusammengefasst.

Wie wird die gesetzliche Rente besteuert?

Seit 2005 gilt das Alterseinkünfte­gesetz. Seitdem wird die Rente der gesetzlichen Renten­versicherung anteilig versteuert. Maßgeblich ist dabei das Jahr des Rentenbeginns. Personen, die zum Beispiel 2005 in Rente gegangen sind, müssen 50 Prozent der Jahres­bruttorente mit dem persönlichen Einkommen­steuersatz versteuern. Dieser Anteil bleibt immer gleich.

Beim Renteneintritt 2019 sind 78 Prozent zu besteuern. Bis 2040 steigt der Anteil auf 100 Prozent an. Ab dann müssen Personen, die in diesem Jahr oder später in den Ruhestand gehen, ihre Rente komplett versteuern.

Tipp:

Übersteigt der steuerpflichtige Anteil der Rente nicht den jährlichen Grund­freibetrag von 9.168 Euro für Ledige und 18.336 Euro für Verheiratete (Stand 2019), bleibt die Rente von der Steuer­regelung verschont.

Neben den Steuern fallen auf die gesetzliche Rente Krankenversicherungs­beiträge an. Abhängig davon, wie Rentner krankenversichert sind, schwankt die Höhe des Beitrags.

Mit privater Altersvorsorge gesetzliche Renten aufstocken

Im Durchschnitt haben Personen, die 2017 in Rente gegangen sind, monatlich gerade einmal 847 Euro gesetzliche Rente bekommen. Mit diesem Betrag lässt sich der gewohnte Lebens­standard im Alter nicht decken – im Gegenteil: Damit ist selbst das Existenz­minimum gefährdet. Eine private Altersvorsorge ist daher unverzichtbar, um die spätere Rentenlücke zu schließen.

Dabei stehen verschiedene Formen zur Auswahl:

Je nach finanziellem Spielraum und persönlichem Lebensumstand bieten sich unterschiedliche Vorsorge­formen an. Die eine perfekte private Altersvorsorge gibt es daher nicht. Um die optimale Ergänzung zur gesetzlichen Rente zu finden, ist ein individuell zugeschnittenes Angebot wichtig, das Familienstand und -pläne, Berufsgruppe und Einkommens­verhältnisse berücksichtigt.