Kaputte Heckscheibe Auto
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Höhere Kosten für Kfz-Versicherung 2023 wegen teureren Schäden

Autofahrer müssen sich auf höhere Kfz-Versicherungsbeiträge einstellen. Die Inflation und immer teurer werdende Ersatzteile lassen die Reparaturkosten anwachsen. Aus Sicht der Finanzaufsicht Bafin ist daher eine Beitragsanpassung unvermeidbar. Trotz steigendem Preisniveau können Versicherte mit einem Wechsel ihrer Autoversicherung viel Geld sparen.

  • Die hohe Inflation und teure Ersatzteile sorgen dafür, dass Schäden immer mehr kosten.
  • Autofahrern drohen daher höhere Kosten für die Kfz-Versicherung.
  • Dennoch ist das Sparpotenzial hoch: Mit einem Versicherungswechsel lässt sich im Schnitt ein Viertel des Beitrags einsparen.

Die Aussichten auf das Versicherungsjahr 2023 sind nicht gut. Zu diesem Schluss kommt zumindest die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, im Rahmen ihrer diesjährigen Jahreskonferenz. Entsprechend mahnend ist die Stimme des Bafin-Exekutivdirektors Frank Grund: Die „Versicherer müssen ihr Geschäft sturmfest machen.“ Und weiter: „Die gestiegene Inflation wird im Jahr 2023 zwingend höhere Beiträge in der Schaden- und Unfallversicherung nach sich ziehen.“ Vor allem in der Kfz-Versicherung ist mit steigenden Prämien zu rechnen.

Kosten für Ersatzteile steigen weiter

Für die Bafin sind die Preiserhöhungen für die Autoversicherer notwendig, um stabil zu bleiben: „Aus Sicht der BaFin ist es nicht akzeptabel, lediglich darauf zu wetten, dass sich die hohen Inflationsraten normalisieren und in der Zwischenzeit bestehende Puffer in den Reserven restlos aufzubrauchen.“

Denn nicht nur die hohe Inflation ist ein Kostentreiber. Auch teure Ersatzteile sorgen für höhere Reparaturkosten. Schäden werden somit insgesamt teurer, vor allem in der Kfz-Haftpflichtversicherung. So haben die Autohersteller zwischen „August 2021 und August 2022 die Preise im Schnitt um fast acht Prozent erhöht“, erläutert Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Grund hierfür ist, dass „Autofahrer und Werkstätten viele Ersatzteile nur vom Hersteller des Autos kaufen können, es gibt auf diesem Markt keinen freien und fairen Wettbewerb“.

Kfz-Versicherung: Beitragserhöhung 2023 im zweistelligen Bereich

Ein weiterer Kostentreiber ist die Zunahme von Extremwetterereignissen. Alles zusammengenommen erwarten Experten Beitragserhöhungen für die Kfz-Versicherung im zweistelligen Prozentbereich.

Laut Verivox fallen die Preisanpassungen für Versicherungswechsler noch moderat aus. Im Vergleich zum Oktober 2021 verteuerte sich die Vollkaskoversicherung durchschnittlich um fünf Prozent, drei Prozent sind es bei der Haftpflichtversicherung und zwei Prozent bei der Teilkasko – alles für das mittlere Preissegment. Bestandskunden müssen dagegen von höheren Prämiensteigerungen ausgehen.

Beitragserhöhung erkennen und Sparpotenzial nutzen

Trotz der steigenden Kosten ist das Sparpotenzial für Kfz-Versicherungskunden hoch – im Schnitt liegt es bei 26 Prozent. Dieses können Versicherte vor allem in der aktuellen Wechselsaison nutzen. Bis zum 30. November haben die meisten Autofahrer die Möglichkeit, ihre Versicherung zu kündigen und mit dem Jahreswechsel zu einem neuen Versicherer zu wechseln. Der Wettbewerb um die Kunden ist daher hoch und die Unternehmen versuchen diese mit attraktiven Angeboten für sich zu gewinnen.
Erhöht die Kfz-Versicherung den Beitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann binnen vier Wochen ab Erhalt des Schreibens wechseln.

Allerdings ist es nicht immer einfach, Preissteigerungen zu erkennen. Verbessern sich etwa die Typ- und die Regionalklasse und auch die Schadensfreiheitsklasse klettert nach oben, müsste die Autoversicherung günstiger werden. Durch die Preiserhöhung fällt die Differenz dann aber kleiner aus, ohne dass Versicherte es merken.

Tipp:

Welche Autoversicherungen zu den aktuell günstigsten zählen, zeigt die Stiftung Warentest. Die Testergebnisse finden Interessierte auf der Seite „Kfz-Versicherung im Test“.

Neben einem Versicherungswechsel können Verbraucher noch auf anderen Wegen bei ihrer Kfz-Versicherung sparen:

  • Beitrag nicht monatlich, sondern jährlich zahlen
  • Werkstattbindung vereinbaren
  • Höhere Selbstbeteiligung wählen
  • Genaue Fahrleistung angeben – Laut Finanztip machen 5.000 Kilometer einen Unterschied von bis zu 15 Prozent bei der Prämie aus