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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Hunde-OP-Versicherungen: Stiftung Warentest ermittelt 17 Top-Tarife

Seit Beginn der Corona-Pandemie erfreuen sich Hunde großer Beliebtheit. Gleiches gilt für ihren Versicherungsschutz. Die Vierbeiner brauchen nicht nur eine Hundehaftpflicht, oftmals ist zudem eine Krankenversicherung sinnvoll. Welche Hunde-OP-Versicherungen sehr gute Leistungen bieten, hat aktuell die Stiftung Warentest für das Finanztest-Magazin untersucht.

  • Die Stiftung Warentest hat über 60 Hunde-OP-Versicherungen mit Blick auf die Leistungsumfänge untersucht.
  • Interessierte müssen bei der Wahl des OP-Kostenschutzes auf einige wichtige Vertragsdetails achten.

Fünf Jahre ist es her, seitdem die Stiftung Warentest zuletzt einen Blick auf die Hundekrankenversicherung geworfen hat. Seitdem hat sich einiges getan. Hundebesitzer haben nicht nur eine größere Auswahl an Anbietern. Im Zuge der Corona-Pandemie gibt es auch viel mehr Hundehalter, die sich über den Kostenschutz bei Tierarztrechnungen Gedanken machen.

Für die Finanztest-Ausgabe September 2021 hat die Stiftung Warentest nun 61 Hunde-OP-Versicherungen untersucht. Diese kommen für Operationskosten auf, die sich je nach Behandlung und Diagnose auf mehrere tausend Euro belaufen können. Leistungsstarke Hunde-OP-Versicherungen gibt es allerdings schon für unter 200 Euro im Jahr, so die Verbraucherorganisation.

Es überrascht daher nicht, wenn die Stiftung Warentest meint: „Es empfiehlt sich, finanziell für hohe Tierarztkosten vorzusorgen. Schließlich können die wenigsten jederzeit problemlos Rechnungen von 3.000 Euro und mehr bezahlen.“

So wurde getestet

Die Tester nahmen für die Untersuchung das Leistungsniveau der Anbieter unter die Lupe. Um die Erstattungshöhen bewerten zu können, gingen sie von zwei Musterfällen aus: eine Bandscheibenoperation in Höhe von 3.530 Euro und eine Kreuzbandrissoperation in Höhe von 2.520 Euro. Sehr gute Tarife übernehmen zwischen 90 und 100 Prozent dieser Kosten.

Die Höhe der Erstattungen floss zu 50 Prozent in das Gesamtergebnis. Weitere 30 Prozent entfielen auf die Art und Anzahl der ausgeschlossenen Krankheiten und Fehlentwicklungen. So kann es vorkommen, dass eine Hunde-OP-Versicherung trotz hoher Erstattung kein sehr hohes Leistungsniveau aufweist, da sie zu viele Behandlungen ausschließt.

Zuletzt prüfte die Stiftung Warentest die versicherten Operationsverfahren, Vorsorgeuntersuchungen, Nachbehandlungen und den Auslandsschutz.

Hunde-OP-Versicherung: Es kommt auf die Details an

Damit die Hunde-OP-Versicherung nicht zum Frust für Hundehalter wird, sollten sie bei der Wahl eines geeigneten Tarifs auf einige Vertragsbedingungen achten:

  • Kostenübernahme von Physiotherapie nach OP, Kastration und nicht-operative Zahnbehandlungen – kein Versicherer bietet alle von der Stiftung Warentest abgefragten Tarifleistungen. Wem gewisse Erstattungen besonders wichtig sind, sollte beim Tarifvergleich genau darauf achten.
  • Hoher GOT-Satz – viele Tarife übernehmen nur den 2-fachen Satz. Rechnet der Tierarzt mehr ab, bleiben Versicherte auf einem Teil der Kosten sitzen.
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Höchstbeitrag je Jahr oder pro Versicherungsfall – Die Mindestanforderung für ein sehr hohes Leistungsniveau hat die Stiftung Warentest bei 4.000 Euro pro Fall angesetzt.
  • Ausschluss von Krankheiten und Fehlentwicklungen (beispielsweise Ellenbogengelenksdysplasie) – Sie sind bei den meisten Anbietern die Regel, einige haben aber eine besonders lange Liste mit Ausschlüssen.

Die Stiftung Warentest macht zudem auf die Kündigungsbedingungen der Hunde-OP-Versicherungen aufmerksam. Nur Barmenia und Helvetia verzichten ab einer gewissen Versicherungslaufzeit auf ihr Recht, den Vertrag nach einem Versicherungsfall (beide) oder nach Ablauf eines Versicherungsjahres zu kündigen (nur Barmenia).

Hunde-OP-Versicherung: 17 Top-Tarife ermittelt

Von den 61 Hunde-OP-Versicherungen haben 17 ein sehr hohes Leistungsniveau, 16 ein hohes. Sechs Angebote kommen dagegen nicht über die Bewertung „Niedriger Leistungsumfang“ hinaus.

Die 17 Top-Hunde-OP-Versicherungen kommen von fünf Anbietern. Das bedeutet, dass die meisten Versicherer mehrere sehr gute Tarife zur Auswahl haben. Zu ihnen zählen:

  • Allianz – „TK Kleintiere Komfort 100%“
  • Barmenia – „OP-Schutz“
  • HanseMerkur – „Tier-OP Best (SB)“
  • Ias – „Balunos OP Gold 100%“
  • Uelzener – „Hunde OP Premium Plus“

Was Hundehalter für die Hunde-OP-Versicherungen zahlen, hat die Stiftung Warentest an drei Musterfällen untersucht: ein sechs Monate alter Jack Russell Terrier, ein dreijähriger mittelgroßer Mischling, ein siebenjähriger Labrador Retriever. Für letztgenannten können Besitzer bei manchen Versicherern allerdings gar keinen OP-Schutz mehr vereinbaren, da das Höchsteintrittsalter bei fünf Jahren liegt.

Wie groß die Preisspanne für die Hunde-OP-Versicherungen mit sehr hohem Leistungsumfang ist, zeigt die Übersicht der Jahresbeiträge:

  • Jack Russell Terrier: 177 Euro bis 552 Euro
  • Mischling: 198 Euro bis 793 Euro
  • Labrador: 238 Euro bis 1.042 Euro

Die Beitragsunterschiede von bis zu 800 Euro im Jahr verdeutlichen, wie viel Geld Hundehalter bei der Hunde-OP-Versicherung sparen können.

Der Preis ist jedoch nur eine Komponente, eine andere ist die dafür vereinbarte Gegenleistung. Aufpassen müssen Interessierte beim Hundealter: So sehen einige der Top-Anbieter eine Erhöhung des Beitrags mit steigendem Alter vor, andere nicht. Gleiches gilt für Leistungsgrenzen. Bei den Top-Tarifen liegt die unterste Erstattungsgrenze bei 5.000 Euro. Hunde-OP-Versicherungen mit geringerem Leistungsniveau zahlen nur 1.350 Euro.

Tipp:

Angesichts dieser Unterschiede sind Hundehalter gut beraten, verschiedene Hunde-OP-Versicherungen miteinander zu vergleichen, um einen ausgewogenen Mix aus Preis und Leistung zu finden.

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