Annabell Meyer
Annabell Meyer

Redakteurin

Zahnzusatzversicherung: Sinnvoll oder nur ein teures Extra?

Immer mehr Menschen setzen auf eine Zahnzusatzversicherung. Denn ohne eine private Absicherung müssten sie einen Großteil der oftmals horrenden Zahnarztrechnung selbst zahlen. Um sich davor gerade bei Zahnersatz zu schützen, ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll. Doch was müssen Versicherte dabei beachten?

Dem Barmer Zahnreport 2018 zufolge geben die Krankenkassen im Schnitt rund 187 Euro pro Versicherten für den Besuch beim Zahnarzt aus. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Anstieg von lediglich zwei Euro. Bei vielen Patienten dürfte der Zuschuss der Kasse somit nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten decken, die bei Zahnbehandlungen und vor allem bei Zahnersatz entstehen.

Die gesetzliche Krankenversicherung springt beim Zahnarzt lediglich für die Regelversorgung ein, also für die medizinisch notwendige Versorgung. Wer sich eine bessere Behandlung wünscht, muss die Mehrkosten aus der eigenen Tasche zahlen. Bei den meisten Behandlungen wie Zahnersatz übernehmen die Kassen nur einen Festzuschuss von 50 Prozent der Regelversorgung. Der Rest wird als Eigenanteil gewertet und muss vom Patienten getragen werden.

Kommen Wünsche über die Standardbehandlung hinaus dazu, schraubt sich die Zahnarztrechnung in die Höhe. Um diese so gering wie möglich zu halten, ist aher eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll.

Tipp: Tests zur Zahnzusatzversicherung helfen Ihnen dabei, sich einen Überblick über empfehlenswerte Angebote zu verschaffen. Im Anschluss können Sie mithilfe eines Vergleichsrechners eine Vielzahl von Zusatzversicherungen bezüglich Preis und Leistung kostenlos gegenüberstellen.

Zahnzusatzversicherung: Sinnvoller Schutz vor hohen Zahnarztkosten

Ob ein kleines Loch im Zahn oder eine schmerzhafte Wurzelbehandlung − vielen Menschen graut es vor dem Besuch beim Zahnarzt. Neben der leidigen Behandlung verursachen vor allem die Kosten bei ihnen Sorgenfalten. Denn selbst für einfachsten Behandlungsmethoden zahlen Kassenpatienten häufig noch drauf.

Gerade wenn sie sich für ein höherwertiges Material oder eine teurere Behandlung entscheiden, bekommen sie schnell eine Rechnung über mehrere Hundert oder sogar Tausende Euro ausgestellt. Nur die wenigsten Menschen können so viel Geld einfach entbehren und müssen sich anderweitig einschränken, um sich gute Zähne leisten zu können.

Aus diesem Grund ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll. Mit ihr reduzieren Patienten einerseits ihren Eigenanteil auf ein Minimum. Andererseits brauchen sie sich beim Zahnarzt nicht einzuschränken und können alle Behandlungsmethoden ausschöpfen. Denn die Kosten sind über eine Versicherung je nach Tarif abgedeckt. Doch worauf sollten Versicherte beim Abschluss eigentlich achten?

Tipp: Eine Zahnzusatzversicherung ist besonders dann sinnvoll, wenn vorhersehbar ist, dass Behandlungen in Zukunft anstehen werden. Dies ist etwa der Fall, wenn Verbraucher ältere Füllungen haben, die irgendwann durch ein Inlay ausgetauscht werden müssen, oder eine Wurzelbehandlung hatten. Der betroffene Zahn könnte irgendwann gezogen werden.

Patienten entscheiden, welche Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl einer geeigneten Zahnzusatzversicherung ist die Höhe der Leistungen bei Zahnersatz. Da dieser häufig teuer, sollten Versicherte besonderen Wert darauf, dass der Versicherer einen möglichst großen Teil der Rechnung übernimmt. Dabei ist es ratsam, genau auf die Vertragsbedingungen zu achten. Springt die Zusatzversicherung beispielsweise lediglich für den Rest der Kosten für die Regelversorgung ein oder beteiligt er sich an der Gesamtrechnung, unabhängig davon, welche Behandlung der Patient wählt?

Ebenfalls wichtig bei der Zahnzusatzversicherung ist die sogenannte Zahnstaffel. Hier ist es sinnvoll, einen Anbieter zu wählen, der ganz darauf verzichtet oder die Grenzen für die Kostenerstattung in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss verbraucherfreundlich gestaltet.

Personen, denen nur ein Zuschuss zur Regelversorgung wichtig ist, finden bereits für wenige Euro im Monat einen passenden Tarif. Für diejenigen, die Wert auf anspruchsvollere Behandlungen legen, erscheint dagegen eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung als sinnvoll. Einem Test der Stiftung Warentest zufolge bieten Tarife von Bayerische, DFV und HanseMerkur das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Versicherte.

Vertragsbedingungen sind bei der Zahnzusatzversicherung wichtig

Grundsätzlich ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll. Interessierte sollten die Versicherung so früh wie möglich abzuschließen, da die Zähne in jungen Jahren meist noch gesünder sind. Darüber hinaus leistet eine Zahnzusatzversicherung nicht für Behandlungen an den Zähnen, die der Zahnarzt bereits vor Versicherungsbeginn thematisiert beziehungsweise Behandlungsbedarf festgestellt hat.

Die meisten Anbieter verlangen vorab zudem eine Gesundheitsprüfung. Wer dabei unehrlich ist, handelt sich im Leistungsfall oft Ärger ein, denn der Versicherer kann die Zahlung verweigern.

Viele Verträge beinhalten außerdem eine Wartezeit. Das bedeutet, Patienten müssen nach Abschluss der Police eine bestimmte Zeit verstreichen lassen, häufig neun Monate, bevor ihnen Leistungen aus der Versicherung zustehen. Für den vollen Leistungsanspruch müssen Versicherte bei einigen Anbietern sogar mehrere Jahre versichert sein. Ob eine solche Klausel im Vertrag steht, sollten Patienten vor ihrer Unterschrift unbedingt prüfen.