Geld in die Brieftasche packen
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Rentenerhöhung 2023: Renten steigen wohl zwischen 3,5 und 4,2 Prozent

Die gute Nachricht zuerst: Auch im kommenden Jahr wird die Rente angepasst. Nun die schlechte: So gut wie in diesem Jahr wird die Rentenerhöhung 2023 nicht ausfallen. Mit 3,5 Prozent im Westen und 4,2 Prozent im Osten spricht Bundesarbeitsminister Hubertus Heil dennoch von einer spürbaren Rentensteigerung.

  • Der Rentenversicherungsbericht 2022 gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Renten im kommenden Jahr steigen werden.
  • Im Vergleich zur diesjährigen Erhöhung fällt die Anpassung rund zwei Prozent geringer aus.
  • Verbindlich sind die Werte erst im Frühjahr, wenn alle Daten zur Berechnung vorliegen.

Für die rund 20 Millionen Rentner ist der Juli ein guter Monat. Denn dann steigen in der Regel ihre Altersbezüge. Seit Jahresmitte erhalten sie in den neuen Bundesländern 6,12 Prozent und in den alten 5,35 Prozent mehr Geld. Wie stark die Renten zum 1. Juli 2023 angepasst werden, zeigt der Entwurf des sogenannten Rentenversicherungsberichts 2022, der unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Rentenerhöhung 2023 liegt demnach voraussichtlich im Westen bei 3,5 Prozent und im Osten bei 4,2 Prozent.

Final sind diese Werte noch nicht. Denn für eine endgültige Aussage braucht das Arbeitsministerium die Daten zur Lohnentwicklung 2022. Diese werden im Frühjahr vorliegen. Das Arbeitsministerium rechnet aktuell mit einem Bruttolohnanstieg von 4,5 Prozent.

Rentenerhöhung 2023: Mehr Geld für Rentner

Bruttorente bis Juni 2023Bruttorente ab Juli 2023 – WestBruttorente ab Juli 2023 – Ost
1.000 Euro1.035 Euro1.042,00 Euro
1.200 Euro1.242 Euro1.250,40 Euro
1.400 Euro1.449 Euro1.458,80 Euro
1.600 Euro1.656 Euro1.667,20 Euro
1.800 Euro1.863 Euro1.875,60 Euro

Gut gefüllte Rentenkasse: Beitragssatz bleibt länger stabil

Der Rentenversicherungsbericht beinhaltet nicht nur die guten Nachrichten für Senioren. Auch für Beitragszahler gibt es Positives zu vermelden. So steht die gesetzliche Rentenversicherung finanziell besser da als noch im letzten Jahr. Das hat verschiedene Gründe:

  • Durch die hohe Inflation steigen die Löhne, was wiederum mehr Einnahmen für die gesetzliche Rentenversicherung bedeutet.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze ist gestiegen, sodass von höheren Einkommen Rentenbeiträge gezahlt werden.
  • Durch eine erhöhte Sterblichkeit, insbesondere wegen der Corona-Pandemie, sind die Ausgaben gesunken.

Aufgrund der guten Finanzlage kann der Rentenbeitrag bis 2026 stabil bei 18,6 Prozent gehalten werden. Im letzten Rentenversicherungsbericht gingen die Experten noch davon aus, dass der Beitragssatz bereits 2024 auf 19,5 Prozent angehoben werden müsste.

Arbeitsminister will Rentenniveau längerfristig stabilisieren

Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass der Rentenbeitrag bis 2025 nicht über 20 Prozent liegen darf. Gleichzeitig darf das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen. Aktuell plant Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine Reform, um das Rentenniveau auch „deutlich über 2026 hinaus“ bei 48 Prozent zu stabilisieren, sagte er der Bild am Sonntag. Die Beitragsentwicklung werde man dabei im Blick haben, so Heil.