Berufsunfähigkeits-
versicherung
Ratgeber

Sollte ich als Arzt eine BU abschließen? Was hat es mit der Infektionsklausel auf sich? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ärzte besonders hohem Stress ausgesetzt

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet Ärzten eine finanzielle Sicherheit, die bereits dann greift, wenn sie nur teilweise eingeschränkt sind. Zwar erhalten Mediziner auch durch ihre berufsständische Versorgung einen soliden Schutz. Diesen können sie jedoch nur in Härtefällen beanspruchen. So wird die private BU deutlich häufiger benötigt und ist eine sinnvolle zusätzliche Absicherung für Ärzte.

Berufsunfähigkeitsversicherung Ärzte
Berufsunfähigkeitsversicherung:
Ärzte meist in niedriger Risikogruppe.

Das Risiko von Berufsunfähigkeit bei Ärzten

Ärzte sind in ihrem Beruf einem besonders hohen täglichen Stress ausgesetzt. Sie tragen eine stetige Verantwortung für das Leben anderer, müssen Nachtdienste und Überstunden leisten und oft auf Abruf innerhalb von Minuten verfügbar und einsetzbar sein. Die körperliche und vor allem mentale Belastung ist dabei sehr hoch. Diese Tatsache steigert gleichzeitig die Gefahr einer Berufsunfähigkeit.

Eine Studie der Deutschen Ärzteversicherung (Stand: 03/2015) zeigt, dass bei rund 31 Prozent der berufsunfähigen Ärzte die Ursache in einer psychischen Erkrankung liegt. Bei 29 Prozent aller von Berufsunfähigkeit betroffen Ärzte ist Krebs der Grund dafür, dass sie ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können. Jeder Arzt sollte sich dieses Risikos bewusst sein und frühzeitig für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen.

Versorgungswerk vs. private Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte

Der Berufsunfähigkeitsschutz für Ärzte wird, neben einem möglichen und geringen Anteil aus der staatlichen Erwerbsminderungsrente, in erster Instanz von der berufsständischen Versorgung geleistet. Ärzte sind gesetzlich dazu verpflichtet, Mitglied in einem Versorgungswerk zu werden. Eine zusätzliche finanzielle Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Ärzte sinnvoll und erfolgt freiwillig.

  • Kosten

Ein Versorgungswerk ist dazu verpflichtet, den Arzt auch dann zu versichern, wenn er bereits Vorerkrankungen hat. Im Gegensatz dazu führt die private Berufsunfähigkeitsversicherung eine Risikoprüfung mit Gesundheitsfragen durch und kann den Abschluss eines Vertrages verweigern. Für beide Formen der Vorsorge werden Beiträge fällig. Ärzte sollten die private Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst früh abschließen: Je niedriger das Beitrittsalter, desto weniger müssen Versicherte für ihren Schutz bezahlen.

Beim Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Ärzte darauf achten, dass der Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit mindestens bis zum geplanten Eintritt in die Rente besteht. Zwar geht eine kurze Versicherungsdauer auch mit günstigeren Prämien einher. Eine Vertragslaufzeit bis zum 60. Lebensjahr ist jedoch deutlich zu kurz, da die meisten Fällen von Berufsunfähigkeit bei Ärzten erst nach diesem Alter eintreten.

  • Leistungen

Der wichtigste Unterschied zwischen Versorgungswerk und privater Berufsunfähigkeitsversicherung liegt in den Bedingungen für die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente. Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte leistet ein Versorgungswerk oft erst dann, wenn der Arzt zu 100 Prozent in sämtlichen ärztlichen Tätigkeiten berufsunfähig ist beziehungsweise wenn er sein Existenzminimum nicht mehr sichern kann. Wenn das Mitglied beispielsweise seinen Beruf als Chirurg nicht mehr ausüben kann, aber noch in der Lage ist, angehende Fachärzte zu unterrichten, zahlt das Versorgungswerk keine Rente.

Die meisten privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen Ärzten hingegen bereits dann eine BU-Rente, wenn sie über eine Mindestdauer von sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind. Hier liegt der entscheidende Vorteil der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte. Während eine teilweise Berufsunfähigkeit deutlich öfter eintritt, passiert es selten, dass ein Arzt überhaupt nicht mehr in seinem Berufsfeld arbeiten kann. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung hilft Ärzten daher häufiger als das Versorgungswerk.

Infektionsklausel wichtiger Zusatz für Ärzte

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ärzte schließen in ihren Policen die sogenannte Infektionsklausel ein. Damit kann die Versicherung auch Leistungen für den Fall anbieten, dass der Arzt aufgrund einer von ihm ausgehenden Ansteckungsgefahr für Patienten nicht in seinem Beruf arbeiten darf. Das behördliche Tätigkeitsverbot muss dafür bei den meisten Anbietern mindestens sechs Monate lang andauern. Die genauen Bedingungen der Infektionsklausel können von Versicherung zu Versicherung variieren, prinzipiell ist sie aber sinnvoll.

Nachteilig ist hingegen eine sogenannte Umorganisationsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ärzte sollten darauf achten, dass die Versicherungsgesellschaft die Berufsunfähigkeitsrente nicht verweigern kann, indem sie etwa eine personelle Umstrukturierung der Arztpraxis oder eine betriebliche Umorganisation fordert, welche die Berufsfunähigkeit wieder aufheben könnte. Eine weitere Klausel, welche die private Berufsunfähigkeitsversicherung auf keinen Fall enthalten sollte, ist die abstrakte Verweisung. Auch hier kann die Versicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung Leistung verweigern und den Arzt auf die Ausübung eines anderen, zumutbaren Berufes verweisen.

Warum lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte?

Um ihren Beruf als Arzt aufnehmen zu können, ist die Regelstudienzeit bei Medizinern länger als bei anderen Akademikern. Im Anschluss folgt in der Regel eine jahrelange Ausbildung zum Facharzt. Während der gesamten Dauer der medizinischen Ausbildung investieren Ärzte bereits viel Zeit und Geld, um ihr Karriereziel zu erreichen. Möchten sie später eine Praxis gründen, wird dazu meist ein Darlehen bei der Bank benötigt, welches in den folgenden Jahren abbezahlt werden muss. Der berufliche Weg des meisten Ärzte ist also von einem sehr hohen zeitlichen, nervlichen und finanziellen Aufwand geprägt. Er erfordert eine große Verantwortung für das Leben anderer Menschen und ein hohes Maß an Überzeugung.

Umso schmerzhafter ist es für Ärzte, wenn sie ihrem eigenen Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr nachgehen können. Damit sie nicht genötigt sind, eine andere Tätigkeit aufzunehmen, die ihrem Status und ihrer Qualifikation nicht entspricht, sollten Ärzte für privaten Schutz bei Berufsunfähigkeit sorgen. Von der Berufsunfähigkeitsversicherung werden Ärzte oft der niedrigsten Risikogruppe zugeordnet.

Dies bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen Berufsgruppen für dieselben Leistungen deutlich geringere Prämien zahlen müssen. Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich für Ärzte daher in vielerlei Hinsicht. Nur eine BU-Police kann den Arzt davor bewahren, einen anderen als genau den Beruf auszuüben, auf den er sich jahrelang spezialisiert hat.

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