Impfung beim Hund: Welche Kosten entstehen dabei?

Es gibt zwar Pflichtimpfungen für Hunde, aber keine Impfpflicht für Hunde in Deutschland. Dennoch sollte jeder Vierbeiner vor einigen gefährlichen Hundekrankheiten geschützt sein. Die Kosten für die Schutzimpfungen fallen je nach Impfstoff unterschiedlich aus.

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Dieser Ratgeber zum Thema Impfung beim Hund beantwortet folgende Fragen:

Warum sind Impfungen beim Hund sinnvoll?

Schutzimpfungen sind in der Medizin eine anerkannte Methode, um sowohl den eigenen Hund als auch andere Tiere vor schwerwiegenden bis tödlichen Hundekrankheiten optimal zu schützen. Zugegeben: Nicht jede Impfung ist immer sinnvoll. Dennoch ist es für Hundebesitzer empfehlenswert, zumindest die sogenannten Pflichtimpfungen vornehmen zu lassen. Diese schützen nicht nur den Hund, sondern sie helfen, die Ausbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten einzudämmen.

Welche Kosten entstehen bei einer Impfung für den Hund?

Die Kosten für die Impfung eines Hundes ergeben sich aus der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Je nach Tierarztpraxis, Impfung und berechneten Gebührensatz fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus. Trotz Gebührenordnung gibt es also keine Festpreise beim Tierarzt.

In der GOT sind jeweils die Kosten für einzelne Behandlungsschritte aufgelistet, etwa das Verabreichen einer Injektion. Die folgende Tabelle zeigt, wie viel es kostet, wenn der Tierarzt eine Impfung vornimmt – nur für den reinen Impfvorgang. Auf der Tierarztrechnung würden noch die Gebühren für die allgemeine Untersuchung des Hundes und die Kosten für den jeweiligen Impfstoff hinzukommen.

Kosten für das Verabreichen einer Injektion für Hund, Katze oder Frettchen

GOT1-facher Gebühren­satz2-facher Gebühren­satz3-facher Gebühren­satz
Durch­führung der Impfung4,49 Euro / 11,50 Euro*8,98 Euro / 23 Euro*13,47 Euro / 34,50 Euro*

* Gebührenhöhe nach der Neufassung der GOT, gültig ab Oktober 2022

Abhängig davon, gegen welche Krankheit der Hund geimpft wird, fallen unterschiedliche Preise an. Die Kosten für eine Tollwutimpfung belaufen sich beispielsweise auf etwa 30 Euro.

Üblicherweise werden Kombi-Impfungen durchgeführt, bei denen der Hund gleich gegen mehrere Krankheiten geimpft wird. Bei einer Kombi-Impfung gegen beispielsweise Staupe, Parvovirose, HCC, Tollwut, Leptospirose und Zwingerhusten ist mit circa 60 bis 70 Euro zu rechnen.

Achtung:

Ab Oktober 2022 wird es für Hundebesitzer beim Tierarzt teurer. Denn die Gebührenordnung der Tierärzte wird überarbeitet. Dadurch steigen für viele Behandlungen und Untersuchungen die Kosten.
Wer sich die Kosten sparen möchte und regelmäßig Impfen lässt, der sollte sich mit einer Hundekrankenversicherung im Vollschutz beschäftigen. Je nach Versicherer deckt diese die Kosten für Impfungen ab.

Welche Impfungen für Hunde sind die wichtigsten?

Bei den Impfungen für Hunde unterscheiden Tierärzte zwei Formen:

Core-Impfungen:

Impfungen, die jeder Hund unbedingt haben sollte

Non-Core-Impfungen:

Impfungen, die nur bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko nötig sind (Wahlimpfungen)

Die Core-Impfungen sind auch als sogenannte Pflichtimpfungen bekannt.
Non-Core-Impfungen sind im Unterschied dazu Wahlimpfungen. Diese Bezeichnungen sind irreführend, vor allem der Begriff Pflichtimpfung. Denn in Deutschland gibt es keine Impfpflicht für Hunde. Der Name weist lediglich darauf hin, wie wichtig und nötig dieser Impfschutz für jeden Vierbeiner ist.

Core-Impfungen: Gegen diese Krankheiten sollte Ihr Hund geschützt sein

Bei einigen Hundekrankheiten ist eine Impfung unumgänglich. Gemeint sind hochgradig ansteckende bakterielle oder virale Krankheiten. Krankheitsüberträger sind dabei häufig Wildtiere, die die schwerwiegenden Erkrankungen auf den geliebten Hund übertragen – und sogar den Tod des tierischen Freundes bedeuten können.

Zu den unverzichtbaren Impfempfehlungen gehören Immunisierungen gegen

  • Staupe,
  • Parvovirose und
  • Leptospirose.

Hinweis: Früher gehörten auch die Hundekrankheiten Hepatitis Contagiosa Canis (HCC) und Tollwut zu dieser Gruppe. Laut der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) vom November 2021 gelten Impfungen gegen diese Krankheiten nicht mehr als Core-Impfung. Denn die Ansteckungsgefahr ist in Deutschland flächendeckend zurückgegangen. Im Fall von HCC wird der Impfstoff meist in einem Kombi-Präparat mit verabreicht.

Ein Schutz gegen Tollwut ist bei Auslandsreisen Pflicht. Eine Impfung gegen diese beiden Hundekrankheiten gehört also meist zum Standard-Impfschutz für Hunde dazu, ganz unabhängig von den Empfehlungen der Kommission.

Nur gesunde Hunde impfen lassen

Hunde dürfen nur geimpft werden, wenn sie gesund, entwurmt und sowohl innerlich als auch äußerlich frei von Parasiten sind. Insbesondere bei Welpen sollten Hundehalter vor einer Impfung zur Grundimmunisierung eine Wurmkur durchführen.

Non-Core-Impfungen für Hunde: Welche sind sinnvoll?

Auch Non-Core-Impfungen beruhen auf freiwilliger Basis. Sie schützen vor allem vor Infektionen, die regional verbreitet sind. So kann beispielsweise eine Borreliose-Impfung für Hunde sinnvoll sein, die in zeckenreichen Gebieten leben oder wenn eine Urlaubsreise in eine solche Gegend ansteht.

Hunde, die im Zwinger gehalten werden, sollten wiederum vorsichtshalber mit einer Impfung vor Zwingerhusten geschützt werden. Besonders hier lauert die Gefahr, dass der Hund mit gefährlichen Krankheitserregern in Berührung kommt.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Nutzen und die Risiken einer solchen Impfung gründlich abzuwägen. Gerne unterstützen die Tierärzte mit ihrem Fachwissen, ob und wann eine Non-Core-Impfung Sinn macht.
Gegen diese Hundekrankheiten ist ein Non-Core-Impfschutz möglich:

  • Babesiose
  • Bordetella-Infektionen
  • Borreliose
  • Canines Herpes-Virus
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC)
  • Leishmaniose
  • Pilzinfektionen
  • Tollwut
  • Zwingerhusten (Parainfluenza)

Impfplan: Wann und wie oft sollte der Hund geimpft werden?

Hundehalter sollten sich rechtzeitig um einen Impfschutz für ihren vierbeinigen Schützling kümmern. Etwa ab der achten Lebenswoche sollten Welpen die erste Impfung zur Grundimmunisierung erhalten. Zu diesem Basis-Impfschutz zählen alle Impfungen, die ein junger Hund in den ersten beiden Lebensjahren erhält.

Impfplan zur Welpen-Grundimmunisierung nach Empfehlung der StIKo Vet

AlterImpfung gegen:
8 WochenLeptospirose, Parvovirose, Staupe
12 WochenLeptospirose, Parvovirose, Staupe
16 WochenParvovirose, Staupe
15 MonateLeptospirose, Parvovirose, Staupe

Quelle: Impfleitlinie Tierärzteverband

Zu Beginn wird die Impfung also im Abstand von etwa vier Wochen regelmäßig aufgefrischt. Die vierte Impfung bekommt der Hund im Alter von etwa einem Jahr. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.

Welche Impfungen für den Hund sind zur Auffrischung nötig?

Der Basis-Impfschutz aus den ersten beiden Lebensjahren reicht nicht für ein ganzes Hundeleben. In regelmäßigen Abständen ist eine Auffrischung nötig. Für die Core-Vakzine empfehlen die Veterinärmediziner der StIKo Vet folgende Impfintervalle:

  • Jährliche Wiederholung der Impfung gegen Leptospirose
  • Impfung alle drei Jahren gegen Staupe und Parvovirose

Bei der Tollwutimpfung hängt die Wiederholung davon ab, welcher Impfstoff verwendet wurde. Bei dieser Frage kann der Tierarzt am besten weiterhelfen.

Kritik: Sind die vielen Auffrischungsimpfungen beim Hund wirklich nötig?

Kritische Haltungen gegenüber der Sinnhaftigkeit von Impfauffrischungen kennen viele durch die Corona-Erfahrung. Auch bei der Impfung von Hunden gibt es Stimmen, die dagegen sprechen. Denn jede Impfung ist auch eine Belastung für das Immunsystem des Hundes.

Einige Tierärzte sprechen sich gegen einen festgelegten Impfplan für alle Hunde aus. Sie befürworten stattdessen, regelmäßig einen sogenannten Titer-Test durchzuführen. Dieser Nachweis zeigt, wie viele Antikörper gegen den Krankheitserreger noch im Blut des Hundes vorhanden sind. Daran lässt sich entscheiden, ob eine erneute Impfung sinnvoll ist oder nicht.

Welche Nebenwirkungen haben Impfungen bei Hunden?

Ähnlich wie wir Menschen leidet auch der tierische Freund unter möglichen Impfnebenwirkungen. Neben Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit gehören zu den gefürchtetsten Nebenwirkungen:

Welche Reiseimpfung braucht der Hund für das Ausland?

Je nachdem, welches Reiseziel Hundehalter anvisieren, sind andere Vorschriften für Impfungen von Hunden zu beachten. Die Tollwutimpfung ist der wichtigste Impfschutz bei Reisen mit Hund ins europäische Ausland. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Hund ergänzend dazu alle anderen Impfungen vorweisen, die als Core-Impfung gelten.

Tipp: Ab in den Urlaub: Wann muss die Impfung vor der Reise erfolgen? 

Impfungen müssen mindestens 30 Tage vor der Einreise in ein anderes Land erfolgt und dürfen nicht älter als ein Jahr sein. Zu beachten ist außerdem, dass manche Länder nationale Sonderregelungen für die Einreise mit Hund verhängt haben.

Impfung beim Hund: Welche Versicherung kommt für die Kosten auf?

Damit der Hund ein glückliches und vor allem gesundes Leben führen kann, sollte er regelmäßig geimpft werden. Alle Impfungen sind in einem Impfpass dokumentiert, den jeder Hund erhält.

Für die Kosten einer Impfung kommt der Hundebesitzer auf. Hand aufs Herz: die wenigstens Hundehalter legen speziell für Hundeimpfungen regelmäßig Geld auf die Seite.

Im Versicherungsbereich gibt es daher die Möglichkeit, eine Hundekrankenversicherung abzuschließen. Mit einer solchen Absicherung sorgen Halter dafür, dass die Impfkosten für ihren Hund bezahlt werden. Das ist vor allem in dann wichtig, wenn unverhoffte Ausgaben anstehen und ein finanzieller Engpass auftritt. An der Gesundheitsversorgung für den geliebten Vierbeiner brauchen Hundehalter dann nicht sparen. Ein guter Tarif kommt dabei im Rahmen ihres Vorsorgeschutzes für Impfungen auf.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Kostenschutz bei großen Operationen oder teuren Tierarztbehandlungen Vorrang hat. Hundehalter, die allerdings viel Wert auf regelmäßige Impfungen legen, finden mit dem kostenlosen Vergleichsrechner schnell und unkompliziert Hundekrankenversicherungen, die für Schutzimpfungen aufkommen.

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