Gesetzliche Rentenversicherung

Jahr für Jahr sinkende Rentenbezüge
Gesetzliche Rentenversicherung
  • Rentenniveau wird in Zukunft sinken
  • Ab 2030 nur noch 43 Prozent vom Einkommen
  • Rente für Jahrgänge ab 1947 mit 67
  • Zahlreiche private Vorsorgemöglichkeiten nutzen

Was leistet die gesetzliche Rentenversicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung soll eine Alterssicherung bieten. Rentenversicherte zahlen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, die ihnen dann im Alter eine monatliche Rentenzahlung sichert. Doch einer steigenden Zahl von Menschen im Rentenalter stehen immer weniger Beitragszahler gegenüber, sodass die gesetzliche Rente bestenfalls noch als Grundsicherung betrachtet werden kann.

Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung

In erster Linie dient die gesetzliche Rentenversicherung der Alterssicherung von Beschäftigten, freiwillig Versicherten und anderen Personen, die der Versicherungspflicht unterliegen. Daneben bietet die gesetzliche Rentenversicherung die Zahlung einer Erwerbsunfähigkeitsrente, die jedoch sehr gering ausfällt. Außerdem werden Leistungen zur Rehabilitation erbracht oder, falls der Versicherte stirbt, eine Hinterbliebenenrente gezahlt. Letztes kann in Form einer Witwenrente oder einer Halb- bzw. Vollwaisenrente geschehen.

Übergangsgeld

Das Übergangsgeld der gesetzlichen Rentenversicherung sichert den Betroffenen während der Rehabilitation finanziell ab. Eine medizinische Rehabilitation bezeichnet laut Deutscher Rentenversicherung eine Maßnahme, mit der „eine erheblich gefährdete oder bereits geminderte Erwerbsfähigkeit“ verbessert oder zumindest von einer Verschlechterung bewahrt wird.

Arbeitnehmer bekommen das Übergangsgeld, wenn sie keine Lohnfortzahlungen mehr erhalten. Dies ist meist nach sechs Wochen der medizinischen Rehabilitation der Fall. Das Übergangsgeld setzt sich zusammen aus der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge und einem prozentualen Betrag des letzten Nettoeinkommens. Je nach Versicherungsnehmer ergibt sich ein anderer Prozentsatz:

  • Versicherte ohne Kinder erhalten 68 Prozent des letzten Arbeitsentgeltes
  • Rentenversicherte, die Kinder mit Kindergeldanspruch haben, erhalten 75 Prozent des letzten Arbeitsentgeltes
  • freiwillig Versicherte oder Selbständige, die in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, bekommen 80 Prozent des Einkommens, auf das sie im Vorjahr Beiträge gezahlt haben

Beitragssatz

Seit 2015 beträgt der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung 18,7 Prozent. Für 2017 ist keine Erhöhung des Beitragssatzes geplant. Dieser wird zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezahlt. Um Anspruch auf die Rente im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit zu haben, muss derzeit also monatlich 9,35 Prozent des Bruttoeinkommens in die Rentenversicherung gezahlt werden. Jedoch gilt dieser Prozentsatz nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Alles, was darüber hinaus verdient wird, ist für die Beitragszahlung unerheblich. Das bedeutet, dass im Jahr 2017 maximal

  • 76.200 Euro (West)
  • bzw. 68.400 Euro (Ost)

für die Zahlung des Versicherungsbeitrags relevant sind. Jährlich wird diese Beitragsbemessungsgrenze an die Lohnentwicklung angepasst.

 

Redaktions-Tipp

Die Rente mit 67 gilt für Sie nicht, wenn Sie vor dem 01.01.1947 geboren sind. In dem Fall gehen Sie mit 65 in Rente. Doch ab dem Geburtsjahrgang 1947 erfolgt die Anhebung dieser Altersgrenze in Ein-Monatsschritten. Für Jahrgänge ab 1958 wird sie in Zwei-Monatsschritten erhöht. Daraus folgt, dass für alle ab Jahrgang 1964 die Altersgrenze von 67 Jahren gilt.

Freiwillige Rentenversicherung

In die gesetzliche Rentenversicherung dürfen sich alle freiwillig versichern, die versicherungsfrei sind oder von der Versicherungspflicht befreit wurden, wie zum Beispiel Beamte. Mit einer freiwilligen Versicherung besteht die Möglichkeit, den Versicherungsschutz für eine Erwerbsminderungsrente aufrecht zu erhalten, falls bereits in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurde.

Personen, die einen Antrag auf die freiwillige Rentenversicherung stellen, müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Eine Wartezeit gibt es nicht mehr. Das heißt, vor Beginn der freiwilligen Versicherung muss nicht mehr für fünf Jahre eine Pflichtversicherung bestanden haben. Da freiwillige Beiträge nur geringe Rentensteigerungen bewirken, lohnt es sich vielmehr, mit einer freiwilligen Rentenversicherung die fehlenden Beitragsmonate auszugleichen, die für einen Anspruch auf die Altersrente nötig sind.

Für freiwillig Versicherte gibt es keinen festgelegten Beitrag, den sie zahlen müssen. Der Rentenbeitrag muss sich lediglich zwischen dem monatlichen Mindestbeitrag von 84,15 Euro und dem monatlichen Höchstbeitrag von 1.159,40 Euro befinden. Auch kann die Beitragszahlung zwischendurch unterbrochen werden.

Gesetzliche Rentenversicherung
Lebensstandard halten
mit privater Altersvorsorge

Rentenversicherung für Selbständige

Wer als Selbständiger nicht in die Rentenversicherung zahlt, hat die Möglichkeit, die Versicherungspflicht innerhalb von fünf Jahren nach Tätigkeitsaufnahme zu beantragen. Während den ersten drei Jahren der Selbständigkeit muss nur der halbe Regelbeitrag gezahlt werden. Für 2016 beträgt dieser jährlich 271,62 Euro in Westdeutschland und 235,62 Euro in Ostdeutschland. Danach kann zwischen dem Regel- und dem einkommensgerechten Beitrag gewählt werden.

  • Regelbeitrag: 543,25 Euro (West) bzw. 471,24 Euro (Ost)
  • Einkommensgerechter Beitrag: Richtet sich nach letztem Einkommensteuerbescheid

Bestimmte Berufsgruppen dürfen nur einkommensgerechte Beiträge entrichten. Dazu gehören beispielsweise Künstler, Seelotsen und Publizisten. Ebenso müssen bestimmte Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Dies sind:

  • Pflegepersonen
  • Selbständige, die nur einen Auftragsgeber haben
  • Hebammen
  • Selbständige Handwerker
  • Künstler
  • Publizisten
  • Personen, die zur Existenzgründung von der Bundesagentur für Arbeit bezuschusst werden

Pläne zur generellen Rentenversicherungspflicht für alle Selbständigen kamen schon oft zu Sprache. Weitere Information dazu finden Sie hier.

 

Stolperfalle

Um Anspruch auf den Erwerbsminderungsschutz der gesetzlichen Rentenversicherung zu haben, muss bei der Deutschen Rentenversicherung innerhalb von 24 Monaten nach Ende der versicherten Beschäftigung ein Antrag eingegangen sein.

Steuer

Seit 2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Dieses besagt, dass die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung anteilig versteuert wird. Maßgeblich ist dabei das Jahr des Rentenbeginns. Personen, die 2005 in Rente gegangen sind, müssen 50 Prozent der Jahresbruttorente versteuern. Jahr für Jahr steigt der steuerpflichtige Anteil um zwei Prozent an. Ab 2020 erhöht er sich um ein Prozent, bis im Jahr 2040 die Rente komplett versteuert werden muss.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Übersteigt der steuerpflichtige Anteil der Rente nicht den Grundfreibetrag von momentan 8.652 Euro für Ledige und 17.304 Euro für Verheiratete, bleibt die Rente von der Steuerregelung verschont.

Gesetzliche Rentenversicherung leistet immer weniger

Die Deutsche Rentenversicherung hat eine starke Senkung des Nettorentenniveaus berechnet. Dieses Niveau zeigt das Verhältnis einer Durchschnittsrente nach 45 Erwerbsjahren zum durchschnittlichen Nettoeinkommen auf. Derzeit schätzt die Deutsche Rentenversicherung das aktuelle Nettorentenniveau auf gerade mal rund 50 Prozent. Im Jahr 2030 soll es nur noch bei einer Untergrenze von 43 Prozent liegen. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, der 45 Jahre lang gearbeitet hat und 2030 in Rente geht, wird demnach weniger als 938 Euro als Altersrente erhalten.

Service: Um einen Überblick über weitere Möglichkeiten der Altersvorsorge zu gewinnen, lohnt sich ein Blick auf die private Rentenversicherung Tests.

Private Altersvorsorge wichtig

Die gesetzliche Rentenversicherung kann im Alter Ihren gewohnten Lebensstandard nicht finanzieren. Im Durchschnitt bekommt ein deutscher Rentner nur etwa 800 bis 900 Euro gesetzliche Rente ausbezahlt. Betroffen von zu niedrigen Zahlungen sind alle künftigen Rentner und gerade Menschen, für die die Rente mit 67 gilt. Eine private Altersvorsorge ist daher unverzichtbar. Die wichtigsten Formen sind:

• die betriebliche Altersvorsorge (für Arbeitnehmer)
• die Riester-Rente (für gesetzlich Rentenversicherte und deren Ehepartner)
• die Rürup-Rente (für Selbständige und Gutverdiener)
• die private Rentenversicherung (für alle Kundengruppen)
• die Lebensversicherung (für alle Kundengruppen)

Kostenlose Beratung

Die betriebliche Altersvorsorge, die Riester Rente sowie die Rürup Rente bieten eine umfassende Förderung Ihrer Altersvorsorge. Ermitteln Sie mit der Hilfe eines Beraters, welche Form der Altersvorsorge für Sie optimal ist. Um sich ideal abzusichern, empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen unserer Experten. Dieser wird Ihnen dabei helfen, die für Sie optimale Ergänzung zur gesetzlichen Rente zu finden.

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