Baufinanzierung ohne Eigenkapital

Alternative zu langen Ansparphasen
Baufinanzierung ohne Eigenkapital
  • Gründe für die Vollfinanzierung
  • Gebühren für Notar, Steuern, Maklerkosten etc. berücksichtigen
  • Höhere Tilgungsrate wählen und Zinslast verringern
  • Für junge Familien ohne Rücklagen

Baufinanzierung ohne Eigenkapital verwirklichen

Wer den Traum vom Eigenheim noch im Jahr 2016 verwirklichen will und eine Baufinanzierung anstrebt, dem wird oft geraten einen möglichst hohen Eigenanteil an den Baukosten bereits angespart zu haben. Denn wenn das Eigenkapital sehr hoch ausfällt, sind oft bessere Konditionen für das Baudarlehen möglich. Es gibt jedoch auch Gründe für eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital.

Vollfinanzierung als Alternative zu langen Sparphasen

Die Vollfinanzierung einer Immobilie ist noch immer eher der Ausnahme als die Regel. Vor einigen Jahren noch galten zwanzig Prozent Eigenkapital als magische Grenze – wer diese Summe nicht mindestens aufweisen konnte, hatte meist keine Chance auf eine Baufinanzierung. Dies hat sich jedoch gewandelt. Mittlerweile gibt es einige Anbieter, die neben der klassischen auch eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital anbieten.

Bei dieser Form der Baufinanzierung wird der gesamte Objektwert in einem Darlehen finanziert, ohne dass eine vorherige Ansparphase notwendig wird. Dieses Vorgehen hat einige Vorteile, sollte aber aufgrund der höheren finanziellen Belastung genau durchdacht sein.

Baufinanzierung über 100 Prozent

Insbesondere bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital sollten Sie bedenken, dass nicht nur der Immobilienwert bzw. die Baukosten aufgebracht werden müssen. Daneben gibt es zahlreiche andere Kosten, wie Gebühren für den Notar, Steuern, Maklerkosten etc., die bei der Berechnung der Darlehenssumme oft vergessen werden. Ist diese allerdings zu niedrig angesetzt, kann es im Nachhinein zu finanziellen Engpässen kommen, die gerade durch die Baufinanzierung ohne Eigenkapital verhindert werden sollten. Daher wird auch oft von einer Baufinanzierung im Rahmen von 105 oder 110 Prozent gesprochen. Die Prozentangabe bezieht sich dabei auf den Bau- bzw. Immobilienwert und gibt den tatsächlichen Umfang des Darlehens wieder, das nicht nur den Objektwert, sondern eben auch die Nebenkosten berücksichtigt.

Vollfinanzierung mit oder ohne Einkommensnachweis?

Für eine Vollfinanzierung sollten Sie sich nur dann entscheiden, wenn Sie sicher sein können, dass Sie das Darlehen in der Zukunft problemlos tilgen zu können. Viele Kreditinstitute ermöglichen diese Form der Baufinanzierung nur dann, wenn der Kreditnehmer einen entsprechenden Einkommensnachweis vorlegen kann – etwa in Form von Gehaltsabrechnungen oder Bilanzen. Aber auch eine Baufinanzierung ohne Einkommensnachweis ist möglich – in der Regel allerdings nur in einem begrenzten Rahmen. Anbieter, die eine Baufinanzierung ohne Einkommensnachweis bewerben, verlangen dann detaillierte Informationen zum Finanzierungsobjekt von ihren Kunden.

 

Stolperfalle

Gerade bei einer Vollfinanzierung wird von einer niedrigen, anfänglichen Tilgungsrate von beispielsweise einem Prozent abgeraten. Denn nur mit einer höheren Tilgungsrate kann man das Darlehen möglichst schnell abtragen und somit die Zinslast verringern. Allerdings sollte die Tilgungsrate auch nicht zu hoch angesetzt sein, sonst fällt die monatliche Belastung zu hoch aus.

Für wen lohnt sich eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital

Junge Familien mit einem hohen Einkommen, aber ohne größere Rücklagen, können von einer Vollfinanzierung profitieren, da für sie mehrere Jahre des Sparens entfallen. Während sie sonst auf die eigene Immobilie trotz finanzieller Sicherheit warten müssten, ermöglicht eine Vollfinanzierung den sofortigen Bau oder Erwerb eines Eigenheims bzw. einer Eigentumswohnung. Insbesondere dann, wenn die Immobilienpreise gerade vergleichsweise niedrig sind, kann es sich trotz höherer Zinsen lohnen, sich für die sofortige Finanzierung zu entscheiden. Denn steigen die Immobilienpreise erst wieder an, so können die Ersparnisse trotz niedrigerer Zinsen sehr schnell aufgebraucht sein. Erfahren Sie mehr zum Thema Bauzinsen.

Der Nachteil bei einer Vollfinanzierung besteht in den weitaus höheren Zinsen und der höheren Belastung durch die Tilgungsraten. Auch muss man als Kreditnehmer ein regelmäßiges und sicheres Einkommen vorweisen können, da es sonst schwer fallen dürfte, ein Finanzinstitut zu finden, das eine Vollfinanzierung bewilligt. Wer selbständig arbeitet, muss damit rechnen, dass die Auflagen noch strenger sind. Im Allgemeinen wird eine Vollfinanzierung nur bis zum etwa Achtfachen des Jahresnettoeinkommens bewilligt, da ein Darlehen darüber hinaus zu viele Risiken birgt.

 

Redaktions-Tipp

Insbesondere bei einer Vollfinanzierung ist es wichtig, ein allgemein niedriges Zinsniveau auszunutzen. Denn in einer solchen Niedrigzinsphase sind alle Finanzierungen günstiger – auch solche ohne Eigenkapital. Hier empfiehlt es sich, mit der Bank eine möglichst lange Zinsbindung von zehn bis 15 Jahren zu vereinbaren.

Vergleich aktueller Angebote

Vor der Entscheidung für eine oder mehrere Finanzierungsvarianten sind künftige Immobilienbesitzer gut beraten, einen ausführlichen Vergleich aktueller Finanzierungsangebote vorzunehmen. Nicht selten liegen die Unterschiede bei den Angeboten im kleinen – aber feinen – Detail. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die einzelnen Vorteile und Nachteile der Baufinanzierungsformen zu verstehen und nutzen Sie die Hilfe eines unabhängigen Finanzierungsprofis.

Beratung nutzen

Bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital kann man sich als Laie insbesondere bei der finanziellen Belastung durch die Tilgungsraten schnell verrechnen. Lassen Sie sich daher von einem unabhängigen Experten beraten und wählen Sie die Form der Finanzierung, die am besten zu Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen passt.

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