Mann föhnt sich die Haare
Aileen Rost
Aileen Rost

Texterin - Copy Writerin

Muttermale: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Deutsche, die Vorsorgemuffel: 40 Prozent drücken sich vor Kontrolluntersuchungen. Und dass, obwohl 3.000 Menschen jährlich an schwarzem Hautkrebs sterben – einer Krankheit, die mit einem auffälligen Muttermal beginnen kann. Menschen mit mehr als 40 Leberflecken haben laut Techniker Krankenkasse ein erhöhtes Krebsrisiko. Lassen Patienten ihr Muttermal untersuchen und entfernen, rücken sie der Gefahr aktiv zu Leibe.

Bei Hautflecken unterscheiden Dermatologen zwischen Pigmentflecken sowie Muttermalen und Leberflecken, übergeordnet Nävi genannt. Pigmentflecken sind oft hell und am ganzen Körper zu finden – Nävi hingegen fallen durch ihre (rot)braun-schwarze Färbung und mitunter erhabene und behaarte Struktur auf. Sie können zu bösartigen Tumoren reifen. Vorsorge ist deshalb das A&O.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet es, ein Muttermal entfernen zu lassen?

Muttermale sind entweder angeboren oder entstehen durch hormonelle Veränderungen wie eine Schwangerschaft oder im Lauf des Lebens durch zu häufige Sonnenbäder. Oft stören sich Patienten schlichtweg aus ästhetischen Gründen an den Hautveränderungen. Es kann aber auch medizinische Gründe haben, Muttermale untersuchen und entfernen zu lassen.

Denn Muttermale können „entarten“, sprich, sich zum Hautkrebs entwickeln. Um das zu verhindern, ist es ratsam das Risiko zu minimieren, indem regelmäßig kontrolliert und im Ernstfall das Muttermal entfernt wird.

Kostenübernahme bei der Muttermalentfernung

Je nach Größe, Position und Anzahl sowie abhängig von Methode und Arzt zahlen Patienten für die Muttermalentfernung zwischen 50 Euro und 150 Euro. Bei rein kosmetischen Eingriffen tragen Patienten die Kosten immer selbst, bei medizinischer Indikation die Krankenkassen.

Obwohl das Hautscreening ab 35 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, finanzieren sie nicht die deutlich genauere Untersuchung auffälliger Stellen mit dem Dermatoskop. Kassenpatienten tragen diese Gesundheitsleistung, kurz IGel, selbst.

Privatpatienten bekommen die Kosten von der privaten Krankenversicherung dagegen erstattet. Zudem sind es die Privatpatienten, deren Screenings teilweise auch schon vor dem 36. Lebensjahr kostenfrei durchgeführt werden – Kassenpatienten zahlen um die 50 Euro aus eigener Tasche.

Wann muss ich ein Muttermal entfernen lassen?

Patienten schätzen ganz leicht selbst ein, ob eine Untersuchung der eigenen Muttermale sinnvoll ist. Sie orientieren sich dabei an der geläufigen ABCDE-Regel, die ihnen mithilfe weniger Anhaltspunkte Hautveränderungen anzeigt.

Spätestens wenn Blutungen und Juckreiz entstehen oder sich die Größe des Mals verändert, ist der Besuch beim Arzt notwendig.

Tipp: Wie viele Muttermale kann man bei einer Sitzung entfernen lassen?

Je nachdem wie viele Muttermale mit welcher Methode entfernt werden sollen, können mehrere Sitzungen erforderlich werden. In der Regel ist nach einer Behandlung jedoch schon das gewünschte Ergebnis erreicht.

Ist die Entfernung eines Nävus gefährlich?

Wie bei allen operativen Eingriffen bleibt immer ein Restrisiko, dass sich Rötungen bilden, die Wunde infiziert, entzündet oder die Wundheilung nicht optimal verläuft und Narben entstehen. Wird unglücklicherweise ein Nerv bei der Muttermalentfernung verletzt, können sich betroffene Körperstellen kurzweilig wie langfristig taub anfühlen.

Welche Methoden eignen sich, um Muttermale zu entfernen?

Welche Methode angewendet wird, orientiert sich nicht nur an den offensichtlichen Charakteristika des Mals, sondern vor allem daran, welchen Befund die Untersuchung erbracht hat. Laserbehandlungen beispielsweise dürfen nicht bei bösartigen Nävi durchgeführt werden. Die Methode erreicht nicht alle betroffenen Gewebsschichten, der darunter liegende Hautkrebs wächst weiter.

Handelt es sich jedoch um eine gutartige Hautveränderung, kommen verschiedene Lasertypen zum Einsatz (CO2-Laser, Rubin-Laser) – je nachdem wie dunkel der Leberfleck ist. Der Laser zerstört gezielt die Hautzellen, die die braunen Farbpigmente enthalten. Fresszellen transportieren diese Partikel schließlich ab. Der gesamte Vorgang dauert je nach Anzahl und Größe der Muttermale nur wenige Minuten.

Stehen die zu behandelnden Leberflecke unter Verdacht bösartige Auswucherungen zu sein, zieht der Arzt die Exzision mittels Skalpell vor. Das heißt, dass die Muttermale zusammen mit etwas umliegendem Gewebe herausgeschnitten werden. Wie großzügig die Haut abgetragen wird, hängt davon ab, in wie viele Gewebsschichten der Nävi reicht. Die Behandlung erfolgt unter einer lokalen Betäubung und wird nach dem Abschluss entweder vernäht oder verklebt. Ob tatsächlich ein bösartiger Tumor entfernt wurde, wird anschließend geprüft.

Darüber hinaus, aber weniger gängig, ist die Entfernung von erhabenen Muttermalen durch einen Radiofrequenz-Cutter möglich. Dieser kauterisiert, also verbrennt, das überschüssige Gewebe mit Hilfe einer Drahtschlinge.

Gibt es eine Creme gegen Muttermale?

Für alle, die sich vor Laserbehandlung und Co. fürchten, gibt es mittlerweile diverse Cremes auf dem Markt. Sie versprechen die 100-prozentige Entfernung der Muttermale. Die Erfahrungsberichte sind sehr durchwachsen und schwanken zwischen guten Ergebnissen bis hin zu Klagen über Narben, Verbrennungen und rote Flecken. Die Anwendung sollte nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.