Hunde auf Hundespielwiese
Majlinda Freitag
Majlinda Freitag

Werkstudentin Redaktion

Kreuzbandriss beim Hund: Diese Kosten kommen auf Hundehalter zu

Ob klein, ob groß, ob jung, ob alt – ein Kreuzbandriss kann jeden Hund treffen. Ein abrupter Riss ist jedoch selten. Wesentlich häufiger zerfasert das Kreuzband Stück für Stück, bis es endgültig reißt. Im Normalfall kann das geschädigte Knie nur durch einen operativen Eingriff heilen. Dabei sind die Kosten für solch eine Operation für Hundehalter nicht zu unterschätzen.

Wenn der geliebter Vierbeiner erkrankt, leidet häufig die ganze Familie mit. Gerade ein Kreuzbandriss zählt zu den wohl schmerzvollsten Erfahrungen für die Fellnase. Mithilfe einer Operation können dem tierischen Partner nicht nur weitere Schmerzen erspart, sondern schwerwiegende Folgen rechtzeitig verhindert werden.

Dieser Magazinbeitrag liefert nützliche Information rund um einen Kreuzbandriss beim Hund. Welche Kosten entstehen für den Hundehalter, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wie lange dauert es, bis der tierische Freund wieder auf den Beinen steht?

Darum geht’s hier:

Was kostet ein Kreuzbandriss beim Hund?

Ein Kreuzbandriss beim Hund ist eine ernstzunehmende Angelegenheit, die Hundebesitzer nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Wird der Kreuzbandriss nicht richtig behandelt, müssen Hundebesitzer mit weitreichenden Folgeschäden rechnen. Arthrose beziehungsweise eine dauerhafte Lahmheit des geliebten Tieres sind dabei keine Seltenheit.

Je nachdem, für welche Behandlungsmethode sich Hundebesitzer entscheiden, müssen sie mit mehreren hundert Euro Tierarztkosten rechnen. Allein für die reine Operation können je nach Spezialist über 2.000 Euro anfallen.

Allerdings bleibt es nicht bei den genannten Kosten: Im Rahmen der Nachsorge sind häufig mehrere Arztbesuche erforderlich, in denen der Tierarzt den Heilungsprozess regelmäßig überprüft. Zusätzlich dazu fallen Kosten für notwendige Medikamente und Ausgaben für die Physiotherapie an.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten der Kreuzbandriss Operation?

Bei Kosten von bis zu 2.000 Euro müssen nicht wenige Hundebesitzer bei der Diagnose Kreuzbandriss ordentlich durchatmen. Zwar würden die meisten Halter ohne jedes Zögern eine geplante Neuanschaffung oder Urlaubsreise für das Familienmitglied opfern. Doch das muss nicht sein: Denn eine Hundekrankenversicherung oder eine Hunde-OP-Versicherung übernimmt die Kosten für die Operation eines Kreuzbandrisses.

Die Hundekrankenversicherung kommt für ambulante und stationäre Behandlungs- und OP-Kosten auf. Eine Hunde-OP-Versicherung ist im Vergleich dazu günstiger. Sie übernimmt jedoch nur die Operationskosten, nicht aber sonstige ambulante Behandlungen und Eingriffe.

Die Versicherer unterscheiden sich dabei, unter welchen Bedingungen und in welcher Höhe sie die Tierarztkosten erstatten. Entsprechend wichtig ist, mehrere Tarife miteinander zu vergleichen.

Welches ist die beste Behandlungsmethode: TTA oder TPLO?

TTA

Bei der TTA-Operation (Tibial Tuberosity Advancement) nimmt der Tierarzt beim Hund einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose vor. Bei dieser Operationsmethode wird durch eine Umstellung des Unterschenkels erreicht, dass das vordere Kreuzband nicht mehr erforderlich ist.

Abhängig davon, wie die Operation verlief, ist eine Nachoperation erforderlich. Aber trotz vorhandener Nachteile sind die Erfolge dieser chirurgischen Versorgung deutlich höher als bei anderen Behandlungsformen.

Je früher die TTA-Operation durchgeführt wird, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit auf Folgeschäden wie Arthrose und Meniskusschaden.

Für die OP müssen Hundebesitzer zwischen 1.400 Euro und 2.000 Euro einplanen. Auf sie kommen zusätzliche Kosten für Arzneimittel, Verbands- und Nahtmaterial zu.

TPLO

Neben der TTA ist die weitverbreitete TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) eine weitere Behandlungsmethode für einen Kreuzbandriss beim Hund. Bei dieser Methode wird der Knochen soweit mit einer speziellen Knochenplatte modifiziert, dass sich der Ober- und Unterschenkel bei Belastung nicht mehr verschieben können. Auch hier wird das gerissene Kreuzband selbst nicht operiert. Eine TPLO kann bis zu 2.000 Euro kosten.

Künstliches Kreuzband beim Hund einsetzen

Gerade bei kleineren Hunden wird oftmals ein künstliches Kreuzband eingesetzt, entweder direkt im Knie oder außerhalb des Gelenks (Tight Rope-Methode). Der entscheidende Nachteil dabei ist jedoch, dass die neuen Bänder wieder reißen können. Die Kosten belaufen sich auf bis zu 1.000 Euro.

Wie erkennt der Tierarzt einen Kreuzbandriss beim Hund?

Hegt der Hundehalter den Verdacht auf einen Kreuzbandriss bei seinem Hund, etwa weil dieser lahmt, muss er unverzüglich ein Tierarzt konsultieren, um mögliche Folgeschäden frühzeitig zu vermeiden

Ob tatsächlich ein Kreuzbandriss vorliegt, findet der Mediziner in der Regel mithilfe des sogenannten Schubladentests heraus. Mit diesem Verfahren wird die Beweglichkeit des Kniegelenks getestet. Dafür wird der Unterschenkel des Hundes in Richtung der Vorderbeine gezogen. Lässt sich der Unterschenkel ohne Widerstand wie eine Schublade nach vorne ziehen, liegt vermutlich ein Kreuzbandriss des vorderen Bandes vor. Im Vergleich zum vorderen Kreuzband reißt das hintere eher selten.

Bei größeren Hunden kann der Test aufgrund der höheren Muskelmasse allerdings zu verfälschten Ergebnissen führen. Daher wird zur Diagnose zusätzlich eine Röntgenaufnahme hinzugezogen.

Welche Symptomen deuten auf einen Kreuzbandriss hin?

Plötzliches Lahmen des Vierbeiners kann ein erster Hinweis auf einen Kreuzbandriss darstellen. Je nach Schwere der Lahmheit kann es zwar sein, dass sich der Hund in wenigen Tagen von alleine regeneriert, das angerissene Band jedoch bei der nächsten ruckartigen Bewegung plötzlich reißt. Zusätzlich dazu ziehen Hunde ihre Hinterbeine an.

Diese Symptome können außerdem auftreten:

Kreuzbandriss beim Hund: Operation oder nicht?

Ob der Vierbeiner nach einem Kreuzbandriss oder -anriss operiert werden sollte, hängt wesentlich von der Hunderasse ab. Kleine Hunde haben grundsätzlich die Möglichkeit, durch ein nicht-chirurgisches Verfahren behandelt zu werden. Spezielle Fütterung, Physiotherapie und Medikamente können eine schmerzfreie Belastung des Kniegelenks ermöglichen.

Verzichten Hundebesitzer jedoch auf eine Operation, gehen sie das Risiko eines Meniskusschadens oder anderer Folgeschäden ein. Schlimmstenfalls kann es durch falsche Belastung zu einem weiteren Kreuzbandriss in einem anderen Kniegelenk kommen. Hundehalter sollten sich daher genau zu den Vor- und Nachteilen einer konservativen Behandlungsmethode informieren.

Heilungsdauer beim Kreuzbandriss – wann ist mein Hund wieder fit?

Je nach Behandlungsmethode dauert die Heilungsdauer beim Kreuzbandriss zwischen vier Wochen und drei Monaten.

Diese Kriterien spielen außerdem eine entscheidende Rolle:

  • Wie schlimm war der Kreuzbandriss?
  • Welche der beiden Bänder war betroffen?
  • Wurde operiert?
  • In welcher körperlichen Verfassung befindet sich der Hund?
  • Wie alt und fit war der Vierbeiner vor der Operation?

Unabhängig davon, welche Behandlungsmethode angewandt wurde, müssen Hundebesitzer ihrem vierbeinigen Freund absolute Ruhe nach einem Kreuzbandriss gönnen. Schmerzmittel, konsequente Physiotherapie sowie Knorpelaufbaupräparate unterstützen den Heilungsprozess.