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Kapitallebensversicherung

Kombination aus Risikoschutz und Altersvorsorge
Kapitallebensversicherung
  • Zusatzvorsorge neben der gesetzlichen Rente
  • Vereinbarte Auszahlung im Todesfall
  • Große Kostenunterschiede der verschiedenen Angebote
  • Vorsicht vor zu hohen Verwaltungs- und Vertriebskosten
 

Was ist eine Kapitallebensversicherung?

Die Kapitallebensversicherung ist eine populäre Form der Vorsorge fürs Alter  und vor allem für Familien geeignet. Diese Form der Lebensversicherung bietet ein Zusatzeinkommen im Rentenalter oder zahlt in Ihrem Todesfall eine Summe an Ihre Angehörigen aus. Wenn Sie bereits in jungen Jahren mit dem Sparen beginnen, können Sie sich dadurch eine weitaus höhere Rente für das Alter sichern.

Risiko- und Kapitallebensversicherung im Vergleich

Im Bereich der Lebensversicherung gibt es Risiko- und Kapitallebensversicherungen. Beide Lebensversicherungen, die Risikolebensversicherung und die Kapitallebensversicherung, leisten in Ihrem Todesfall eine festgelegte Summe an Ihre Angehörigen. Eine Kapitallebensversicherung bietet darüber hinaus eine weitere Leistung: Durch Ihre Beiträge bauen Sie ein finanzielles Polster auf, das Ihnen im Rentenalter ausgezahlt werden kann. Während Sie sich mit einer Kapitallebensversicherung zusätzlich eine Vorsorge für den eigenen Lebensabend schaffen, lohnt sich die andere Form der Lebensversicherung, wenn Sie bereits privat für das Alter vorsorgen und sich nur um die finanzielle Absicherung Ihrer Angehörigen bemühen wollen.

Welche Vorteile bieten Kapitallebensversicherungen?

Lebensversicherung
Die Kapitallebensversicherung bietet eine
Mindestverzinsung von 1,75 %

Wenn Sie eine Kapitallebensversicherung wählen, die auch „kapitalbildende Lebensversicherung“ bezeichnet wird, profitieren Sie von einer stabilen Geldanlage fürs Alter und für Ihre Familie. Nicht nur die Absicherung Ihrer Lieben ist wichtig, sondern auch der Aufbau einer private Altersvorsorge, da die gesetzliche Rente wird immer geringer ausfallen wird.

Die von Ihnen gewählte Gesellschaft muss Ihre Beiträge sehr sicher investieren. Eine Kapitallebensversicherung garantiert Ihnen das eingezahlte Geld plus die gesetzliche Mindestverzinsung von 1,75 Prozent. Zusätzlich muss das Unternehmen einen Teil der erzielten Gewinne an Sie ausschütten. Umso besser das Unternehmen wirtschaftet, desto höher sind die Überschussbeteiligungen und damit Ihre spätere Rente. Die Prognosen dieser Beteiligungen können je nach Zinsniveau und Lage des Börsenmarktes schwanken, sodass Sie damit rechnen müssen, dass die sogenannten Ablaufleistungen niedriger sind als erwartet.

Was kostet eine Kapitallebensversicherung?

Die Kosten der diversen Kapitallebensversicherungen unterscheiden sich stark. Grundsätzlich bestehen die Beiträge aus drei Teilen. Am größten ist der Sparanteil, also der Teil Ihrer Beiträge, der direkt für Ihre spätere Rente verwendet wird. Hinzukommt der sogenannte „Risikoanteil“ einer kapitalbildenden Lebensversicherung. Dieser ist abhängig von Ihrem Sterberisiko, das wiederum auf Ihrer Gesundheit und Ihrem Alter beruht. Je jünger Sie bei Abschluss einer Kapitallebensversicherung sind, desto geringer fällt dieser Anteil aus. Der dritte Kostenfaktor einer Kapitallebensversicherung basiert auf Verwaltungs- und Vertriebskosten der Gesellschaft. Auch hier gibt es große Unterschiede, daher prüfen Sie bei der Auswahl der richtigen Versicherung auch immer, wie die Gesellschaft mit Ihrem Geld umgeht.

 

Spartipp

Vor Abschluss einer Kapitallebensversicherung sollten Sie die Versicherungssumme im Todesfall prüfen. Ist sie zu gering, sollten Sie einen anderen Tarif wählen oder zusätzlich eine Risikolebensversicherung wählen. So können Sie Ihre Familie solide absichern.

Lebensversicherungen im Test

Besonders Kapitallebensversicherungen stellen sehr langfristige Verpflichtungen dar. Aus diesem Grund ist es für Sie sinnvoll, sich vor Vertragsabschluss über die verschiedenen Angebote zu informieren. Verbraucherzeitschriften wie das zur Stiftung Warentest gehörende Magazin Finanztest oder Focus Money bieten immer wieder Testberichte auch zu Finanzprodukten wie Versicherungen. Ein solcher Test kann einen ersten guten Überblick über die Versicherungslandschaft geben. Sie ersetzen jedoch nicht die fachgerechte Beratung durch einen Experten.

Höhe der Auszahlung berechnen

Wie hoch die Auszahlungen aus der Kapitallebensversicherung ausfallen, hängt nicht nur von der Vertragslaufzeit und den monatlichen Beiträgen ab. Zwar erhalten Sie aufgrund der garantierten Verzinsung von 1,75 Prozent eine erste Orientierung über die Höhe der Auszahlung. Doch da die Rendite meist höher ausfällt und abhängig von der Beteiligung an den Überschüssen ist, kann ein Rechner immer nur einen Schätzwert für die zu erwartende Ablaufleistung abgeben. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor Abschluss einer Kapitallebensversicherung sowohl über den Mindestertrag als auch über die zu erwartende Rendite durch die Überschüsse zu erkundigen.

Rückkaufswert: Kündigung der Lebensversicherung

Eine langfristige Vorsorgeinvestition wie eine Kapitallebensversicherung muss nicht nur genau geplant werden, sondern sollte überdies Ihren persönlichen Lebensumständen angepasst werden. Andernfalls ist es wahrscheinlich, dass Sie die Lebensversicherung vorzeitig kündigen wollen. Bei Kapitallebensversicherungen haben Sie dabei das Recht, dass Ihnen der Versicherer den Rückkaufswert Ihrer Lebensversicherung auszahlt. Die Höhe des Betrages können Sie in einer entsprechenden Tabelle bei Vertragsentschluss erfahren.

Die Auszahlung richtet sich sowohl nach Ihren eingezahlten Beiträgen als auch an den Kosten für die Verwaltung und Gebühren. Die letztgenannten Faktoren können den Rückkaufswert erheblich senken. Daher scheuen Sie sich nicht davor, vor Abschluss der Kapitallebensversicherung auch einen Experten zu Rate zu ziehen. Er prüft, ob sich die Lebensversicherung für Sie eignet.

Alternativen zur Kündigung

Sie müssen Ihre Kapitallebensversicherung nicht zwangsläufig kündigen oder verkaufen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Dynamik zu streichen. Damit wird verhindert, dass die Beiträge in regelmäßigen Abständen weiter steigen. Versicherer gewähren zudem eine Policendarlehen, mit dem Beiträge gedeckt werden können. Da der Zins des Darlehens höher ist als für die Lebensversicherung, lohnt sich die Alternative meist nur zum Ende der Laufzeit, wenn es nur noch wenige Jahre zu überbrücken gilt.

 

„Kunden, denen die Beitragslast ihrer Lebensversicherung zu schwer wird, können mit ihrem Versicherer vereinbaren, dass sie nicht weiter einzahlen. Dann wird der Vertrag auf dem erreichten Niveau eingefroren, der Kunde kann aber weiter an Überschüssen beteiligt werden.“

Finanztest (Ausgabe 04/2012)

Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen

Einige Versicherungsanbieter haben auch Lebensversicherungen ohne eine Gesundheitsprüfung im Angebot. Allerdings sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie einen solchen Vertrag in Anspruch nehmen möchten. Denn die Gesundheitsprüfung dient der Gesellschaft zur Risikokalkulation. Bei Tarifen ohne Prüfung muss das Risiko dementsprechend anders kalkuliert werden. Gerade Versicherte, die jung und gesund ist, müssen daher bei solch einem Tarif mit weitaus höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Wer allerdings Vorerkrankungen hat, kann unter Umständen von solchen Tarifen profitieren.

Versteuerung der Kapitallebensversicherung

Die Erträge der Kapitallebensversicherung sind seit 2005 voll zu versteuern. Dazu werden von der Auszahlungssumme die eingezahlten Beiträge abgezogen, auf die Differenz muss Einkommenssteuer gezahlt werden. Nur auf die Hälfte der Differenz sind Steuern zu zahlen, wenn der Versicherungsvertrag mindestens eine Laufzeit von 12 Jahren hatte und die Auszahlung erst nach Vollendung des 62. Lebensjahrs erfolgt ist (bei Verträgen ab 2012, davor des vollendeten 60. Lebensjahrs).