Behandlungskosten bei der Diagnose Lymphom Lymphom Therapie: Was übernimmt die Krankenversicherung?

Ein Lymphom ist eine ernsthafte Erkrankung. Die Behandlung umfasst unterschiedliche Optionen. Diese können sehr kostenintensiv werden, daher ist es wichtig zu wissen, welche Kosten von deiner Krankenkasse oder deiner privaten Krankenversicherung übernommen werden. Hier erfährst du mehr.

Zum PKV-Angebot

Ein kurzer Überblick

Das Wichtigste über Lymphome

Ein Lymphom ist eine Krebserkrankung. Sie betrifft das lymphatische System, welches Teil des Immunsystems ist. Dieses System besteht aus Lymphknoten, Lymphgefäßen sowie dem Knochenmark. Ein Lymphom entsteht, wenn Lymphozyten, auch als weiße Blutkörperchen bezeichnet, unkontrolliert wachsen.

Die genauen Ursachen für Lymphome sind nicht vollständig erforscht. Es gibt allerdings einige Risikofaktoren. Dazu gehören die genetische Veranlagung, ein geschwächtes Immunsystem oder vorausgegangene Infektionen. Die Behandlung der Erkrankung hängt von individuellen Faktoren ab und umfasst häufig eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Dank der Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren verbessert.

Fünf Fakten über Lymphome & zu den Lymphomat Kosten

  1. Die Behandlungskosten für Lymphome hängen von der Art und dem Ausmaß der Erkrankung ab.
  2. Bei den Kosten musst du nicht nur die Behandlung bedenken, sondern auch die diagnostischen Tests, Krankenhausaufenthalte sowie Medikamente und die Nachsorge.
  3. Häufig wird eine Bestrahlungstherapie eingesetzt. Wie hoch die Kosten für die Therapieoption ausfallen, hängt von der Anzahl der Behandlungstermine ab.
  4. Wie viel deine private Krankenversicherung von den Behandlungskosten bei Lymphomen übernimmt, hängt von deinem gewählten Versicherungstarif ab.
  5. Ein Lymphomat kann bei der Behandlung der Begleiterscheinung durch eine Krebstherapie helfen. Krankenkassen erstatten dir die Kosten nur in besonderen Fällen.

Deep Dive

01 Ursache und Symptome von Lymphomen

Das lymphatische System dient dir als Abwehr von Krankheitserregern. Neben den Lymphknoten gehören die Milz, die Mandeln, das Knochenmark und weitere Organe dazu. Es gibt viele verschiedene Arten von Lymphomen, unterschieden werden mindestens 50 Unterarten. Die drei wichtigsten Gruppen sind:

  • Morbus Hodgkin
  • Non-Hodgkin-Lymphome
  • Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome

In den meisten Fällen ist die Ursache für Lymphome nicht geklärt. In der Regel ist die Erkrankung nicht erblich. Umweltfaktoren und radioaktive Strahlung werden als wichtige Einflussfaktoren eingeschätzt, jedoch lässt sich kein direkter Zusammenhang nachweisen. Die Ausnahme bildet eine kleine Gruppe von Lymphomen, bei denen das Epstein-Barr Virus eine wichtige Rolle spielt.

Welche Symptome sind typisch für ein Lymphom?

Schwellungen von Lymphknoten am Hals, Achselhöhlen oder der Leiste sind das häufigste Symptom. Jedoch musst du aufgrund eines geschwollenen Lymphknotens nicht sofort von einem eindeutigen Symptom ausgehen. Häufig reagiert der Körper auch bei anderen harmlosen Erkrankungen mit dem gleichen Symptom, zum Beispiel bei einer Erkältung oder einer Grippe.

Oft wird ein Lymphom auch zufällig im Rahmen anderer Untersuchungen gefunden, z.B. bei einem Röntgenbild der Lunge. Da aber prinzipiell jedes Organ betroffen sein kann, sehen die Symptome sehr vielfältig aus. Beispielsweise können Knochenbrüche bei Knochenlymphomen oder Hautausschläge bei Hautlymphomen typisch sein.

 

Wenn du grundsätzlich eine Änderung deines Gesundheitszustandes wahrnimmst, solltest du nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache fachgerecht abklären zu lassen.

Wie erfolgt die Behandlung?

Nach den Untersuchungen zur Diagnose und einer Gewebeentnahme aus dem betroffenen Organ oder einem Lymphknoten erfolgt die Klassifizierung des Lymphoms und die sogenannte Staging-Untersuchung, um zu erfahren, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Dies ist die Grundlage, um geeignete Therapiemethoden festzulegen.

Da es sich bei Non-Hodgkin-Lymphomen um systemische Erkrankungen handelt, sind Operationen nicht zielführend. Eine Chemotherapie ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Die Behandlung muss aber auf dich individuell abgestimmt werden, etwa was dein Alter und dein allgemeiner Gesundheitszustand betrifft. Auch eine Zweitmeinung kann bei der Wahl der richtigen Behandlung nicht schaden.

Tipp: Lass dich auf deinem Weg von Selbsthilfegruppen unterstützen. Denn neben einer wirksamen Behandlung ist es wichtig, dass du bei der Bewältigung der Erkrankung nicht alleine bist. Selbsthilfegruppen können dich auf deinem Weg unterstützen.

Für dich nur das Beste.

Sichere deine Gesundheit jetzt ab.

Zum PKV-Angebot

Alles zu Lymphomat und Kosten im Überblick

02 Lymphomat: Was erstattet die Krankenkasse?

Krebserkrankungen und Therapien führen nicht selten zu Komplikationen oder weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Beispielsweise können Lymphödeme entstehen, wenn die Lymphe nicht richtig abfließt und sich im Gewebe anstaut. Diese Flüssigkeitsansammlungen sind oft schmerzhaft.

Ein Lymphomat hilft dabei, diese Schmerzen zu lindern. Dabei handelt es sich um ein medizinisches Gerät, bei dem deine Beine in einen Druckluft-Strumpf platziert werden. Dieser wird dann mit Luft aufgeblasen, die anschließend wieder abgelassen wird. Der Vorgang wiederholt sich für einen bestimmten Zeitraum. So wird die Durchblutung gefördert und angeregt.

Beim Lymphomat handelt es sich um eine ärztlich angeordnete Heimanwendung. Die Kostenübernahme für einen Lymphomaten über die Krankenkasse erfolgt nur, wenn andere Mittel wie eine manuelle Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe oder eine Bewegungstherapie keine Linderung verschafft haben.

Musst du das Lymphdrainagegerät selbst bezahlen, variieren die Kosten je nach Ausführung stark. Du kannst wenige hundert, aber auch mehrere tausend Euro ausgeben.

In den meisten Fällen erhältst du den Lymphomat leihweise und auf Basis eines Rezepts. Du musst allerdings die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung beachten. Für Hilfsmittel beträgt der Eigenanteil in der Regel maximal zehn Prozent der Kosten, jedoch nicht mehr als zehn Euro.

Jenny Gebel
Jenny Gebel
Expertin für Krankenversicherungen

Kostencheck bei GKV und PKV

03 Welche Kosten werden bei einem Lymphom übernommen?

Die Behandlungskosten für eine Lymphomtherapie können recht hoch ausfallen. Meistens verläuft die Behandlung über einen längeren Zeitraum. Dies ist auch davon abhängig, wie gut du auf die gewählte Behandlung anspricht.

Was deine private Krankenversicherung von den Kosten erstattet, entscheidet dein gewählter Versicherungstarif. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung stehst du als Privatversicherter etwas besser da. Denn die Versicherer übernehmen nicht selten modernste Behandlungsmethoden. Kassenpatienten müssen dagegen jahrelang warten, bis diese im Leistungskatalog aufgenommen werden.

Wenn du einen Selbstbehalt in der Versicherung gewählt hast, musst du einen Teil der Kosten aus eigenen Mitteln finanzieren. Bei längeren und schwerwiegenden Erkrankungen kann dies zu einer finanziellen Belastung führen.

Bitte bedenke, dass sowohl eine invasive Therapie als auch die Erkrankung selbst Auswirkungen auf die Ausübung deines Berufs haben kann. Daher lohnt es sich, rechtzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Denn durch längere Erkrankungen kann es zu einem Verdienstausfall oder einer Berufsunfähigkeit kommen. Hier solltest du gut für die Zukunft abgesichert sein.

 

Lymphom Therapie über die Krankenkasse

Wenn deine Diagnose erfolgt ist und die Behandlung im Krankenhaus beginnt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die üblichen Heilmethoden.

Krankenkassen übernehmen aber nur für zugelassene Heilmethoden die Kosten. Die Kostenerstattung für die Behandlung durch einen Heilpraktiker wird nicht übernommen. Darauf solltest du bereits bei der Arztwahl achten. Bei Medikamenten kann es zu kleineren Zuzahlungen kommen, der Großteil der Medikamente wird aber von den Krankenkassen übernommen.

Im Falle einer Chemotherapie werden dir die Fahrtkosten zum Krankenhaus sogar im Voraus bezahlt oder erstattet (siehe Krankentransport). Was Palliativmedizin betrifft, so wird der stationäre Aufenthalt ebenfalls von der Krankenkasse übernommen.

Weitere Fragen zur Krebserkrankung

Häufige Fragen zu Lymphomen

Hast du noch Fragen? Melde dich gerne bei uns.

Zuletzt aktualisiert am: 07.07.2023

Autor des Beitrags

Jenny Gebel
Expertin für Krankenversicherungen