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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Verwahrentgelt der DKB: Alles Wissenswerte zu Höhe & Freibetrag

Die DKB erhebt seit Ende 2020 ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent auf Einlagen auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Je nach Kontoabschluss variiert der Freibetrag zwischen 25.000 Euro und 100.000 Euro. Bestandskunden müssen theoretisch keine Negativzinsen zahlen. Wer jedoch der individuellen Vereinbarung nicht zustimmt, muss mit Kündigung rechnen.

Die Deutsche Kreditbank – oder kurz DKB – wurde 1990 gegründet. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank. Mit mehr als 4,8 Millionen Privat- und Geschäftskunden ist sie die zweitgrößte Direktbank Deutschlands. Das wohl bekannteste Produkt der Bank ist das Girokonto DKB Cash, das Verbraucher bislang noch kostenlos nutzen können. Besonders viel Guthaben sollten sie darauf aber nicht haben. Denn ab 25.000 Euro erhebt die DKB ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

Welche Verwahrentgelte bzw. Strafzinsen erhebt die DKB?

Über 100 der rund 1.300 Banken und Sparkassen haben 2020 ein Verwahrentgelt auf hohe Guthaben auf dem Giro- und Tagesgeldkonto erhoben. Die DKB ist eine von ihnen gewesen. Seit Dezember 2020 berechnet das Geldinstitut die Negativzinsen. Begründet wurde die Einführung mit der anhaltenden Niedrigzinsphase. Wegen dieser „haben wir uns den marktüblichen Entwicklungen angepasst“, heißt es auf der Internetseite der DKB.

Seit 3. Dezember 2020 liegt der Zinssatz für das Verwahrentgelt der DKB bei

Prozent

Er ist damit genauso hoch wie der aktuelle Satz der Einlagefazilität der Europäischen Zentralbank (EZB). Diesen Einlagenzins berechnet die EZB wiederum Banken, die überschüssiges Kapital bei ihr anlegen. Allerdings gilt hier ein sehr großzügiger Freibetrag.

Auch die DKB sieht einen Freibetrag für ihre Kunden vor. Guthaben bis zu dieser Grenze werden nicht mit Strafzinsen belegt. Die Höhe ist allerdings abhängig vom Datum der Kontoeröffnung.

Datum der Konto­eröffnungVerwahr­entgeltFrei­betrag
03.12.2020 bis 31.08.20210,5 %100.000 Euro
01.09.2021 bis 09.11.20210,5 %50.000 Euro
10.11.2021 oder später0,5 %25.000 Euro

Damit zählt das Kreditinstitut aktuell zu den knapp 100 Banken, bei denen der Freibetrag beim Verwahrentgelt lediglich 25.000 Euro beträgt. Zum Vergleich: Etwa 180 der rund 550 Häuser, die die Gebühr eingeführt haben, berechnen den Minuszins derzeit erst ab 500.000 Euro (Stand Februar 2022).

Bestandskunden, die vor Dezember 2020 ein Konto eröffnet haben, müssen theoretisch kein Verwahrentgelt zahlen – „theoretisch“, denn es gibt eine Ausnahme: Sie haben eine entsprechende Vereinbarung von der DKB erhalten und dieser zugestimmt.

Wie viele Bestandskunden dies getan haben, ist offen. Allerdings ist die Zustimmung in der Regel alternativlos. Ohne sie droht die DKB mit Kündigung: Sollten Kunden „unser Angebot mit den neuen Konditionen nicht annehmen, behalten wir uns vor, unsere gemeinsame Geschäftsbeziehung oder Teile davon zu kündigen“, heißt es dazu knapp. Bankkunden müssen den Negativzinsen auf ihre Einlagen also zustimmen, wenn sie bei der DKB bleiben wollen.

Mit Blick auf die Tabelle fällt auf, dass die DKB die Freibetragsgrenze innerhalb kurzer Zeit nicht nur halbiert, sondern auf ein Viertel gesenkt hat. „Die neuerliche Senkung des Freibetrags ist nach sorgfältiger Prüfung unumgänglich, um adäquat auf die Entwicklungen durch das langanhaltende Niedrigzinsumfeld und den negativen Einlagenzins der EZB zu reagieren“, erläutert die DKB.

Immerhin:

Die DKB berechnet das Verwahrentgelt je Konto und Karte. Kunden können daher ihr Vermögen auf mehrere Konten verteilen und somit die Negativzinsen vermeiden. Manch andere Banken addieren dagegen beim Freibetrag das Guthaben aller Konten.

Was können Sparer als Alternative tun, um das DKB Verwahrentgelt zu vermeiden?

Die DKB selbst bietet Kunden einige Möglichkeiten an, um kein Verwahrentgelt zu zahlen. Die Option, individuell eine höhere Freibetragsgrenze auszuhandeln, zählt allerdings nicht dazu. Stattdessen können Sparer einen Teil ihres Vermögens anders investieren, etwa in

  • Wertpapiere und Fonds,
  • Aktien-Nachhaltigkeitsfonds und
  • ETFs.

Außerdem kooperiert die Bank mit einem Zinsportal, sodass Kunden über dieses ihr Guthaben bei einer ausländischen Bank auf einem Tagesgeldkonto anlegen können. Kreditinstitute im Ausland sehen im Moment noch keine Negativzinsen vor – im Gegenteil: das Geld wird sogar noch leicht verzinst. Solange die Bank ihren Sitz innerhalb der EU hat, sind Einlagen bis 100.000 Euro bei Insolvenz abgesichert.

Die von der DKB genannten Möglichkeiten sind durchaus eine Option für Interessierte. Allerdings gilt es hier die Konditionen zu betrachten und zu vergleichen. Gerade Fonds und ETFs sind im derzeitigen Zinsumfeld nahezu alternativlos, wenn sich Sparer eine attraktive Rendite wünschen. Dabei sollten sie jedoch das Risiko bedenken, welches mit der Investition am Kapitalmarkt einhergeht. Wichtig ist es, sich gut zu den Geldanlage-Optionen beraten zu lassen.

Tipp:

Wem Sicherheit sehr wichtig ist, der kann zudem das Festgeldkonto in das persönliche Vermögens-Portfolio aufnehmen. Hierbei wird das Geld fest für einen bestimmten Zeitraum angelegt, zum Beispiel drei Jahre. In diesem Zeitraum können Sparer darauf nicht zugreifen. Im Gegenzug wird das Geld verzinst.

Eine andere Option ist es, die Bank zu wechseln. Noch erheben rund zwei Drittel der Bankhäuser kein Verwahrentgelt.

Wie berechnet die DKB das Verwahrentgelt?

Die Negativzinsen werden tagesaktuell erhoben, abgerechnet wird allerdings quartalsweise. Für die Berechnung wird die kaufmännische Zinsrechnung herangezogen: Jeder Monat hat 30 Tage, das ganze Zinsjahr somit 360 Tage.

Das folgende Beispiel zeigt, wie hoch das Verwahrentgelt für das zweite Quartal ist:

Zeit­raumGuthaben­höheVerwahr­entgelt
April25.000 Euro0 Euro
Mai30.000 Euro2,08 Euro
Juni35.000 Euro4,17 Euro
Summe: 6,25 Euro

Vom Guthaben wird zunächst der Freibetrag abgezogen. Für den Monat Mai bleiben daher 5.000 Euro, auf das nun der Negativzins gezahlt werden muss. Auf das ganze Jahr gerechnet wären dies 25 Euro (5.000 Euro / 100 * 0,5). Um die Kosten auf den Monat herunterzubrechen, werden diese 25 Euro durch 360 Tage geteilt und mit 30 multipliziert.

Warum erhebt die DKB überhaupt Strafzinsen?

Banken, die ein Verwahrentgelt berechnen, begründen dies mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Seit 2014 erhebt diese Gebühren dafür, dass Banken überschüssiges Kapital bei ihr anlegen. Zunächst waren es nur minus 0,1 Prozent. Schrittweise hat die EZB den Zinssatz jedoch angehoben. Seit September 2019 liegt er bei minus 0,5 Prozent.

Schon 2014 haben einige Geldinstitute damit begonnen, die Strafzinsen an ihre Kunden weiterzugeben, anfangs allerdings nur auf sehr hohe Einlagen von beispielsweise 500.000 Euro. Seit 2020 steigt die Anzahl der Banken und Sparkassen jedoch deutlich. Abzuwarten bleibt, ob diese das Verwahrentgelt im gleichen Maß erhöhen oder absenken werden, sollte die EZB ihren Einlagenzins anpassen.