Anja Schlicht
Anja Schlicht

Leitung Newsredaktion

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Frage, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Da jeder vierte Arbeitnehmer vor Renteneintritt berufsunfähig wird, sollte sich jeder um diese private Absicherung kümmern. Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung aber auch dann empfehlenswert, wenn Vorerkrankungen den Abschluss erschweren?

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, zeigen folgende Zahlen: Wer erwerbsunfähig wird, hat zwar Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Zwar steigt die durchschnittliche Auszahlung laut der Deutschen Rentenversicherung seit 2011 wieder. 2016 erhielten Frauen dennoch nur eine durchschnittliche Rente von 662 Euro (West) beziehungsweise 746 Euro (Ost). Männer bezogen 728 Euro (West) beziehungsweise 667 Euro (Ost).

Wer soll mit so wenig Geld seinen Lebensunterhalt bestreiten? Selbst jüngste Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die staatlichen Leistungen bei Weitem nicht ausreichen, um sich selbst und gegebenenfalls die Familie zu versorgen. Daher ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung jedem zu empfehlen.

Während Angestellte durch ihre monatlichen Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung immerhin einen Anspruch auf die geringe Erwerbsminderungsrente erwerben, stehen die meisten Selbstständigen und Freiberufler deutlich schlechter da. Kümmern Sie sich nicht um freiwillige Zahlungen an die Rentenkasse, stehen ihnen bei Erwerbsunfähigkeit keine staatlichen Leistungen zu.

In der Regel gilt: Je früher Sie sich um Ihren Schutz kümmern, umso besser. Welche Berufsunfähigkeitsversicherung Ihnen aus einer Vielzahl von Tarifen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, zeigt Ihnen der unverbindliche Vergleichsrechner.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll bei Vorerkrankungen?

Viele Verbraucher finden zwar eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, haben jedoch Probleme einen Vertrag abzuschließen. Grund dafür sind beispielsweise Vorerkrankungen, die entweder zum Ausschluss bestimmter Leistungen führen oder zur kompletten Ablehnung vonseiten des Versicherers. Wie die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher Interessenvereinigung (GVI) jedoch hinweist, bieten einige „Versicherungsgesellschaften Aktionsangebote bei Berufsunfähigkeitsversicherungen bis zu einer versicherten Monatsrente von 1.000 Euro mit verkürztem Fragekatalog und Abfragezeiträumen des Gesundheitszustandes an.“ Auf diese aufmerksam zu werden, ist jedoch ohne Unterstützung eines Experten nahezu unmöglich. Wer an solchen Angeboten interessiert ist, sollte daher einen Fachmann hinzuziehen.

Oftmals fragen die Versicherer den Gesundheitszustand der letzten fünf bis zehn Jahre ab. Die Gesundheitsfragen bei besonderen Angeboten zur Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen sich hingegen nur auf die vorherigen zwei bis drei Jahre. Unabhängig davon empfiehlt es sich, den finanziellen Schutz bei Berufsunfähigkeit möglichst früh zu vereinbaren. „Dann ist dieser meist deutlich günstiger und Kunden sind oft noch gesund”, so die Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll

Um die Beiträge für den Versicherungsschutz niedrig zu halten, können Interessierte eine niedrige Rentenauszahlung bei Berufsunfähigkeit vereinbaren. Doch lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer vergleichsweisen geringen BU-Rente von 1.000 Euro überhaupt? Ja, sagt Stiftung Warentest. „Ein abgespeckter Schutz ist oft besser als gar nichts“, lautet der Rat der Verbraucherorganisation. Dazu können Versicherte entweder die Rentenhöhe verringern oder die Laufzeit verkürzen. Außerdem könne der Versicherungsschutz unter Umständen später angepasst werden, wenn etwa „bei einer Neubeantragung bestandene gesundheitliche Probleme im Zeitablauf später nicht mehr angegeben werden müssen.“ Darauf weist GVI hin.

Wie sinnvoll sind Tests zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein Blick auf die Berufsunfähigkeitsversicherung Tests kann helfen, sich einen ersten Eindruck über die bestehenden Angebote zu verschaffen. In der letzten Untersuchung der Stiftung Warentest erzielte beispielsweise knapp die Hälfte der Tarife ein sehr gutes Ergebnis. Interessierte sollten sich allerdings nicht blind auf die Ergebnisse verlassen. Denn nur selten werden dabei alle wichtige Kriterien abgefragt, die eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ausmachen. Zudem unterscheiden sich die verschiedenen Tests in ihrer Durchführungsweise. Während sich einige Institute und Analysehäuser auf die Leistungen beziehen, berücksichtigen andere auch die Beitragshöhe oder den Service der Versicherer.

Aufgrund der vielen verschiedenen Testsieger tun Interessierte gut daran, sich bei der Wahl ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützen zu lassen.

 

„Egal, was das Leben bereithält: Dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung am besten vor den finanziellen Folgen schützt, wenn jemand durch Krankheit oder Unfall lange Zeit nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, daran ändert sich nichts.“

Stiftung Warentest (Finanztest 07/2017)

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Beim Abschluss sollten Interessierte vor allem auf zwei Faktoren achten: die abstrakte Verweisung und die Nachversicherungsgarantie. Wird im Vertrag nicht explizit auf die erste Klausel verzichtet, muss der Versicherte damit rechnen, dass ihn sein Anbieter bei Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf verweist, in dem er weiterarbeiten könnte. Dann wird ihm unter Umständen keine BU-Rente gezahlt. Mit der Nachversicherungsgarantie wird geregelt, dass die Höhe der Rente an eine neue Lebenssituation ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Probleme beim Abschluss?

Verbraucher, die Schwierigkeiten mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung haben, sollten sich an einen Fachmann richten. Dieser steht ihnen nicht nur mit Rat und Tat zur Seite. Über den Experten könnnen zudem anonymisierte Anfragen gestellt werden. Kommt es dann zu einer Ablehnung, wird verhindert, dass die Personendaten im internen Informationssystem der Versicherer gespeichert werden. Andere Gesellschaften sehen daher nicht, ob der Antragsteller schon einmal abgelehnt wurde. Das erleichtert die Suche nach einer passenden Berufsunfähigkeitsversicherung.