Gebäudeversicherung

Absichern vor Schäden an Haus und Grundstück
Gebäudeversicherung
  • Schutz bei Wasser-, Feuer- und Unwetter-Schäden
  • Versicherung des Hauses und der Nebengebäude
  • Deckungssumme auf Grundlage von "Wert 1914"
  • Prinzip des gleitenden Neuwerts

Gebäudeversicherung - was genau wird abgesichert?

Wird das eigene Haus beschädigt, kann eine Gebäudeversicherung dem Eigentümer den finanziellen Ruin ersparen. Sie zahlt nicht nur, wenn das Wohngebäude durch Brand, Leitungswasser, Sturm und andere Ursachen beschädigt wird. Die Versicherung beinhaltet auch den Schutz von weiteren Gebäuden auf dem Grundstück und von fest mit dem Haus verankerten Teilen.

Wer braucht eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Gebäudeversicherung, auch Hausversicherung oder Wohngebäudeversicherung genannt, sollte jeder Hauseigentümer abschließen. Besteht kein Versicherungsschutz, sind gerade große Zerstörungen am Haus in der Regel mit hohen wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Zudem stellt das eigene Heim oftmals eine finanzielle Absicherung für das Alter dar. Eine Gebäudeversicherung bietet umfassende finanzielle Hilfe im Schadensfall.

Im Jahr 2013 ist nach Angaben der Versicherer durch Sturm und Hagel an Gebäuden ein Gesamtschaden von 2,4 Milliarden Euro entstanden. Zudem wurden 460.000 Brände oder Blitzeinschläge gemeldet. Die Schadenssumme belief sich hier auf rund 1,1 Milliarden Euro. Auch in Verbindung mit Leitungswasser entstehen Jahr für Jahr Kosten von circa 2,4 Milliarden Euro. Ohne eine Gebäudeversicherung stehen Hausbesitzer in diesen Fällen schnell vor dem finanziellen Ruin.

Gebäudeversicherung - Leistungen

Leistungen einer Wohngebäudeversicherung

Entsteht am Haus oder an anderen, auf dem Grundstück stehenden Objekten, ein Schaden, kommt die Wohngebäudeversicherung für die finanziellen Folgen auf. Im Versicherungsschutz enthalten sind zum Beispiel eine Gartenlaube, Garage oder ein Geräteschuppen. Üblicherweise deckt die Wohngebäudeversicherung die Kosten ab, wenn Schäden durch folgende Quellen entstehen:

  • Feuer durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion
  • Überspannung
  • Stürme mit einer Windstärke von mindestens von 8, beziehungsweise 62 km/h
  • Hagel
  • Leitungswasser (bei bestimmungswidrigem Austreten)
  • Wasserschaden, entstanden durch Frost- andere Bruchschäden

Auch alle Objekte, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, werden durch eine Gebäudeversicherung geschützt. Dazu zählen unter anderem Heizungen, Einbauküchen und Antennen. Zu Versicherungsbeginn sollte unbedingt geklärt werden, welche Dinge mitversichert werden sollen. Denn Gebäude, die nicht zur Immobilie gehören, müssen unter Umständen gesondert versichert werden, wie beispielsweise ein Gartenhaus in einer Kleingartensiedlung.

Das bewegliche Eigentum im Haus, wie etwa Möbel, Kleidung oder Computer und andere Elektrogeräte, wird nicht durch die Gebäudeversicherung abgedeckt. Hausbesitzer sollten daher eine zusätzliche Hausratversicherung abschließen, um ihr gesamtes Hab und Gut zu schützen. Eine Hausratversicherung bietet zusätzlichen Versicherungsschutz zu relativ geringen Beiträgen.

Erfahren Sie hier mehr zum Leistungsumfang einer Gebäudeversicherung.

Gebäudeversicherung
Ein Haus gehört zu den wertvollsten
Dingen, die man besitzen kann.

Welche Gebäudeversicherung ist die richtige?

Bei der Wahl der richtigen Versicherung dienen Tests der bekannten Verbraucherschutz-Organisationen als ideale Entscheidungshilfe. Mittlerweile gibt es dutzende Anbieter und hunderte Tarife von Gebäudeversicherungen. Ein Wohngebäudeversicherung Test hilft bei einer ersten Vorauswahl geeigneter Tarife, kann allerdings einen genauen Vergleich der Versicherungen nicht ersetzen.

Kosten einer Gebäudeversicherung

Pauschal lassen sich die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung nicht angeben. Denn der Beitrag richtet sich nach mehreren Risikofaktoren. Einerseits ist die Bauweise des Hauses relevant, andererseits die Art der Dachung. Ebenfalls wichtig ist der Standort des Eigenheims, dessen Nutzung sowie die Ausstattung des Hauses. Die Prämie hängt zudem davon ab, welchen Wert das Wohngebäude hat. Dieser wird mit dem sogenannten Wert 1914 berechnet.

Einige Versicherer haben ihre Beiträge zu Beginn des Jahres 2015 deutlich erhöht. Begründet wurde der Anstieg unter anderem mit den höheren Kosten durch Sturm- und Hagelschäden. Gerade bei einer Beitragserhöhung kann es sich lohnen, den eigenen Tarif mit denen der anderen Versicherungen zu vergleichen. So kann der Wohneigentümer prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lohnt.

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Wert 1914 und gleitender Neuwert

Die Versicherungssumme einer Wohngebäudeversicherung bestimmt, wie viel Geld maximal bei einem Schaden gezahlt werden und wie umfassend der Versicherungsschutz ist. Je höher die Deckungssumme, desto umfangreicher die Entschädigung, die im Schadensfall durch die Gebäudeversicherung geleistet wird. Die Grundlage ist in der Regel der sogenannte „Wert 1914“. Dieser besagt, welchen Wert die versicherten Objekte im Jahr 1914 gehabt hätten.

Dieser Wert wird jährlich mit dem steigenden Neuwert multipliziert. Da Häuser meistens mehrere Jahrzehnte stehen, müssen Gebäudeversicherungen ständig angepasst werden. Nur so kann ein ausreichender Versicherungsschutz gewährleistet werden. Das passiert mit einem sogenannten gleitenden Neuwertfaktor. Damit werden die Beiträge regelmäßig der Wertsteigerung des Hauses angeglichen. Die Entschädigungssumme entspricht so nicht nur den aktuellen Kosten für das Material. Auch die aktuellen Löhne der Bauarbeiter werden berücksichtigt.

So ist die Wohngebäudeversicherung steuerlich absetzbar

Gebäudeversicherung - Steuer
Die Kosten für die Gebäudeversicherung
können steuerlich geltend gemacht werden.

Die Wohngebäudeversicherung kann steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie eine vermietete Immobilie absichert. Sofern die Besitzer auch im versicherten Haus leben, bleibt die Steuerersparnis über die Gebäudeversicherung leider aus. 

Der Grund für diese Regelung ist einfach: Von der Steuer können alle Kosten teilweise abgesetzt werden, die dem Schutz oder der Vorsorge der eigenen Person dienen. Solche Ausgaben – wie etwa Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung – werden steuerlich berücksichtigt. Der Schutz der eigenen Immobilie zählt nicht zu den absetzbaren Kosten, wenn die Besitzer auch darin leben. Doch sobald das Haus bzw. die Wohnung vermietet wird, gelten die Einkünfte über die Miete vor der Steuer als Vorsorge und können somit als „Werbungskosten“ in der Steuererklärung angegeben werden. 

Vermieter haben sogar zwei Möglichkeiten, sich das Geld für ihre Gebäudeversicherung zurückzuholen. Entweder sie legen die Ausgaben für die Versicherung auf die Mietkosten um oder sie setzen sie von der Steuer ab.

Schutz gegen Elementarschäden

Neben den Versicherungen für die Basisrisiken Feuer, Wasser, Sturm und Hagel sowie weiteren möglichen Leistungen bieten viele Gesellschaften auch eine Elementarschadenversicherung an. Nach dem Abschluss besteht ein zusätzlicher Versicherungsschutz gegen besondere Naturgewalten wie Überschwemmungen, Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen. 

Der Abschluss dieser Elementarversicherung ist gerade in gefährdeten Gebieten, zum Beispiel an Flüssen oder in schneereichen Regionen, ratsam. Doch die Hochwasser in Deutschland und weiteren Teilen Europas im Jahr 2013 haben gezeigt, dass auch Gebäude in vermeintlich sicheren Zonen nicht automatisch vor Elementarschäden geschützt sind. 

Die verheerenden Überflutungen verursachten damals immense Schäden. Die Wohngebäude- und Hausratversicherer erstatteten insgesamt 750 Millionen Euro für Zerstörungen durch Hochwasser und Überschwemmungen. 85 Prozent der Schäden ereigneten sich dabei in Gebieten außerhalb der Risikozonen. 

Ein entsprechender Schutz kann Hausbesitzer im Ernstfall vor erheblichen Kosten bewahren. Die Elementarschadenversicherung bietet in Verbindung mit der Gebäudeversicherung eine umfassende finanzielle Absicherung vor so gut wie allen möglichen Gefahrenquellen rund um das Eigenheim. Die Zusatzversicherung für Elementarschäden kann nur in Kombination mit einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden.

Wird die Wohngebäudeversicherung Pflicht?

Als Wohneigentümer ist man bisher nicht dazu verpflichtet, eine Gebäudeversicherung abzuschließen. Soll das Wohngebäude jedoch mithilfe einer Bank finanziert werden, ist dies meist ohne Nachweis einer Wohngebäudeversicherung nicht möglich. Aber auch ohne eine gesetzliche Vorschrift ist es sinnvoll, eine solche Versicherung abzuschließen. Man denke nur an die Kosten, die ein starker Sturm oder ein Feuer anrichten können.

Gebäudeversicherung - Elementarschäden
Gebäudeversicherungen mit
Elementarschadenschutz zahlen auch
bei Hochwasser.

Nach den erneut immensen Schäden durch Hochwasser im Jahr 2013 wurde die Forderung laut, den Elementarschadenschutz als Pflichtversicherung für alle Hausbesitzer einzuführen. Insbesondere die Justizminister der Länder wollten ein Gesetz zur Einführung einer verpflichtenden Gebäudeversicherung auf den Weg bringen. Dabei sollten alle Hauseigentümer betroffen sein, unabhängig davon, ob sich ihr Haus in einem Hochwassergebiet befindet oder bei ihnen kaum oder gar kein Risiko für Überschwemmungen herrscht. Auch der Bund der Versicherten sprach sich dafür aus, dass die Kostenbelastung durch möglichen Überschwemmungen und Fluten von allen Hausbesitzern getragen werden soll.

Bisher ist es aber zu so einer Gesetzesvorlage nicht gekommen. Das EU-Parlament hat sogar gegen eine europaweite Pflicht entschieden. Die Bundesregierung will aber zumindest „vor dem Hintergrund des durch den Klimawandel veränderten Schadenpotenzials […] die Einführung einer Elementarschaden-Pflichtversicherung“ prüfen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist indes der Meinung, „dass intensive Aufklärung und gute Vorsorge erfolgversprechender sind als eine Pflichtversicherung.“

 

Stolperfalle

Gerade in Bundesländern mit Rauchmelderpflicht sollten Hausbesitzer unbedingt darauf achten, die kleinen Lebensretter an den vorgeschrieben Stellen im Eigenheim zu installieren. Bei fehlenden Rauchmeldern droht der Verlust des Versicherungsschutzes.

Neuwertversicherung und Zeitwert

Wohngebäudeversicherer bieten kaum noch Neuwertversicherungen an. Bei solchen wird der Wert des Hauses zu einem einzigen Zeitpunkt berechnet und dann nicht mehr an Inflation oder sich ändernde Baupreise angepasst. Somit besteht die Gefahr einer Unterversicherung. Kommt es dann zu einem Schaden, reicht die Versicherungssumme der Gebäudeversicherung wohlmöglich nicht aus, um einen Neubau oder notwendige Reparaturen zu finanzieren.

Der Zeitwert bezeichnet hingegen eine Versicherungssumme, die der Hausbesitzer nach Abzug der Wertminderung durch Alter und Abnutzung des Gebäudes bekommt. Es wird demnach nicht die Summe ausgezahlt, die für eine Reparatur wie bei einer Neuwertversicherung notwendig ist, sondern der Betrag, den das Gebäude zum Zeitpunkt des Schadensfall noch wert ist.

 

Stolperfalle

Wenn Sie als Bauherr ein Wohngebäude neu errichten oder umbauen, müssen Sie beachten, dass Sie mehr als eine Gebäudeversicherung brauchen. Um vollständig versichert zu sein, ist vor allem eine Bauherren-Haftpflicht wichtig. Sie erstattet alle Schäden, die vom Bau oder Baugrundstück ausgehen.

Wohngebäudeversicherung bei Eigentümerwechsel

Die Wohngebäudeversicherung muss bei einem Eigentümerwechsel sofort über den Verkauf informiert werden. Denn die Rechte und Pflichten aus der Versicherung gehen automatisch auf den neuen Besitzer über. Der neue Eigentümer kann den Vertrag dann übernehmen oder innerhalb eines Monats fristlos kündigen. Bei einem Eigentümerwechsel bietet es sich an, die Police des Vorgängers nicht einfach zu übernehmen, sondern neue Angebote einzuholen. Denn jetzt können sich Kunden gegebenenfalls günstigere Angebote mit verbesserten Konditionen sichern.

Doch die Entscheidungsfreiheit liegt nicht allein beim Versicherten. Auch der Versicherer hat die Möglichkeit, den Vertrag der Wohngebäudeversicherung bei einem Eigentümerwechsel zu kündigen. Dann endet der Vertrag aber erst einen Monat nach Erhalt des Kündigungsschreibens. 

Ein Kündigungsrecht der Wohngebäudeversicherung besteht also grundsätzlich beim Eigentümerwechsel. Doch es gibt eine Ausnahme: Wird das Haus bzw. die Wohnung inklusive Versicherung vererbt, besteht kein Recht auf Kündigung – weder von Seiten des Versicherers noch auf Seiten des Versicherten.

Gebäudeversicherung: Bei Leerstand muss Versicherung informiert werden

Die Gebäudeversicherung muss über Leerstand, bei Bauarbeiten oder auch bei anderen Veränderungen am Eigenheim informiert werden. Anderenfalls besteht unter Umständen kein Versicherungsschutz. Denn alle Umbaumaßnahmen oder der Leerstand des Hauses – auch wenn nur vorübergehend – zählen für die Versicherung als gefahrenerhöhende Umstände. Der Versicherer muss darüber hinaus auch informiert werden, wenn einzelne Zimmer im Haus umfunktioniert werden – also wenn ein Arbeitszimmer beispielsweise zum Kinderzimmer wird oder ein Teil beziehungsweise die ganze Immobilie als Gewerbe genutzt werden soll. 

Nach dem Umbau des Hauses kann es sein, dass die Versicherung die monatlichen Beiträge nach oben korrigiert. Denn fast jede Baumaßnahme erhöht den Wert der Immobilie. Wird die Gesellschaft nicht informiert, kann sie im Schadenfall die Leistungen verweigern oder nur teilweise erstatten, weil eine sogenannte Unterversicherung besteht. 

Tarifvergleich

Damit Hausbesitzer gegen Schäden an ihrem Eigenheim gewappnet sind, ist der Abschluss einer Gebäudeversicherung äußerst empfehlenswert. Doch zwischen den günstigsten und den teuersten Versicherungen liegen mehrere hundert Euro und auch die Leistungen der Versicherungen unterscheiden sich, insofern ist es ratsam einen Wohngebäudeversicherung Vergleich zu machen. Unser kostenloser Tarifvergleich bietet eine einfache Möglichkeit, das beste Angebot zu finden.

Elementarschäden Infografik: Gefahr durch Hochwasser

Gebäudeversicherung - Infografik

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