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Private Krankenversicherung

Deutlich mehr Leistungen als die GKV
Private Krankenversicherung
  • Für Beamte, Selbstständige und Studenten
  • Für Arbeitnehmer ab 57.600 Euro Bruttoverdienst
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Private Krankenversicherung: Gesundheitsschutz nach Maß

Viele Menschen können sich aussuchen, wie sie sich krankenversichern wollen. Denn in Deutschland herrscht ein Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung (PKV). Privatversicherte profitieren häufig von individuellen und besseren Leistungen im Vergleich zu Kassenpatienten. Daneben gibt es weitere Gründe, die für die private Krankenversicherung sprechen. 

Wer kann eine PKV abschließen?

Ganz unabhängig vom Einkommen können sich Beamte, Selbstständige, Freiberufler und auch Studenten privat krankenversichern. Für Staatsdiener lohnt sich diese Entscheidung insbesondere aus finanzieller Sicht. Denn da sie von ihrem Dienstherrn Beihilfe erhalten, müssen sie nur noch einen geringen Teil ihres Krankenversicherungsschutzes mit einer privaten Absicherung ergänzen. Entscheiden sie sich dagegen für eine gesetzliche Krankenkasse, erhalten sie keinen Beitragszuschuss vom Dienstherrn. 

Angestellten steht die private Krankenversicherung nicht in jedem Fall offen. Sie müssen ein gewisses Einkommen nachweisen, ehe sie sich von der Versicherungspflicht befreien und in die PKV eintreten können. Die Versicherungspflichtgrenze beziehungsweise Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt 2017 bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 57.600 Euro. Das entspricht monatlich 4.800 Euro brutto. Da sich die JAEG am Lohnniveau in Deutschland orientiert, wird sie in der Regel einmal im Jahr zum Jahreswechsel angepasst. 

Wichtig: Privatversicherte Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zur PKV in Höhe von 50 Prozent des Versicherungsbeitrags. Dieser ist jedoch gedeckelt und fällt nie höher als der Höchstbeitrag aus, den der Arbeitgeber gesetzlich krankenversicherten Mitarbeitern zahlen würde. 2017 beträgt der Zuschuss maximal 317,55 Euro pro Monat.

Was kostet eine private Krankenversicherung?

Die Kosten für eine private Krankenversicherung orientieren sich im Wesentlichen an den gewünschten Leistungen, dem Alter und dem Gesundheitszustand. Um letzteren zu erfahren, stellen die Versicherer Gesundheitsfragen. Dadurch ermitteln sie das Risiko einer Erkrankung sowie bestehende Krankheiten. Die Anbieter haben dabei auch das Recht, Interessierte abzulehnen. Bei Vorerkrankungen müssen Versicherte gegebenenfalls einen Risikozuschlag zahlen oder Leistungsausschlüsse in Kauf nehmen. Verbessert sich allerdings ihre Gesundheit, besteht die Möglichkeit, den Zuschlag oder die Ausschlüsse wieder streichen zu lassen.

Darüber hinaus wirkt sich die Höhe der Selbstbeteiligung auf die Beitragshöhe aus. Je mehr Versicherte jährlich aus der eigenen Tasche zahlen, ehe der Anbieter die Kosten erstattet, desto günstiger ist die private Krankenversicherung. Allerdings sollte der Selbstbehalt nicht zu hoch gewählt werden, sonst droht er im Krankheitsfall zu einer großen finanziellen Belastung zu werden. Daher ist es ratsam, sich von einem Experten beraten zu lassen, um das langfristig beste Verhältnis von Preis und Leistung sowie den dazu passenden Versicherer zu finden.

Die Unterstützung durch einen Fachmann ist auch sinnvoll, um einen Anbieter mit guter Beitragsentwicklung zu finden. Denn wie in der GKV können auch in der PKV die Kosten aufgrund des medizinischen Fortschritts und anderer Faktoren steigen. Manche Unternehmen kalkulieren nicht nur ihre Beiträge aus Kundensicht vorteilhafter, sondern wirtschaften auch besser als andere, sodass sie ihre Prämien über einen längeren Zeitraum vergleichsweise stabil halten können.

Wie unterscheiden sich gesetzliche und private Krankenversicherung?

Zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung gibt es viele Unterschiede, zum Beispiel:

Private Krankenversicherung
Eine PKV bietet Zusatzleistungen wie
Chefarztbehandlung oder Zahnersatz
  • Beitragsberechnung: Während die Kosten für die GKV vom Einkommen abhängig sind, bestimmen in der privaten Krankenversicherung unter anderem die gewählten Leistungen, das Alter und die Krankheitsgeschichte die Höhe der Versicherungsprämie. 
     
  • Vorkasse: Privatversicherte zahlen für ihre Behandlung zunächst selbst, sofern es sich nicht um einen Krankenhausaufenthalt handelt. Die Rechnung reichen sie dann bei ihrer Versicherung ein, die die Kosten je nach Tarif erstattet. Bei Kassenpatienten erfolgt die Abrechnung dagegen direkt zwischen Krankenkasse und Leistungserbringer. 
     
  • Absicherung der Familienmitglieder: In der gesetzlichen Krankenversicherung sind der kindergeldberechtigte Nachwuchs und der Ehepartner, wenn er nicht mehr als 450 Euro im Monat verdient, kostenlos über die Familienversicherung geschützt. In der privaten Krankenversicherung muss dagegen für Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen eine selbstständige Versicherung vereinbart werden. 
     
  • Schutz im Ausland: Die GKV kommt für Behandlungen innerhalb der Europäischen Union und in Ländern auf, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Allerdings zahlt die Krankenkasse nur den Betrag, den sie für die Behandlung in Deutschland zahlen würde. In der PKV gilt in der Regel ein europaweiter Schutz sowie weltweit eine Absicherung von mindestens einem Monat. Versicherte sollten sich jedoch vor Beginn einer Reise genauer beim Versicherer informieren.
     
  • Leistungen: In der gesetzlichen Krankenversicherung erhält jeder die gleichen Leistungen. Privatversicherte können ihren Versicherungsschutz dagegen individuell zusammenstellen.

Welche Leistungen kann man als Privatversicherter vereinbaren?

In der PKV lässt sich der Versicherungsschutz individuell zusammenstellen. Personen, die beispielsweise viel Wert auf die Kostenerstattung alternativer Heilmethoden legen oder im Krankenhaus vom Chefarzt behandelt werden sowie sich in Ruhe in einem Ein-Bett-Zimmer auskurieren wollen, können die entsprechenden Tarifbausteine wählen und somit Schritt für Schritt ihre private Krankenversicherung auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Welche Anbieter allerdings den individuell besten Leistungsmix anbieten, lässt sich als Laie auf Anhieb meist nur schwer überblicken. Sinnvoll ist es daher, mehrere Angebote anzufordern und diese zu vergleichen.

Generell profitieren Privatpatienten von einer besseren und umfassenderen Behandlung sowie von kürzeren Wartezeiten – sowohl auf einen Termin beim Facharzt als im Wartezimmer des Mediziners selbst.

Die wichtigsten Leistungen der privaten Krankenversicherung im Überblick:

Leistung Beispiele
Ambulante Versorgung Freie Arztwahl, Erstattung je nach Tarif für Heilpraktiker, Psychotherapie, Brillen/Kontaktlinsen, Hilfsmittel (etwa Hörgerät) und Heilmittel (beispielsweise Massage), keine Zuzahlung bei Medikamenten
Stationäre Versorgung Freie Krankenhauswahl, je nach Tarif Chefarztbehandlung, Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer, keine Zuzahlung 
Zahnersatz und -behandlung Keine Beschränkung wie in der GKV auf einen Festzuschuss, sondern individuelle Erstattungen bei Zahnersatz und zahnmedizinischen Behandlungen.
Krankentagegeld Kann zusätzlich vereinbart werden.
Beitragsrückerstattung Manche Versicherer zahlen einen Teil der Beiträge zurück, wenn Versicherte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes keine Rechnung eingereicht haben. 

Welche Alternative gibt es zur privaten Krankenversicherung?

Personen, die keine private Krankenversicherung abschließen können oder wollen, müssen sich nicht mit den einheitlichen gesetzlichen Kassenleistungen zufriedengeben. Sie haben die Möglichkeit, über private Krankenzusatzversicherungen ihren Schutz zu ergänzen. Besonders gefragt sind unter Kassenpatienten Zahnzusatzversicherungen. Mit ihnen reduzieren Versicherte die Kosten beim Zahnarzt durch Zahnbehandlung oder Zahnersatz deutlich. Auch für ambulante Behandlungen und für die Unterbringung und Versorgung im Krankenhaus lassen sich Zusatzversicherungen vereinbaren.

 

„Im Gegensatz zur GKV, wo bei finanziellen Engpässen schon mal Leistungen gekürzt werden, ist die vereinbarte medizinische Versorgung in der PKV über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert.“

 

Focus-Money (39/2016)

Was ist beim Wechsel der privaten Krankenversicherung zu beachten?

Die Wahl des optimalen privaten Krankenversicherers sollten sich Interessierte nicht zu leicht machen. Denn sie binden sich im besten Fall für das ganze Leben an ihn. Daher ist es wichtig, dass sie sich bei ihrer Entscheidung beraten lassen und auch Ergebnisse unterschiedlicher Tests zur privaten Krankenversicherung berücksichtigen. Nur auf dieser Grundlage lässt sich ein Anbieter finden, mit dem Versicherte langfristig zufrieden sind.

Sollten sie dennoch innerhalb der privaten Krankenversicherung wechseln wollen, ist es ratsam, nach Möglichkeit einen Tarifwechsel beim gleichen Anbieter anzustreben. Zwar lässt sich seit 2009 ein Teil der Altersrückstellungen zum neuen Versicherer mitnehmen. Das Polster, mit dem Beitragssprünge im Alter abgefedert werden, muss jedoch teils neu aufgebaut werden, was den Anbieterwechsel unattraktiv macht. Beim gleichen Unternehmen bleiben die Rückstellungen bei einem Wechsel jedoch erhalten.

Darüber hinaus ist der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Angestellte müssen ihr Einkommen so anpassen, dass sie damit unter die aktuelle Versicherungspflichtgrenze kommen. Privatversicherte Selbstständige können dagegen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, um GKV-Mitglied zu werden. Allerdings gelten diese Optionen nicht für über 55-Jährige. Hier hat der Gesetzgeber den Wechsel von der PKV in die GKV fast unmöglich gemacht.

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