Personen schieben Formen zusammen
Marcus Höhne
Marcus Höhne

Content-Manager

Zahnersatz Brücke: Welche Kosten können entstehen?

Was ist eine Brücke?

Um Zahnlücken mit Brücken zu schließen, verwendet der Zahnarzt Nachbarzähne als Pfeiler. Dazu werden die lückenbegrenzenden Zähne soweit beschliffen, dass der Arzt auf ihnen Kronen als Ankerpunkte für die Befestigung der Brücke setzt. Je nachdem, wie die Pfeilerzähne beschaffen sind, fällt auch die Wahl der Verankerungsform aus.

Das sind die Bestandteile einer Brücke:

Welche Arten von Brücken gibt es und was kosten sie?

Aus welchem Material bestehen Zahnbrücken?

Da die Brückenanker in der Regel aus Kronen bestehen, eignen sich prinzipiell alle Materialien, die auch für die Herstellung einer Krone funktionieren. Oftmals entscheidet die Sichtbarkeit des Zahnersatzes im Mund über die Wahl des Materials. Beispielsweise kommt eine Legierung aus Metall zum Einsatz, wenn die Brücke von außen nicht sichtbar ist.

Liegt der Zahnersatz im sichtbaren Bereich, erhält die Brücke eine Metalllegierung mit einer Teil– oder Vollverblendung. Das bedeutet, dass Keramik das Material teilweise oder ganz überzieht.

Diese Materialien können bei Zahnbrücken zum Einsatz kommen:

Gold

  • Sehr stabile Versorgung
  • Wird häufig aus ästhetischen Gründen dort eingesetzt, wo es nicht sichtbar ist

Metallkeramik

  • Innen aus Metall
  • Werden mit zahnfarbener Keramik überzogen
  • Oftmals im Schneide- oder Eckzahnbereich

Vollkeramik

  • Besteht vollständig aus zahnfarbener Keramik
  • Sehr ästhetisch, da optisch kaum ein Unterschied zu natürlichen Zähnen besteht

Mit welchen Kosten müssen Patienten bei einer Zahnbrücke rechnen?

Die Versorgung mit einer Zahnbrücke gilt als Standardtherapie unter der Regelversorgung. Die Krankenkasse bezuschusst daher die Behandlung. Ohne Boni durch ein sorgfältig gepflegtes Bonusheft deckt der Festzuschuss allerdings nur die Hälfte der Kosten der Regelversorgung. Die Gesamtkosten variieren stark nach Befund und aktuellem Gebisszustand.

Hier gibt es weiterführende Informationen zur Regelversorgung und Standardtherapie.

Vorrangig bestimmt die Position der Lücke im Gebiss, was die konkrete Regelversorgung ist. Fehlen die Zähne im sichtbaren Bereich, wird die Brücke teilverblendet. Wenn sich die Lücke im Seitenzahnbereich befindet, verwendet der Zahnarzt dagegen kein Keramik.

Zusätzlich dazu gibt es unterschiedliche sogenannte Verblendungsgrenzen für den Ober- und Unterkiefer. Die Regelversorgung deckt im Oberkiefer bis einschließlich zum fünften Zahn eine Verblendung, im Unterkiefer bis zum vierten Zahn.

Wünschen sich Patienten eine Versorgung, die natürlichen Zähnen in Form und Farbe nichts nachstehen, müssen sie in den meisten Fällen selbst dafür aufkommen oder eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Die Krankenkasse zahlt zwar weiterhin den Festzuschuss. Weicht die Behandlung aber etwa beim Material oder der Verblendung von der Regelversorgung ab, zahlen nur Zusatzpolicen. Je jünger Interessierte beim Abschluss sind, desto günstiger sind die Angebote, wie der Versicherungsvergleich zeigt.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Kosten entstehen können, wenn gesetzlich Krankenversicherte die Regelversorgung ablehnen und sich für eine andere, höherwertige Behandlung entscheiden.

Nr. Befund und Zahnersatz Fest­zuschuss* Kosten
2.1 Zahn­begrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn
Brücke aus Vollkeramik für zahn­begrenzte Lücke mit EINEM fehlenden Zahn
Mind. 374,38 Euro 800 Euro bis 1.600 Euro
2.2 Zahn­begrenzte Lücke mit zwei neben­einander fehlenden Zähnen
Keramik­brücke für zahn­begrenzte Lücke mit ZWEI neben­einander fehlenden Zähnen
Mind. 427,07 Euro 1.000 Euro bis 2.500 Euro
2.3 Zahn­begrenzte Lücke mit drei neben­einander fehlenden Zähnen
Implantat-Goldbrücke auf zwei Implantaten MIT EINEM Knochen­aufbau
Mind. 476,83 Euro 3.750 Euro bis 7.500 Euro
2.4 Front­zahnlücke mit vier neben­einander fehlenden Zähnen
Implantat­getragene Keramik­brücke auf zwei Zahn­implantaten MIT EINEM Knochen­aufbau
Mind. 522,53 Euro 2.950 Euro bis 7.000 Euro

*ohne Bonus

Verschiedene Umstände können die Behandlung erschweren und somit teurer machen:

  • Attachmentverlust (Zahn haftet nicht mehr im Kiefer)
  • Statische Probleme, durch ungünstige Position der Lücke
  • Mangelnde Pflege durch den Patienten
  • Kieferfehlstellung

Zahnbrücke oder Implantat: Was sind die Vor- und Nachteile?

Zahnlücken können vom Zahnarzt unterschiedlich geschlossen werden. Neben der Zahnbrücke dient dazu auch ein Implantat. Dieses hat im Vergleich zur Brücke einige Vorteile. Der größte Nachteil ist jedoch, dass die Kosten nicht von der Krankenkasse erstattet werden. Wer überlegt, welche Behandlungsform die beste ist, sollte daher Pros und Contras beider Versorgungsformen genau abwägen.

Zahnbrücke Implantat
Haltbar­keit 10 – 20 Jahre Über 20 Jahre
Kosten, je nach Befund 670 bis 870 Euro 1.500 bis 3.500 Euro
Ästhetik je nach Verblendung einem natürlichen Zahn ähnlich Nahezu identisch zu einem normalen Zahn
Funktions­weise Gute Wieder­herstellung der Kau­funktion Fast kein Unterschied zu einem natürlichen Zahn
Folge­behand­lungen Gesunde Zähne werden beschädigt, wodurch sich das Risiko von Folge­erkrankungen erhöht

Kiefer­knochen wird nicht belastet, dadurch kann Knochen­substanz zurückgehen

Hohe Belastung für Pfeiler­zähne

Gewebe­entzündung kann zum Knochenabbau führen

Nerven, Blutgefäße oder Neben­zahnwurzeln können durch die OP verletzt werden

Fest­zuschuss Bei der Regel­versorgung übernimmt die Kasse mindestens die Hälfte der Kosten Kaum Zuschuss

Bei Komplikationen zahlt der Patient

Behandlungs­dauer In den meisten Fällen nur wenige Wochen Etwa 2 bis 6 Monate

Ausschlaggebend für die Wahl des Zahnersatzes ist der Zustand des Gebisses und die Einschätzung des Zahnarztes. Tendenziell empfehlen Zahnärzte Implantate aufgrund der Ästhetik eher im Frontzahnbereich. Sobald diese eine untergeordnete Rolle spielt, sollten Faktoren wie die Eignung des Patienten für eine Implantation, die Knochenstruktur, die Umgebung der Zahnlücke und vor allem das Budget bzw. die Versicherung des Patienten als Entscheidungsgrundlage dienen.

Diese Voraussetzungen sollten Patienten für eine erfolgreiche Implantation erfüllen:

  • Gute Mundhygiene
  • Kaum bis keine Parodontitis
  • Gutes Knochenangebot
  • Kein exzessiver Tabletten- oder Nikotinkonsum
  • Zusatzversicherung, die solche Leistungen abdeckt

Lohnt sich Zahnersatz im Ausland?

Eine Zahnbehandlung im Ausland kann bis zu 70 Prozent günstiger als hierzulande sein und das ohne einen Qualitätsverlust. Ein Grund dafür ist das dortige Lohn- und Preisniveau. Patienten sollten jedoch über potenzielle Zusatzkosten nachdenken. Denn sowohl die Kosten für die An- und Abreise als auch für die Übernachtung zahlen sie. Sollten Komplikationen auftreten und eine erneute Reise notwendig werden, kann die Ersparnis bereits verpufft sein.

Ein weiterer Aspekt, den Interessenten bedenken sollten, ist, dass der lokale Zahnarzt aus Haftungsgründen keine Nachbesserungen am ausländischen Zahnersatz durchführen muss.