Grauer Star-OP Sind die Kosten von der Kranken­versicherung abgedeckt?

Die OP bei Grauem Star ist ein Routineeingriff
Die Kosten für die OP erstatten die Krankenversicherungen
Als Privatpatient hast du aber mehr Auswahl & Vorteile beim Gesundheitsschutz

Grauer Star OP Kosten

Schneller Überblick gefällig?

Was kostet eine Grauer Star-OP?

Bei der Diagnose Grauer Star handelt es sich um eine Augenerkrankung, bei der sich die Augenlinse immer stärker trübt und grau verfärbt. Bei Erblindung wird zudem der Blick starr, sodass sich so der Name Grauer Star (Katarakt) ableitet.

Mit rund 700.000 Grauer Star-Operationen pro Jahr zählt der Eingriff zu den häufigsten Augen-OPs. Dies ist nicht verwunderlich: Einerseits tritt die Erkrankung in den meisten Fällen altersbedingt auf. Viele Senioren haben mit den Anzeichen des Alters zu kämpfen. Andererseits gibt es keine Alternative zur Operation. Nur mit dem Austausch der trüben Linse durch eine Kunstlinse lässt sich das Sehvermögen wiederherstellen.

Vier Fakten zum Thema Grauer-Star-OP & Kosten

  1. Die Kosten für die Grauer Star-OP hängen von verschiedenen Faktoren ab, etwa der OP-Methode, der Art der eingesetzten Linse und zusätzlichen Voruntersuchungen.
  2. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Behandlungskosten nur für Standardlinsen und wenn die OP mit Ultraschall durchgeführt wird. Die Kosten liegen bei etwa 1.800 Euro pro Auge.
  3. Willst du andere Linsen oder ein modernes Laser-OP-Verfahren, musst du die Mehrkosten selbst zahlen.
  4. Die private Krankenversicherung erstattet dir hingegen Leistungen wie Laserbehandlungen und verschiedene Linsenarten.

Das Beispiel Grauer Star OP zeigt es: Die private Krankenversicherung bietet dir einen Versicherungsschutz mit mehr Komfort. Willst du wissen, wie die PKV in dein Leben passt? Dann hole dir gleich hier ein persönliches Angebot inklusive Beratung durch einen Versicherungsexperten.

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Die wichtigste Frage zuerst

01 Grauer Star-OP: Welche Kosten übernimmt die Krankenversicherung?

Schätzungsweise zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden am Grauen Star. Betroffene müssen sich früher oder später einer Katarakt-OP unterziehen, andernfalls verlieren sie ihr Augenlicht komplett. Die Kosten für den Eingriff hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Gewählter Augenarzt
  • Art der Operationsmethode
  • Art der eingesetzten Linse
  • Zusatzleistungen in Form von weiteren Voruntersuchungen

Welche Kosten zahlt die gesetzliche Krankenversicherung und was zahlt sie nicht?

Die Krankenkasse übernimmt die Behandlungskosten nur dann komplett, wenn du dich für eine Standardlinse (Monofokallinse) entscheidest und der Eingriff mit Ultraschall (Phakoemulsifikation) durchgeführt wird. Pro Auge kostet die OP rund 1.800 Euro, je nach Augenarzt und Praxis können es allerdings auch deutlich mehr sein.

Entscheidest du dich für eine andere Linse, musst du als Selbstzahler für die Mehrkosten aufkommen. Denn Sonderlinsen zählen nicht zu den Kassenleistungen. Pro Linse können Kosten zwischen 400 Euro und 800 Euro auf dich zukommen. Soll bei deiner Kataraktoperation ein Femtolaser statt Ultraschall zum Einsatz kommen, wird es nochmals teurer. Zwischen 1.000 Euro und 1.500 Euro stehen dann noch auf der Rechnung der Selbstzahler.

Was erstattet die private Krankenversicherung bei der Grauer-Star-OP?

Bist du Privatpatient, bekommst du dagegen auch Leistungen bezahlt, die die Gesetzliche nicht übernimmt. Das betrifft beispielsweise die Laserbehandlung. Allerdings zahlt die PKV diese Leistung nur, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst. Dazu erfährst du unten noch mehr.

Die privaten Versicherer erstatten oftmals jede Linsenart. Außerdem gehören zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen wie die optische Biometrie per Lasertechnik zur Linsenberechnung oder die optische Kohärenztomografie (OCT) zur Untersuchung der Netzhaut zum Versicherungsumfang vieler PKV-Anbieter.

Für dich heißt das: Als Privatpatient stehen dir moderne Behandlungsmethoden zur Verfügung, die dir dein Versicherer später bezahlt.

Als gesetzlich Versicherter erhältst du mit der Ultraschallbiometrie und Standardlinsen nur die Basisleistung. Willst du einen anderen Linsentyp oder eine alternative OP-Methode, die keine Kassenleistung ist, musst du diese Leistungen selbst bezahlen.

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PKV: Wann zahlt sie die Kosten für die Graue-Star-OP?

Pro Auge können Augenärzte bei Privatpatienten zwischen 714 Euro und 910 Euro für den Lasereinsatz abrechnen. Hinzu kommen die Kosten für die Linse.

Merke dir unbedingt diese Voraussetzung: Die private Krankenversicherung kommt für den Laser auf, wenn dein Arzt die Grauer Star-OP als klassische Kataraktoperation abrechnet (Nr. 1375 der Gebührenordnung der Ärzte – GOÄ).

Zeichnet er sie hingegen als intraoperative Strahlenbehandlung (Nr. 5855) aus, droht eine Ablehnung der Leistung. Denn aus Sicht der Versicherer liegen die Voraussetzungen für diese Abrechnung nicht vor. Mehrere Gerichte haben der privaten Krankenversicherung diesbezüglich den Rücken gestärkt, etwa das Amtsgericht München (Aktenzeichen 233 C 14473/17).

Um unerwartete Mehrkosten von bis zu 1.500 Euro zu vermeiden, gibt es zwei Dinge, die du tun kannst:

  • Bevor du dich behandeln lässt, bitte deinen Arzt um einen Kostenvoranschlag. Dadurch erhältst du eine genaue Einschätzung der Kosten für dich als Privatpatient.
  • Kläre im Voraus mit deiner Krankenversicherung, ob sie die Kosten übernimmt.

Wie bemerkst du die Erkrankung?

02 Welche Ursachen und Symptome hat der Graue Star?

90 Prozent der Fälle von Grauer Star sind altersbedingt, häufig beginnt die Krankheit ab dem 60. Lebensjahr. Trotzdem gibt es noch andere Ursachen für die Erkrankung, etwa:

  • Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • Verletzung des Auges
  • Augenentzündung
  • Rauchen und starker Alkoholkonsum
  • Starke Belastung durch UV-Licht

Bist du von Grauem Star betroffen, merkst du, wie deine Sehkraft allmählich abnimmt. Eine Art Schleier oder ein Nebel kann in der Mitte des Sehfelds beim Lesen sowie Sehen in der Ferne deine Sicht trüben. In fortgeschrittenem Stadium hat sich diese Trübung auf dem gesamten Gesichtsfeld ausgebreitet. Erkrankte reagieren zudem empfindlich, wenn sie geblendet werden. Ihre räumliche Wahrnehmung nimmt ab, sie sehen unscharf und kontrastarm.

Der Graue Star entsteht schleichend. Diese vier Stadien der Krankheit unterscheiden die Ärzte:

  • Beginnende Linsentrübung: Geringe Einschränkungen, keine OP notwendig
  • Fortgeschrittene Linsentrübung: Deutliche Einschränkungen, OP empfohlen
  • Reifer Grauer Star: Komplette Trübung, OP dringend empfohlen
  • Überreifer Grauer Star: Vergrößerung der getrübten Linse, umgehende OP, um Folgeschäden wie Grüner Star zu vermeiden

Die Linse kann sich an verschiedenen Stellen trüben. Augenärzte unterteilen hier zwischen einer Rinden- und Kerntrübung sowie einer Schalentrübung. Die Symptome unterscheiden sich teilweise.

TrübungHäufige Symptome des Grauen Stars
Rinden­trübungBlend­empfindlich­keit
Kern­trübungProbleme beim Sehen in der Ferne, Doppel- und Mehrfach­bilder
Schalen­trübungProbleme beim Sehen in der Nähe, Blend­empfindlich­keit

Auch Kinder können an Katarakt erkranken oder sie haben die Linsentrübung von Geburt an. Ein erstes Anzeichen für Grauen Star bei Kindern kann das Schielen sein. Wichtig ist, dass die Augenkrankheit früh behandelt wird, um eine dauerhafte Sehminderung zu vermeiden.

Jenny
Jenny
Expertin für Krankenversicherungen

Das kommt auf dich zu

03 Wie läuft die Behandlung des Grauen Stars ab?

Natürlich beginnt alles mit der Diagnose beim Augenarzt. Dieser stellt etwa mithilfe des Brückner-Tests (Durchleuchtung des Auges) oder durch die Untersuchung an der Spaltlampe fest, dass etwas mit deinem Sehvermögen nicht stimmt. Ist die Krankheit bereits im zweiten bis vierten Stadium, wird die mikrochirurgische Operation eingeplant.

Die Graue-Star-OP

Bei der Augen-OP wird die trübe Linse entweder zum Teil oder ganz entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist dafür meist nicht notwendig. Stattdessen nimmt der Arzt den Eingriff ambulant bei örtlicher Betäubung vor. Der Linsenaustausch dauert rund 30 Minuten. Am Tag nach der Augen-OP findet meistens schon die erste Nachuntersuchung statt.

Viele Patienten bemerken schon kurz nach dem Eingriff eine Verbesserung ihrer Sehkraft. Bei anderen kann es dagegen einige Wochen dauern, bis sich das Sehsystem an die Intraokularlinse anpasst.

Da der Graue Star in der Mehrheit beide Augen betrifft, wird die Operation noch einmal an dem anderen Auge wiederholt. Dies passiert aber erst, wenn das erste Auge wieder gesund ist. Die einmal eingesetzte künstliche Linse bleibt für den Rest deines Lebens im Auge.

In Deutschland gibt es zwei gängige OP-Methoden, um die trübe Linse zu entfernen:

  • Intrakapsuläre Kataraktextraktion: Entfernung von Linse und Kapsel, häufige Anwendung bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium
  • Extrakapsuläre Kataraktextraktion: Öffnung der vorderen Linsenkapsel und Entfernung des Linsenkerns, hornhautschonende Methode

Bei der letzten Variante wird eine künstliche Linse in die natürliche Linsenkapsel eingesetzt. Diese Methode hat sich als Standard durchgesetzt. Aber auch hier hast du beziehungsweise dein Arzt die Wahl aus zwei OP-Verfahren:

  1. Die Phakoemulsifikation: Entfernung des Linsenkerns mit Ultraschall
  2. Der Femtosekundenlaser: Entfernung und Austausch der Linse mithilfe eines hochpräzisen Lasers

Beim Ultraschallverfahren erfolgt ein wenige Millimeter breiter Schnitt in die Hornhaut. Das OP-Verfahren ist moderner als frühere, manuelle Methoden. Als Patient bist du durch die schnellere Heilung schneller wieder im Alltag einsatzfähig.

Doch Ärzte greifen zunehmend auf den sogenannten Femtosekundenlaser oder Femtolaser zurück. Im Gegensatz zum Ultraschall wird die Netzhaut weniger stark belastet. Zudem sind die Schnitte präziser. Allerdings steht die Bewertung der gesundheitlichen Vorteile vonseiten der Krankenkassen noch aus. Bist du Kassenpatient, ist die Methode für dich daher (noch) eine Selbstzahlerleistung.

 

Welche Risiken gibt es bei der Operation von Grauem Star?

Bei der Grauer Star-OP ist es sehr unwahrscheinlich, dass es zu Komplikationen kommt. Dennoch handelt es sich noch immer um einen chirurgischen Eingriff, es gibt also minimale Risiken wie

  • Hornhautverkrümmung,
  • Entzündung infolge von Bakterieninfektion,
  • Blutungen im Auge und
  • Netzhautablösung durch Kapselriss.

Generell kann sich zudem ein Nachstar bilden. Dabei kommt es zu einer Trübung der hinteren Kapsel im Auge. Der Nachstar lässt sich unkompliziert mit einem Lasereingriff beheben.

Es gibt keine Altersgrenze für die Grauer Star-OP. Lässt du deinen altersbedingten Grauen Star erst spät behandeln, musst du dich nicht sorgen, dass es für eine zielführende Behandlung zu spät ist. Ärzte führen die OP bei Patienten jeden Alters durch.

Jenny
Jenny
Expertin für Krankenversicherung

Welche Linse bringt dir Durchblick?

04 Was unterscheidet die Linsen, die für die Grauer Star-OP verwendet werden?

Die neue Intraokularlinse muss die gleiche Brechkraft wie die alte natürliche Linse haben. Die Stärke berechnet der Augenarzt. Die Linsen selbst unterscheiden sich hinsichtlich Platzierung im Auge, Material und optischen Besonderheiten:

Implantations­ortMaterial
Iris­getragene LinseAn der Iris, Keine Verwendung mehr in Deutschland aufgrund häufiger Verletzung der Hornhaut bei Befestigung
Vorderkammer­linseVor der Iris, Nutzung eher selten, da Gefahr einer Erkrankung an Grünen Star oder Trübung der Hornhaut bestehtPolymethyl­methacrylat (Plexiglas)
Hinterkammer­linseHinter der IrisSilikon, Acryl, Plexiglas

Linsenarten Vor- und Nachteile

Multifokal­linseMonofokal­linse
Gute Sehschärfe für nahes und fernes SehenJaNein
Keine Brille mehr nötig nach OP?JaNein
Blend­empfindlich­keit?NeinJa
Scharfe Kontraste?NeinJa
Niedrige KostenNeinNein
Kosten­übernahme durch gesetz­liche Kranken­kasse?NeinJa

Eine Monofokallinse kann bis zu 2.000 Euro kosten. Bei der Multifokallinse sind es sogar bis zu 3.000 Euro. Generell schwanken die Kosten extrem, je nach Arzt und Praxis.

Darüber hinaus gibt es weitere Sonder- beziehungsweise Speziallinsen, zum Beispiel:

  • Torische Linse, bei der eine etwaige Hornhautverkrümmung korrigiert wird (1.000 Euro bis 2.000 Euro pro Linse)
  • Asphärische Linse, bei der die Kontrastwahrnehmung im Dämmerlicht besser ist (ab 700 Euro pro Linse)
  • Blaufilterlinse, schützt durch das Herausfiltern des blauen Anteils im Licht Netzhautzellen (ab 700 Euro pro Linse)

Aus medizinischer Sicht sind diese Premiumlinsen in der Regel nicht notwendig. Vielmehr dienen sie dazu, dein Leben zu vereinfachen, etwa wenn du keine Brille mehr benötigst. Bei der Grauer Star-OP werden die Kosten dieser Linsen daher nicht von der Krankenkasse erstattet. In der privaten Krankenversicherung zeigt man sich oftmals großzügiger.

Die größere Auswahl an modernen Heilmethoden und Hilfsmitteln ist selbstverständlich nicht auf die Kataraktoperation beschränkt. Lass dich beraten, welche Vorteile in der Gesundheitsversorgung dir die PKV bietet und hole dir ein individuelles Angebot.

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Zuletzt aktualisiert am: 14.02.2024

Autor des Beitrags

Jenny
Expertin für Krankenversicherungen