Freiwillig gesetzlich versichert?

Besser Vorteile der PKV nutzen.

  • Gutverdiener zahlen in der GKV hohen Beitrag
  • In der PKV warten geringere Kosten und höhere Leistungen
  • Persönlich besten Schutz jetzt finden

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Zuletzt aktualisiert: November 2020

Freiwillig gesetzlich versichert: Bei hohen Einkommen eher nachteilig

Freiberufler und Selbstständige, Beamte sowie Arbeitnehmer ab einem bestimmten Einkommen sind nicht gesetzlich pflichtversichert. Stattdessen haben sie die Wahl zwischen der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung. Entscheiden Sie sich,  freiwillig gesetzlich versichert zu sein, resultieren daraus eventuell Nachteile bei der Beitragshöhe sowie beim Leistungsumfang.

Nachteil Leistungsumfang: Nur was medizinisch notwendig ist, wird bezahlt

Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, hat den Nachteil, dass er nicht vom umfangreichen Leistungsplus der privaten Krankenversicherung profitiert. Denn freiwillig Versicherte erhalten die gleichen Leistungen wie in der gesetzlichen Pflichtversicherung. Das bedeutet: Die Krankenkasse bezahlt Behandlungen und Eingriffe, die aus medizinischer Sicht notwendig sind. Je nach Kasse sind in geringem Umfang Zusatzleistungen inbegriffen.

In der privaten Krankenversicherung legen Versicherte hingegen das Leistungsspektrum individuell fest. So erhalten Gutverdiener in der PKV nicht selten einen besseren Leistungsumfang bei gleichzeitig niedrigerer Beitragsbelastung.

Längere Wartezeiten beim Arzt für freiwillig gesetzlich Versicherte?

Bei Terminvergabe und Wartezeiten bei Ärzten werden freiwillig gesetzlich Versicherte nicht besser gestellt als Pflichtversicherte – obwohl gerade Gutverdiener wesentlich höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. Wer auf eine schnelle Behandlung Wert legt, findet in der privaten Krankenversicherung den besseren Gesundheitsschutz.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung: Wann zahlen Gutverdiener mehr als in der PKV?

In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Solidarprinzip: Alle bezahlen mit ihren Beiträgen die Gesundheitskosten aller Versicherten. Der Versicherungsbeitrag richtet sich dabei nach dem Einkommen. Wer viel verdient, wird daher stärker belastet. Daraus ergibt sich jedoch kein Anspruch auf eine umfangreichere Leistung.

Selbstständige, Freiberufler und Beamte fallen automatisch aus der gesetzlichen Pflichtversicherung raus. Für Angestellte ist dies erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von 5.362,50 Euro (Stand: 2021) der Fall. Für alle gilt: Haben Sie ein hohes Einkommen, wird dieses in der gesetzlichen Krankenversicherung nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 4.837,50 Euro herangezogen.

Für Angestellte bedeutet dies allerdings, dass sie in der freiwillig gesetzlichen Versicherung sofort den Höchstsatz zahlen. Er beträgt 2021 mindestens 14 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Wollen Versicherte einen Krankengeldanspruch haben, sind es 14,6 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt ergibt sich für Gutverdiener eine monatliche Beitragsbelastung zwischen 677,25 Euro und 706,28 Euro – ohne Zurechnung der Pflegeversicherung und zuzüglich individuellem Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse.

Zum Vergleich: Für einen leistungsstarken Tarif in einer privaten Krankenversicherung zahlt ein 35-Jähriger zwischen 326 Euro und 592 Euro monatlich. Enthalten sind dann meist Leistungen wie Chefarztbehandlungen, eine individuellere Unterbringung in Krankenhäusern oder die Übernahme von Kosten für Zahnersatz.

Nachfolgend einige Beispiele für die einkommensabhängige Berechnung der Beiträge in der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch:

Bruttoeinkommen von...
  • ...4.837,50 Euro oder mehr: - 706,28 Euro
  • ...3.500,00 Euro: - 511 Euro
  • ….2.500,00 Euro: - 365 Euro
  • ...2.000,00 Euro: - 292 Euro

Freiwillig gesetzlich versichert: Nachteil Einkommensberechnung

Nicht selten sorgen Gutverdiener durch Geldanlagen oder Immobilien- bzw. Grundstückskäufe finanziell vor. Dies wirkt sich bei der Beitragsberechnung in der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung nachteilig aus. Denn anders als in der Pflichtversicherung zählt nicht nur das Arbeitskommen als Grundlage für die Berechnung. Auch Kapitalerträge sowie Erträge aus Vermietung und Verpachtung werden hinzugezogen.

Darüber hinaus gelten folgende Regelungen für die Einkommensberechnung:

Nachteile für Rentner in der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung

Rentner, die nicht die Voraussetzungen für die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) erfüllen, haben die Möglichkeit, sich freiwillig gesetzlich zu versichern. Betroffen sind in der Regel Rentner, die berufstätig waren, aber nicht in der zweiten Hälfte ihrer Erwerbszeit mindestens zu 90 Prozent gesetzlich versichert waren – egal ob als Pflichtmitglied oder freiwilliges Mitglied.

Als freiwillig versichertes Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt für sie allerdings, dass der Krankenkassenbeitrag nicht nur auf ihre gesetzliche Rente anfällt. Sie müssen auch auf Einkünfte aus privaten Altersvorsorgen, Kapitalanlagen sowie Vermietungen und Verpachtungen den Beitragssatz von 14 beziehungsweise 14,6 Prozent entrichten.

Daher sollten Gutverdiener frühzeitig abzuwägen, ob eine private Krankenversicherung trotz steigender Beiträge im Alter die günstigere Lösung auch im zukünftigen Rentenalter sein kann. Da die Berechnung der Kosten jedoch komplex ist und von vielen Faktoren abhängt, ist eine individuelle Beratung durch einen Versicherungsexperten anzuraten.