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Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

PKV-Beitragserhöhung 2023: Für jeden Dritten wird’s teurer

Rund ein Drittel der Privatversicherten müssen sich 2023 auf steigende Beiträge einstellen. Die PKV-Beitragserhöhung liegt dabei im Schnitt bei drei Prozent, wie der PKV-Verband mitteilt. Für Angestellte und Selbstständige steigen zudem die Kosten für die Pflegeversicherung.

  • Steigende Behandlungskosten führen dazu, dass die privaten Krankenversicherer 2023 ihre Beiträge anpassen.
  • Außerdem müssen privat versicherte Angestellte und Selbstständige rund 30 Euro mehr im Monat für die Pflegeversicherung einplanen.

So mancher Privatversicherter erhält in diesen Tagen unliebsame Post vom Versicherer. Darin macht der Anbieter auf seine PKV-Beitragserhöhung 2023 aufmerksam. Rund jeden dritten der 8,7 Millionen Privatversicherten wird es treffen. Im Schnitt erhöhen sich die Kosten für den Krankenversicherungsschutz zwar nur um rund drei Prozent. Im Einzelfall kann die Beitragsanpassung allerdings auch deutlicher im zweistelligen Bereich ausfallen, berichtet das Handelsblatt.

Mit rund drei Prozent liegt die PKV-Beitragserhöhung 2023 unter dem Schnitt der Vorjahre. 2022 stiegen die Kosten für die private Krankenversicherung um 4,1 Prozent, im Jahr davor sogar über 8 Prozent.

Medizinischer Fortschritt treibt PKV-Kosten in die Höhe

Der Durchschnittsbeitrag steigt laut dem PKV-Verband im kommenden Jahr von 535 Euro im Monat auf 551 Euro. Die Beiträge für Beamte sind dort jedoch nicht inbegriffen. Durch die Beihilfe fallen ihre PKV-Kosten deutlich niedriger aus.

Als Ursache für die Beitragsanpassung nennt der PKV-Verband die steigenden Kosten für ärztliche Behandlungen im Zuge des medizinischen Fortschritts. Dabei dürfen die Versicherer die Beiträge erst anpassen, wenn ein gewisser Schwellenwert überschritten ist. „So muss die allgemeine Teuerung der Medizin den Versicherten nachträglich ‚auf einen Schlag‘ in Rechnung gestellt werden – nachdem die Beiträge zuvor oft mehrere Jahre unverändert geblieben sind“, erläutert der Verband.

Tipp:

Wird die private Krankenversicherung zu teuer, sollten Betroffene einen Tarifwechsel prüfen.

PKV-Beitragserhöhung 2023 geht mit höheren Pflegekosten einher

Neben den steigenden PKV-Kosten wird zudem die Pflegepflichtversicherung für Angestellte und Selbstständige zum 1. Januar 2023 teurer. Hintergrund sind die zuletzt umgesetzten Reformen zur finanziellen Entlastung von Pflegebedürftigen und zur besseren Bezahlung von Pflegekräften. Dies bedeutet dem PKV-Verband zufolge zusätzliche Ausgaben in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr.

Um die Kosten zu decken, steigt der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung. Sie stellt das Pendant für privat Krankenversicherte zur Sozialen Pflegeversicherung dar, in der gesetzlich Krankenversicherte Mitglied sind.

Der durchschnittliche Monatsbeitrag für die Pflegeversicherung erhöht sich von 74 Euro auf 104 Euro pro Monat. Beamte zahlen bereits seit dem 1. Juli 2021 mehr für die Absicherung.

Auf der Gegenseite werden Privatpatienten durch den Wegfall des Corona-Zuschlags etwas entlastet. Dieser Beitrag zwischen 3,40 Euro und 7,30 Euro pro Monat muss nur noch bis Ende des Jahres gezahlt werden.

PKV wird für Neukunden teurer

Nicht nur für Privatversicherte steigen die Beiträge, sondern auch für Personen, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen. Je nach Anbieter liegen die durchschnittlichen Anpassungen für Angestellte und Selbstständige bei bis zu elf Prozent. Die folgende Übersicht des BAP-Guides PKV des Branchendienstes Gewa-Comp zeigt exemplarisch, welche PKV-Tarife 2023 teurer werden:

  • HanseMerkur – „KVS1“
  • Barmenia – „einsAexpert (EXP1)“, „einsAprima (PRIM1)“, „einsAexpert+ (EXP1+)“
  • LVM – „A 0“, „A 230“, „A 1200“
  • uniVersa – „uni-A 1360“, „uni-ZA 100“, „uni-A 620“
  • AXA – „Vital300-U“

Tipp:

Zwar sind die Kosten für den Versicherungsschutz ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines geeigneten PKV-Tarifs – noch wichtiger sind allerdings die Leistungen. Lassen Sie sich daher von einem Experten unterstützen und vergleichen Sie mehrere Angebote zur PKV, um Ihren Preis-Leistungs-Sieger zu finden.

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Kosten für Kassenpatienten steigen 2023 ebenfalls

Nicht nur viele Privatversicherte werden 2023 mehr für ihre Krankenversicherung zahlen. Auch für gesetzlich Krankenversicherte wird es teurer. Der Bundestag am Donnerstag hat das Finanzstabilisierungsgesetz beschlossen, das unter anderem die Erhöhung des Zusatzbeitrags auf 1,6 Prozent vorsieht. Demnach liegt der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag 2023 bei 16,2 Prozent, wobei sich der Arbeitgeber zur Hälfte daran beteiligt.

Da die Kassen ihren Zusatzbeitrag selbst festlegen, kann der individuelle Beitrag höher oder niedriger liegen. Angesichts des Defizits von 17 Milliarden Euro ist jedoch nicht zu erwarten, dass die Krankenkassen ihre Beiträge nach unten korrigieren werden.