Berufsunfähigkeit und Psyche: Seelische Leiden sind die Hauptursachen.

Stetiger Wandel, der schnelle Anpassung erfordert, hohe Komplexität, die zu Unübersichtlichkeit und Unsicherheit führt – das moderne Leben im Beruf und im Alltag fordert sehr viel. Darunter leidet oft die Psyche. Dauerhafter Stress kann zu Arbeitsausfall bis hin zu Berufsunfähigkeit wegen psychischer Krankheiten führen.

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Berufsunfähigkeit bei psychischen Erkrankungen: Welche finanzielle Absicherung gibt es?

Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, ist sehr hoch – jeden Vierten trifft es. Psychische Probleme sind dabei der Hauptgrund, weshalb Frauen und Männer vorzeitig aus dem Job aussteigen. Laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gingen zuletzt rund 29 Prozent aller gemeldeten Fälle von Berufsunfähigkeit auf psychische Krankheiten zurück.

  • Psychische Leiden wie Depression, Burnout oder Angst gehören zu den Hauptursachen für Berufsunfähigkeit.
  • Der dauerhafte Stress und die Erschöpfung können jeden treffen – in jeder Altersgruppe und in jedem Job.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet finanzielle Absicherung, wenn Betroffene wegen einer psychischen Krankheit aus dem Berufsleben aussteigen müssen.

Wer schon frühzeitig abgesichert ist, hat gut vorgesorgt. Mit einer Vorerkrankung gestaltet sich der Versicherungsabschluss etwas schwieriger. Auf dieser Seite erfahren Interessierte, was sie tun müssen, um die Chance auf einen BU-Abschluss zu erhöhen.

Dieser Ratgeber behandelt folgende Bereiche zum Thema:

Psychische Erkrankungen – die Hauptursache für Berufsunfähigkeit

Psychische Erkrankungen kommen in der Gesellschaft nicht so selten vor wie angenommen. Laut Analyse der Debeka-Versicherung steigt die Anzahl der Behandlungen von psychischen Krankheiten in einer Klinik oder im wahlärztlichen Bereich des Krankenhauses (bei einem Chefarzt oder Facharzt) langsam an. So lag der Anteil 2019 rund 3,2 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahr. Für 2020 errechnete der Lebensversicherer ein weiteres Plus von 1,7 Prozent.

Laut aktuellen Zahlen zu den Ursachen von Berufsunfähigkeit sind psychische Krankheiten mit rund 33,5 Prozent der Spitzenreiter auf Platz 1. Zusammen mit Störungen im Skelett- und Bewegungsapparat (etwa 20 Prozent) machen sie etwas mehr als die Hälfte der Fälle aus. Erst danach folgen Neubildungen von bösartigen Geschwülsten (zum Beispiel Krebs), Unfälle oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Häufige psychische Krankheiten, die zu einer Berufsunfähigkeit führen können:

  • Burnout
  • Depression
  • Angst- und Panikattacken
  • Zwangsstörungen
  • Bipolare Störung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Schizophrenie
  • Wochenbettdepression
  • Anpassungsstörungen

Viele Menschen nehmen an, dass vor allem Berufe, die körperlich anstrengend oder mit einem hohen Unfallrisiko verbunden sind, zu einem gesundheitsbedingten vorzeitigen Ausstieg aus dem Beruf führen. Doch von Berufsunfähigkeit ist jeder Erwerbstätige betroffen. Gerade psychische Erkrankungen sind an keine Altersgruppe und keine Berufsgruppe geknüpft.

Eine frühzeitige Vorsorge wie die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die den Einkommensverlust wegen langer Erkrankung abfedert, ist daher dringend zu empfehlen.

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Wer zahlt bei Berufsunfähigkeit wegen der Psyche?

Als berufsunfähig gilt, wer nur noch 50 Prozent seiner Arbeitsleistung erbringen kann. Diese Einschränkung muss sich zudem über einen langen Zeitraum von mindestens sechs Monaten ziehen.

Achtung:

Werden diese Vorgaben nicht erreicht, zahlt die Versicherung nicht!

Wer eine BU hat, kann bei ärztlich bestätigter Berufsunfähigkeit einen Leistungsantrag stellen. Wenn der Versicherungsvertrag keine Einschränkungen enthält, etwa den Ausschluss von Krankheiten der Psyche, dann sollte der Weg zur BU-Rente frei sein.

Welche weiteren Absicherungen und staatliche Hilfen gibt es?

Auch die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) deckt psychische Erkrankungen mit ihrem Versicherungsschutz ab. Im Vergleich zu einer BU sind die Bedingungen, die es zu erfüllen gilt, um die Erwerbsunfähigkeitsrente zu erhalten, viel strenger. Denn wer erwerbsunfähig ist, kann nur noch wenige Stunden arbeiten, egal in welchem Job. Bei der Berufsunfähigkeit bezieht sich die Einschränkung dagegen nur auf die aktuelle Tätigkeit.

Wer kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter steht, kann auch eine Frührente in Betracht ziehen. Sie ermöglicht es, eher in den Ruhestand zu wechseln. Allerdings ist dies mit Abschlägen, also einer geringeren Rente verbunden.

Ohne private Absicherung kann eine erwerbsunfähige Person nur von der Erwerbsminderungsrente leben. Doch diese staatliche Hilfe ist erstens so gering, dass sie kaum zum Leben ausreicht.

Zweitens sind nur Erwerbstätige anspruchsberechtigt, die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben. Selbstständige und Freiberufler halten diese staatliche Leistung in der Regel nicht. Sie müssen privat vorsorgen, damit sie – falls sie aus Krankheitsgründen kein Einkommen mehr erarbeiten können – nicht ohne Geld dastehen.

Tipp:

Die trüben Aussichten beim Blick auf die finanziellen Hilfen durch den Staat machen eines deutlich: Eine private Vorsorge zur Einkommensabsicherung zahlt sich im Leistungsfall aus. Die erste Wahl ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Neben Selbstständigen können auch Angestellte damit die finanzielle Lücke schließen, die ein anhaltender, krankheitsbedingter Arbeitsausfall aufreißt.

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BU-Versicherung abschließen trotz psychischer Krankheit: Geht das?

Da psychische Krankheiten der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit sind, ist es nicht leicht, eine BU abzuschließen, wenn eine dieser Krankheiten bereits diagnostiziert wurde. Bei Versicherern schrillen dann die Alarmglocken, wenn sie einen Aufnahmeantrag erhalten und Depression und Co. als Vorerkrankung erfasst ist. Der Weg bis zur Berufsunfähigkeit ist dann nicht mehr weit, fürchten sie. Daher lehnen die meisten Versicherer derartige Anträge von vornherein ab.

Vorab-Check über eine anonyme Risikovoranfrage

Trotz dieser Einschätzung sollten Interessierte selbst prüfen, ob nicht doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Zusage macht. Dies geht am besten, wenn sie die Hilfe eines Versicherungsberaters in Anspruch nehmen. Denn anders als der Otto-Normalverbraucher kann der Experte unverbindliche und anonyme Anfragen an die Versicherungsunternehmen stellen.

Wie funktioniert die anonyme Risikoanfrage?

Zu jeder Berufsunfähigkeitsversicherung gehört eine Gesundheitsprüfung. Der Versicherer hat dazu eine Reihe von Fragen zur Krankengeschichte für den Interessenten zusammengestellt. Darin geht es um die Krankheiten, Therapien und Krankenhausaufenthalte aus den vergangenen fünf bis zehn Jahren. Die Gesundheitsfragen muss der Antragsteller sorgfältig und wahrheitsgemäß beantworten.

Tipp:

Für die genaue Beantwortung können Versicherungsnehmer auch die Hilfe ihrer Ärzte oder Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Diese können Diagnosen erklären, Einblick in Unterlagen gewähren oder Gutachten zum Stand und zum Ausblick der Therapie erstellen. Diese Details helfen der Versicherungsgesellschaft, das Risiko der Vorerkrankung angemessen einzuschätzen.

Der Versicherungsberater sendet diese Unterlagen ohne persönliche Daten an den Wunschversicherer. So erfährt er, wie der Anbieter eine vorhandene psychische Erkrankung bewertet. So kann der Versicherer:

einen Risikozuschlag berechnen. Dadurch wird die BU deutlich teurer.

psychische Erkrankungen aus dem Versicherungs­schutz ausschließen (Leistungs­ausschluss). Das verkleinert den Leistungsumfang.

den Vertrag komplett ablehnen, weil ihm das Risiko zu groß ist.

Ein uneingeschränkter Versicherungsschutz ist bei Vorerkrankungen unwahrscheinlich. Von diesem Wunsch müssen sich Interessierte verabschieden.

Und es gibt noch einen Vorteil der anonymen Anfrage: Sie verhindert, dass die Daten des Antragstellers in der sogenannten Hinweis- und Informationsdatenbank der Deutschen Versicherungswirtschaft gespeichert werden. Dort sammeln die Versicherer die Angaben von Personen, die – aus welchen Gründen auch immer – eine Ablehnung erhalten haben. Dadurch ist es für den normalen Verbraucher fast unmöglich sich nach einer Absage einfach bei einem anderen Versicherer anzumelden.

Der Weg mit der anonymen Risikovoranfrage über einen Versicherungsberater öffnet hingegen mehr Möglichkeiten, um ein BU-Angebot zu erhalten.

Hinweis:

Versicherer prüfen jeweils den Einzelfall. Daher lohnt es sich, bei mehreren Gesellschaften anzufragen und die Angebote zu vergleichen. Aufgrund der möglichen Einschränkungen wegen Gesundheitsrisiken ist es zudem empfehlenswert, sich frühzeitig um den Versicherungsschutz zu kümmern. Dann kommen im Krankheitsfall und bei Berufsunfähigkeit Geldsorgen gar nicht erst auf.

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