Vermögens­aufbau für den Nachwuchs.

  • Klassische Geldanlagen werfen kaum Zinsen ab
  • ETFs häufig eine sehr gute Wahl
  • Passende Geldanlage fürs Kind finden

Geld sparen für den

Vermögens­aufbau

Geld sparen für die

Ausbildung

Geld sparen für den

Führerschein

Geld sparen für einen

Auslands­aufenthalt

Geld sparen für

kleinere Anschaffungen

Eine Geldanlage für Kinder? Frühes Sparen zahlt sich aus

Eltern wollen ihren Kindern ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Dabei ist ihre finanzielle Sicherheit ein Grundpfeiler. Nicht wenige Mütter und Väter denken daher über eine Geldanlage für ihre Kinder nach. Hier gibt es ganz unterschiedliche Optionen, an denen sich auch die Großeltern und Verwandte beteiligen können.

Weitere Themen

Geldanlage für Kinder: So können Eltern für ihren Nachwuchs sparen

Eltern, die für ihr Kind oder ihre Kinder Geld zurücklegen wollen, haben verschiedene Sparziele im Kopf:

  • Manche wollen ein paar Euro auf der hohen Kante haben, um damit das nächste Fahrrad oder andere kleinere Anschaffungen zu bezahlen.
  • Andere wollen eine Möglichkeit schaffen, dass Geldgeschenke von den Großeltern oder Verwandten nicht gleich wieder ausgegeben werden.
  • Wiederum andere haben das große Ganze im Blick und wollen Geld für die Ausbildung ihres Nachwuchses beiseitelegen oder einfach Kapital aus einer Erbschaft bestmöglich anlegen.

Weitere Ziele können die Finanzierung von Führerschein und Auto, der ersten eigenen Wohnung oder eines Auslandsaufenthalts sein. Es geht aber auch ganz ohne konkretes Sparziel, sondern nur darum, den Kindern einen Vorsprung beim Vermögensaufbau zu verschaffen.

Abhängig vom Sparziel und der Dauer, wie lange das Geld angelegt und damit nichtverfügbar sein darf, bieten sich verschiedene Geldanlagen für Kinder an:

Eine Frau hält einem Mädchen die Hand

Achtung:

Verbraucherschützer raten bei der Geldanlage für Kinder von teuren und unflexiblen Produkten ab. Dazu zählen die Ausbildungsversicherung und der Kinderschutzbrief. Wollen Eltern für ihren Todesfall vorsorgen, empfiehlt sich der separate Abschluss einer Risikolebensversicherung.

Risiken wie Invalidität, Schulunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit lassen sich darüber hinaus besser mit einer Einzelversicherung wie einer privaten Unfallversicherung absichern.

Weitere Geldanlage­möglichkeiten für Kinder

Vor vielen Jahren galt auch der Bausparvertrag als attraktive Alternative bei der Geldanlage für Kinder. Seit der Niedrigzinsphase lohnt sich dieser jedoch aufgrund der geringen Verzinsung in der Ansparphase nicht mehr.

Manche Eltern und Großeltern liebäugeln zudem mit Gold beziehungsweise Goldkonten oder Goldsparplänen. Hierbei fließt allerdings keine Dividende, stattdessen setzen Anleger allein auf die Wertsteigerung des Rohstoffs. Diese ist alles andere als verlässlich. Laut der Verbraucherzentrale kostete die Feinunze in den vergangenen 20 Jahren zwischen 300 Euro und 1.400 Euro.

Sollten Eltern für ihre Kinder Geld anlegen, wenn sie Schulden haben?

Generell gilt: Der Schuldenabbau kommt vor dem Vermögensaufbau. Dies ist auch vor dem Hintergrund sinnvoll, dass die Zinsen bei Kreditverträgen und Co. höher sein können als die Guthabenzinsen beziehungsweise Renditen der Geldanlage. Entsprechend verlieren Eltern Geld, wenn sie für ihre Kinder sparen, statt Schulden abzubauen, als umgekehrt.

Geldanlage für Kinder mit Aktien: Wie sicher sind Fonds?

„Trotz Crashs wie der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 stieg der Aktienmarkt in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt um jährlich knapp 7 Prozent“, so die Stiftung Warentest. Auch wenn niemand die Zukunft vorhersehen kann, zeigt die Vergangenheit, dass auf dem Aktienmarkt hohe Renditen möglich sind.

Wichtig ist dabei die Entscheidung für Fonds. Durch sie streuen Anleger das Verlustrisiko. Verlieren die Aktien eines Unternehmens im Fonds an Wert, kann dies durch die Performance anderer Unternehmensaktien ausgeglichen werden.

Wollen Eltern möglichst günstig Geld für ihren Nachwuchs ansparen, fällt die Wahl auf ETFs (Exchange Traded Funds). Sie bilden Aktienindizes wie den DAX nach. Steigt dieser, steigt auch der ETF und umgekehrt. Da kein Fondsmanager aktiv entscheiden muss, welche Aktien in den Fonds wandern, sind die laufenden Kosten für ETFs beziehungsweise Indexfonds deutlich niedriger als für aktiv gemanagte Fonds.

Ein Beispiel dazu:

Laut der Stiftung Warentest betragen die Kosten bei aktiv gemanagten Fonds schnell mehr als zwei Prozent pro Jahr. Bei den ETFs, die bei der Verbraucherorganisation sehr gut abschneiden, liegen die laufenden Kosten für Aktien-Indexfonds auf dem Weltaktienindex MSCI World zwischen 0,15 Prozent und 0,38 Prozent.

ETF Kosten Rendite über 5 Jahre
Amundi MSCI World Ucits ETF EUR C 0,38 Prozent 11,5 Prozent
Deka MSCI World Ucits ETF 0,31 Prozent Keine Angabe
HSBC MSCI World Ucits ETF 0,15 Prozent 12,0 Prozent
Invesco MSCI World Ucits ETF 0,19 Prozent 11,8 Prozent
iShares Core MSCI World Ucits ETF USD Acc 0,20 Prozent 11,8 Prozent
Lyxor Core MSCI World (DR) Ucits ETF – Acc 0,12 Prozent Keine Angabe
SPDR MSCI World Ucits ETF 0,12 Prozent Keine Angabe
UBS MSCI World Ucits ETF A 0,30 Prozent 11,5 Prozent
Xtrackers MSCI World Ucits ETF 1C 0,19 Prozent 11,8 Prozent

Die Stiftung Warentest hat berechnet, wie viel Geld über einen günstigen ETF-Sparplan binnen 18 Jahren angesammelt werden kann: Sparen Eltern monatlich 50 Euro und liegen die jährlichen Kosten bei nicht mehr als zwölf Euro, summiert sich der Betrag von der Geburt bis zum 18. Geburtstag bei einer durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent auf rund 21.000 Euro.

Tipp:

Neben Fondsgebühren sollten Anleger auch auf Servicegebühren und Erfolgsgebühren achten.

Ein ETF-Sparplan hat den Vorteil, sehr flexibel zu sein. Sparer können ihre Einzahlungen senken, erhöhen oder aussetzen. Auch zusätzliche Einmalzahlungen sind je nach Anbieter möglich. Darüber hinaus kann ein Teil des Kapitals aus dem Fonds entnommen werden.

Thesaurierenden statt ausschüttenden Fonds wählen

Sinnvoll ist es, einen thesaurierenden Fonds zu wählen. Bei ihm werden die jährlichen Erträge automatisch wieder angelegt. So ergibt sich eine Art Zinseszins-Effekt. Stehen nur ausschüttende Fonds zur Auswahl, sollten Eltern mit der Bank klären, ob die Wiederanlage der Ausschüttungen kostenlos möglich ist.

In Fonds investieren: Das passende Depotkonto finden

Um mit Fonds Geld fürs Kind anzusparen, müssen Eltern ein Depot eröffnen – entweder in ihrem Namen oder unter dem Namen ihres Nachwuchses. Die Anbieter unterscheiden sich dabei unter anderem

  • in der Höhe der Sparplanrate,
  • in den Kosten und
  • in den angebotenen ETFs.

Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit Wertpapierdepots für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren getestet. Die mögliche Sparrate variierte bei den Direkt- und Filialbanken sowie Fondsvermittlern zwischen 10 Euro und 50 Euro monatlich.

Zahlen Anleger im Monat 50 Euro ein, schwankten die Gesamtkosten pro Jahr zwischen 0 Euro und 33 Euro. Entsprechend viel Geld können Eltern über die Jahre hinweg sparen, wenn sie sich für ein günstiges Depotkonto entscheiden.

Bei den angebotenen ETF-Sparplänen auf dem MSCI World Index heißt es Achtung, vor allem, wenn es Eltern auf einen bestimmten Indexfonds abgesehen haben. Denn die Anbieter haben nur bestimmte Fonds zur Auswahl.

Um ein Depot im Namen des Kindes zu eröffnen, verlangen die Banken unterschiedliche Dokumente. Bei manchen müssen Eltern beispielsweise nachweisen, dass sie das Sorgerecht für das Kind haben. Bei allen wird in der Regel der Personalausweis sowie die Steuer-ID gebraucht – sowohl die eigene als auch die des Kindes. Letztere bekommen Eltern spätestens drei Monate nach der Geburt vom Bundeszentralamt für Steuern zugeschickt. Oft wird auch eine Kopie der Geburtsurkunde benötigt, gegebenenfalls amtlich beglaubigt.

Aktuelles zu Geldanlage & Finanzen

Worauf müssen Eltern bei der Geldanlage für ihre Kinder achten?

Sparen Eltern Geld in Namen ihrer Kinder an, zählen Erträge daraus als Einkommen. Während dies in jungen Jahren kein Problem darstellen sollte, könnte es später zu Konflikten bei der gesetzlichen Familienversicherung und beim BAföG kommen.

  • Gesetzliche Familienversicherung: Sind Mutter und Vater oder nur ein Elternteil gesetzlich krankenversichert, können Kinder kostenfrei in der Familienversicherung mitversichert werden. Dies ist jedoch nur bis zu einer Einkommensgrenze möglich. Verdient der Nachwuchs beispielsweise im Rahmen eines Nebenjobs mehr als 5.640 Euro brutto im Jahr, muss er sich selbstständig krankenversichern. Arbeitet die Tochter oder der Sohn daher nebenbei und die Geldanlage wirft hohe Kapitalerträge ab, droht das Ende der Familienversicherung. Mit dem sogenannten Sparerpauschbeitrag liegt die Grenze 2021 bei 6.441 Euro.
  • BAföG: Als Studierende oder Auszubildende haben junge Erwachsene Anspruch auf BAföG, wenn ihr Vermögen und das Einkommen der Eltern niedrig sind. Seit dem Wintersemester 2020/21 liegt der Vermögensfreibetrag des Antragstellers bei 8.200 Euro. Hat dieser mehr auf der hohen Kante, etwa durch die von den Eltern vereinbarte Geldanlage, kann es sein, dass erst das Ersparte aufgebraucht werden muss, ehe das BAföG bewilligt wird.

Tipp:

Das Kindergeld fließt unabhängig von Einkommensgrenzen.

Im Namen des Kindes sparen oder fürs Kind sparen: Vorteile und Nachteile

Eltern können sich entscheiden, ob sie Geld auf ihren Namen fürs Kind ansparen oder gleich im Namen des Kindes agieren. Gehört die Geldanlage dem Nachwuchs, haben Eltern keine Kontrolle darüber. Sie dürfen also kein Kapital davon abrufen und können nicht bestimmen, wie das Ersparte genutzt oder ausgezahlt wird. Steuerlich hat es dagegen Vorteile.

Welche Vor- und Nachteile es gibt, wenn die Geldanlage auf dem Namen des Kindes läuft, zeigt die folgende Übersicht:

  • Vorteile
  • Nachteile

Wichtig:

Übersteigen die Kapitalerträge den jährlichen Sparerpauschbeitrag von 801 Euro, müssen Eltern eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen und sie bei der Bank einreichen. So bleiben auch die Erträge bis zum Grundfreibetrag steuerfrei. Auch für den Sparerpauschbeitrag ist ein Freistellungsantrag zu stellen, allerdings direkt beim Geldinstitut.

Sinnvoll für die Kinder sparen

Welche Geldanlage sich für Kinder am ehesten eignet, hängt im Wesentlichen davon ab, wie lange das Geld gebunden sein kann. Darf es bis zur Volljährigkeit nicht abrufbar sein, bietet sich aufgrund der attraktiven Renditen das monatliche Sparen mit Fonds an. Ist der Zeitraum deutlich kürzer, empfiehlt sich eher ein Festgeldkonto, auch wenn die Verzinsung dort sehr gering ist.

Abhängig von den Voraussetzungen eignen sich daher unterschiedliche Geldanlage-Formen. Ein unverbindliches Angebot hilft dabei, eine passende Geldanlage auszuwählen.