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Ratgeber
Kann ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung geltend machen? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung absetzen

Die Beiträge zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sind generell von der Lohnsteuer beziehungsweise Einkommenssteuer absetzbar. Dies gilt allerdings nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der oft schon durch andere Versicherungsbeiträge ausgeschöpft wird.

Beitragszahlungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung

Die monatlichen Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung lassen sich in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen absetzen. Der entsprechende Jahresbeitrag muss dazu in die Anlage Vorsorgeaufwand eingetragen werden. 

Ein tatsächlicher steuerlicher Vorteil entsteht dem Versicherten allerdings nur unter einer Bedingung: Der Höchstbetrag an Vorsorgeaufwendungen, die von der Steuer absetzbar sind, darf noch nicht ausgereizt sein. Wie hoch dieser Höchstbetrag ausfällt, hängt davon ab, ob Versicherte eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) oder eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) abgeschlossen haben..

Welcher Höchstbetrag gilt für die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung wird als Police ohne zusätzliche Leistungen aus anderen Versicherungsarten abgeschlossen. 

  • Kategorie in der Steuererklärung: Vorsorgeaufwendungen
     
  • Von der Steuer absetzbarer Höchstbetrag: 1.900 Euro im Jahr (Arbeitnehmer und Beamte), 2.800 Euro im Jahr (Selbstständige) 
     
  • Stolperfallen:  Unter den Grenzbetrag fallen auch Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung, die ebenfalls über die Steuererklärung abgesetzt werden. Es bleibt nur selten Spielraum für die Prämien zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, da schon bei einem Bruttomonatsgehalt von 2.000 Euro der absetzbare Höchstbetrag erreicht wird.

Welcher Höchstbetrag gilt für die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird als Police in Kombination mit einer anderen Versicherung abgeschlossen, etwa einer privaten Rentenversicherung oder einer Risikolebensversicherung. Die folgenden Regelungen gelten jedoch nur für eine Kombination mit einer Rürup-Rente, da für andere Formen der Altersvorsorge keine gesonderten Bedingungen gelten.

  • Kategorie in der Steuererklärung: Altersvorsorgeaufwendungen
     
  • Von der Steuer absetzbarer Höchstbetrag: 2019 bis zu 88 Prozent des Höchstbetrages von 24.305 Euro pro Jahr (Einzelpersonen) beziehungsweise 48.610 Euro pro Jahr (Ehepartner bei Zusammenveranlagung).  
     
  • Stolperfallen:  Die Absetzbarkeit der BUZ in Verbindung mit einer Rürup-Rente steigt jährlich um zwei Prozentpunkte und bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent. Aber Achtung: Die steuerlichen Vorteile können nur in Anspruch genommen werden, wenn die BU als Zusatzversicherung zur Rürup-Rente nicht mehr als die Hälfte des gesamten Beitrags ausmacht.

Tipp: Die Frage, ob eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine BUZ aus steuerlichen Aspekten vorteilhaft ist, lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Eine unverbindliche Beratung durch einen Versicherungsexperten zeigt hier mögliche Wege zur optimalen Absicherung auf. 

Staatliche Förderung für die eigene Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Gesetzgeber stellte 2014 mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG) eine Grundlage auf die Beine, mit der Versicherte die Beiträge zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung in höherem Maße in der Steuererklärung geltend machen können. Ab dem Jahr 2025 ist dies sogar zu 100 Prozent möglich.  

Entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherungen können wie eine BUZ, die an eine Rürup-Rente gekoppelt ist, als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Die steuerliche Begünstigung solcher „Basis SBU“ Tarife ist allerdings an strenge Bedingungen geknüpft: 

  • Der Versicherer muss bestimmte Regeln zum Verbraucherschutz einhalten.
  • Der Versicherer muss eine lebenslange Leistungsdauer anbieten. 

Doch die Auflage, im Versicherungsfall eine lebenslange Rente zahlen zu müssen und nicht nur bis zum Renteneintritt, hat bisher dafür gesorgt, dass kein Anbieter eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung anbietet

Versicherungsexperten warnen, dass diejenigen Versicherer, die bereit sind, dieses finanzielle Risiko einzugehen, im Gegenzug vergleichsweise hohe Prämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung verlangen. Die staatlich geförderten BU-Tarife wären somit deutlich teurer als die nicht geförderten Angebote. 

Berufsunfähigkeitsversicherung Steuererklärung
Berufsunfähigkeitsversicherung: Rente muss versteuert werden.

Bei Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung greift nachgelagerte Besteuerung

Ob auf die Berufsunfähigkeitsrente Steuern fällig werden, ist zunächst abhängig vom sogenannten Grundfreibetrag. Dieser berücksichtigt das notwendige Existenzminimum, das jedem Bürger der Bundesrepublik steuerfrei gewährleistet wird. 

Der Steuerfreibetrag liegt für das Jahr 2019 bei 9.168 Euro für Einzelpersonen beziehungsweise 18.336 Euro für Ehepartner bei Zusammenveranlagung. Für das Steuerjahr 2020 beträgt er 9.408 Euro (Einzelpersonen) beziehungsweise 18.816 Euro (Ehepartner bei Zusammenveranlagung). 

Wer im Jahr Einkünfte bis zu diesem Grundfreibetrag bezieht, muss keine Steuern zahlen. Wenn die Einkünfte inklusive der Berufsunfähigkeitsrente den jährlichen Steuerfreibetrag übersteigen, müssen hingegen Steuern an das Finanzamt abgeführt werden. Als Bemessungsgrundlage gilt hierbei der zu versteuernde Anteil des Einkommens, nicht das gesamte Einkommen. 

Wie wird die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert?

Bei der SBU werden nicht die vollständigen Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert, sondern lediglich ein bestimmter Prozentsatz der BU-Rente. Wie hoch dieser sogenannte Ertragsanteil ausfällt, ist abhängig von der Rentendauer. Je länger die Berufsunfähigkeitsrente bezogen wird, desto höher ist auch der Anteil, der mit jedem Bezugsjahr um circa ein Prozent steigt. 

Wie wird die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung versteuert?

In der BUZ in Kombination mit einer Rürup-Rente muss die Berufsunfähigkeitsrente abhängig vom ersten Jahr des Rentenbezugs versteuert werden. Für den Anteil des zu versteuernden Einkommens gilt dann der individuelle Steuersatz. Dieser berechnet sich vor allem aus der Höhe der Einkünfte. Bei Kombinationen mit anderen Lebens- und Rentenversicherungen greift wiederum, analog zur SBU, der Ertragsanteil, auf den der individuelle Steuersatz entrichtet wird. 

Beispiel: Eine berufsunfähige Person bezieht erstmals seit 2018 Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung und hat inklusive der Rente im Rahmen der Versicherung ein Bruttojahreseinkommen von 24.000 Euro. Davon müssen 76 Prozent (18.240 Euro) versteuert werden. Ist 2019 das erste Jahr des Rentenbezugs, werden es 78 Prozent (18.720 Euro) fällig. Dieser Anteil gilt für die gesamte Zeit, in welcher die Person die Rente bezieht. 

Der zu versteuernde Anteil steigt jährlich um zwei Prozent an, bis 2025 die komplette Rente der Steuer unterliegt. Wer 2025 oder später erstmals Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bezieht, muss diese demnach voll versteuern.

Insgesamt bietet die BUZ damit nicht ausschließlich steuerliche Vorteile. Während noch Beiträge eingezahlt werden, lassen sich aufgrund des höheren Maximalbetrags mehr Steuern sparen als bei der SBU. Kommt es allerdings zur Rentenzahlung, werden mit der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung gegebenenfalls mehr Steuern fällig als bei einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung

Tipp: Trotz aller Faustregeln und Tabellen bleibt es für Interessierte schwer, die genauen steuerlichen Regeln zur Berufsunfähigkeitsversicherungen zu überblicken. Hier hilft die Beratung durch einen Experten, der auf die individuellen Bedürfnisse eingeht und ein Angebot mit dem besten Mix aus Leistungen und steuerlichen Vorteilen zusammenstellt.